Mittlerweile hat sich Bornemann auf die Herstellung von komplexen und großen Gewinden bis zu

Mittlerweile hat sich Bornemann auf die Herstellung von komplexen und großen Gewinden bis zu Ø300mm spezialisiert und ist in seinem Segment Marktführer (auf dem Bild zu sehen sind Sven Sievert und Sebastian Hartl).

1964 legte Gerhard Dietrich in Stroit das Fundament für sein Lebenswerk. Obwohl er weder Meistertitel noch Geld besaß. Aber er hatte Glück. Dank einer Ausnahmeregel aus Nachkriegszeiten durfte er ohne Meisterprüfung seinen Handwerksbetrieb gründen. Die Sparkasse Einbeck war so überzeugt von der Idee, dass die 10.000 DM bereitgestellt wurden, damit Herr Dietrich sich mit einer Spitzen- und Revolverdreherei selbständig machen konnte.

Individualität statt Massenware
Das Unternehmen spezialisierte sich darauf, komplexe Gewinde herzustellen. Zum Beispiel Gewinde mit speziellen Endenbearbeitungen, mehrgängige Gewinde oder Werkstücke aus exotischen Materialien. Vertriebsmanager Sergii Goman: »Es gibt kaum ein Gewinde, das wir nicht herstellen können. Wenn unsere Kunden es zeichnen können, dann bauen wir es. Dieses Versprechen lässt sich nur einlösen, weil wir permanent dazulernen und uns auf individuelle Anforderungen einstellen. Ob in der Fördertechnik, im medizinischen Bereich oder im Rennsport – unsere Gewindeteile sind in praktisch jedem Industriezweig vertreten.«

Pittler Revolverdrehmaschine

Hier ging es vor vielen Jahren los. Der Firmengründer Gerhard Dietrich an einer alten Pittler Revolverdrehmaschine.

Krisen meistern mit traditionellen Familienwerten
Bornemann besitzt etwas, das Großkonzernen fehlt: starken familiären Zusammenhalt. Statt sich Mehrheitsaktionären beugen zu müssen, konnte Bornemann stets selbstbestimmte Entscheidungen treffen und auch die »saure Gurken Zeit« der 80er Jahre erfolgreich überstehen. 1997 wurde der Platz in Stroit knapp, und das Unternehmen zog ins Gewerbegebiet Klus nach Delligsen um. Heute sind hier 65 Mitarbeiter beschäftigt. Als 2009 aufgrund der Autoindustrie-Krise die Maschinenbaubranche in Schieflage geriet, blieb dank Kurzarbeit jeder einzelne Arbeitsplatz erhalten. Bereits ein Jahr später war die Talsohle durchschritten. Die Geschichte der Bornemann GmbH & Co KG macht Mut und zeigt, dass sich mit Qualität und stetiger Lernbereitschaft nahezu jede Krise bewältigen lässt.

Der FC Bayern der Gewindetechnik
„Nur durch die Offenheit unserer Mitarbeiter und der ständigen Bereitschaft, neue Wege zu gehen gehört Bornemann Gewindetechnik mittlerweile zur Weltklasse in der Herstellung von komplexen und großen Gewindeteilen. In diesen Spezialbereichen sind wir sozusagen der FC Bayern der Gewindetechnik!“ bestätigt Moritz von Soden.

Gewinde

Mittlerweile hat sich Bornemann auf die Herstellung von komplexen und großen Gewinden bis zu Ø300mm spezialisiert und ist in seinem Segment Marktführer (auf dem Bild zu sehen sind Sven Sievert und Sebastian Hartl).

Gibt es nach 50 Jahren noch Momente, in denen die Arbeit für Herzklopfen sorgt? Karsten Kreth, Fertigungsleiter: »Natürlich. Kürzlich lieferten wir die größte Spindel aus, die wir je gebaut haben. Eine Sonderanfertigung für den Anlagenbau. So etwas macht uns stolz und motiviert uns alle.«

In Kürze übernimmt Moritz von Soden gemeinsam mit seiner Frau Kathrin die Geschäftsführung. Bleibt das Unternehmen dem Standort Delligsen treu? »Auf jeden Fall. Wir fühlen uns dem Industriestandort Delligsen verpflichtet und wollen weiterhin dazu beitragen, das historisch Gewachsene hier lebendig zu halten.«

www.bornemann.de