Bild: industrieblick - Fotolia

Bild: industrieblick - Fotolia

Mit einer Exportquote von 85 Prozent ist der deutsche Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenbau sicherlich eine der exportstärksten Branchen. Und der Bedarf an neuen Verpackungslösungen weltweit ist groß – denn gerade in den Wachstumsregionen bildet sich eine Mittelschicht heraus, die sicher verpackte Lebensmittel und Getränke bevorzugt.

Im vergangenen Jahr produzierten die etwa 600 deutschen Unternehmen der Branche Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen im Wert von zwölf Milliarden Euro, das entspricht einem Zuwachs von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit war 2013 das vierte Wachstumsjahr in Folge nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 und das Jahr mit dem bisher höchsten Produktionswert.

Die Branche ist sehr exportorientiert, und so war auch im vergangenen Jahr die Nachfrage aus dem Ausland der Wachstumsmotor. Die deutschen Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen dominieren mit großem Vorsprung den internationalen Markt. Bei einer Exportquote von 85 Prozent liefern sie ihre Maschinen in mehr als 100 Länder der Welt.

So stammt beispielsweise die Hälfte aller Brauereimaschinen, jede dritte Maschine zur Herstellung von Süßwaren, jede dritte Verpackungsmaschine sowie jede vierte Fleischverarbeitungsmaschine aus deutscher Produktion. 2013 legte der deutsche Export um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und erreichte einen Wert von 7,7 Milliarden Euro.

Die Top-10-Absatzländer

Größter und wichtigster Einzelabsatzmarkt der deutschen Produzenten von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen ist nach wie vor die USA. 2013 legten die Auslieferungen im fünften Jahr in Folge zu und erreichten einen Wert von 836 Millionen Euro, ein Zuwachs von knapp 24 Prozent im Vorjahresvergleich. An zweiter Stelle liegt China mit Lieferungen im Wert von 580 Millionen Euro, ein Plus von vier Prozent gegenüber 2012. Russland, wichtigster osteuropäischer Absatzmarkt, folgt auf Rang drei. Im Vorjahresvergleich sanken die Exporte um zwölf Prozent auf etwa 491 Millionen Euro.
Unter den westeuropäischen Ländern ist Frankreich der wichtigste Absatzmarkt. Das Land liegt auf Rang vier der Top-10-Absatzmärkte. Das Liefervolumen der deutschen Hersteller erreichte 2013 einen Wert von 352 Millionen Euro, ein Plus von sechs Prozent. An fünfter Stelle der Top 10 folgt Großbritannien. Die Exporte stiegen um 19 Prozent auf 298 Millionen Euro. Weitere Länder unter den Top 10 sind: die Schweiz (237 Millionen Euro), Polen (228 Millionen Euro), die Niederlande (219 Millionen Euro), Brasilien (218 Millionen Euro) und Österreich (210 Millionen Euro).

Export nach Branchen

Zweistellige Zuwachsraten im Export verzeichneten im vergangenen Jahr Brauereimaschinen sowie Füll- und Verschließmaschinen. 2013 lagen die deutschen Exporte von Brauereimaschinen 20 Prozent über denen des Vorjahres und erreichten einen Wert von 249 Millionen Euro, Abfüll- und Verschließmaschinen verzeichneten einen Zuwachs von elf Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro.

Die Exporte sonstiger Verpackungsmaschinen beliefen sich auf 1,9 Milliarden Euro, ein Zuwachs von vier Prozent. Im Bereich der Nahrungsmittelmaschinen stiegen die Auslieferungen von Fleischverarbeitungsmaschinen um sieben Prozent auf 491 Millionen Euro; die von Bäckereimaschinen um drei Prozent auf 341 Millionen Euro. Die Auslieferungen von Süßwarenmaschinen lagen mit 301 Millionen Euro knapp auf Vorjahresniveau.

Die Weltbevölkerung wächst, gleichzeitig entwickeln sich die Volkswirtschaften – besonders in den Schwellenländern – sehr rapide. Die Einkommen steigen und damit auch die Konsumausgaben, denn der Nachholbedarf ist groß.

food & drink Africa 2014

Bild: adisa - Fotolia

Bild: adisa - Fotolia

Voller Erfolg für Erstveranstaltung
Auf der Messe food & drink Africa, die im März 2014 in Johannesburg stattfand, präsentierten 89 Aussteller, darunter 32 Unternehmen aus Deutschland, ihre Produkte und Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: vom Rohstoffhandling, der Verarbeitung, dem Abfüllen sowie der Verpackung bis hin zur Logistik der Hersteller von Nahrungsmitteln, Liquid Food und Getränken. Das südliche Afrika mit 156 Millionen Einwohnern bietet Herstellern von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen gute Absatzpotenziale. Immer mehr Menschen zieht es auch hier in Städte, womit sich deren Konsum- und Verzehrgewohnheiten verändern und die Nachfrage nach modern verarbeiteten und verpackten Nahrungsmitteln, Getränken sowie Convenience-Produkten steigt. 2012 importieren die Länder des südlichen Afrikas Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen im Wert von 661 Millionen Euro, davon kamen nahezu ein Drittel aus deutscher Produktion.
food & drink technology Africa ist eine Veranstaltung der Messe München International (MMI) und deren Tochtergesellschaft MMI Africa mit Sitz in Johannesburg. Ideeller Träger ist der VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen. Die nächste food & drink technology Africa findet 2016 statt.

Von daher ist die globale Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie ein sehr dynamischer Wachstumsmarkt, und die weltweite Nachfrage nach modernen verarbeiteten und verpackten Nahrungsmittel und Getränken nimmt auch in den Schwellenländern weiter zu. Um die Nachfrage zu decken, müssen auch diese Länder mehr und besser produzieren. Und somit steigen auch die Investitionen in entsprechende Maschinen und Anlagen.

Fokus Subsahara-Afrika

Afrika, insbesondere die Subsahara-Region, rückt zunehmend in den Fokus der deutschen Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen. Die wirtschaftliche Entwicklung der Länder der Subsahara-Afrika-Region ist seit Jahren positiv.

In der Region leben mehr als 870 Millionen Menschen. Und auf dem afrikanischen Kontinent wird in den kommenden Jahren das größte Bevölkerungswachstum stattfinden. Auch hier zieht es, wie in anderen Regionen der Welt, immer mehr Menschen in die Städte und es bildet sich zunehmend eine Mittelschicht heraus. Dies lässt die Nachfrage nach modern verarbeiteten, qualitativ hochwertigen und sicheren Nahrungsmitteln und Getränken steigen.

Allerdings ist in den Ländern Subsahara-Afrikas die Nahrungsmittel verarbeitende Industrie noch sehr unterschiedlich weit entwickelt. Von daher werden die agrarischen Produkte vielfach nicht direkt im Land vor Ort weiterverarbeitet, sondern gehen sofort in den Export.

Dies soll sich aber ändern, denn man will die Wertschöpfung im eigenen Land behalten. In Westafrika ist Nigeria das Land mit der am weitesten entwickelten Nahrungsmittel verarbeitenden Industrie, in Ostafrika ist es Kenia. Die südafrikanische Nahrungsmittelindustrie ist sehr gut entwickelt und das Land ist ein wichtiges Tor zu den Märkten im südlichen Afrika. Auch exportiert Südafrika viele der im eigenen Land produzierten Nahrungsmittel in Anrainerländer.

Von 2002 bis 2013 haben sich die deutschen Exporte von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen in die Länder Subsahara-Afrikas von 142 Millionen Euro (2002) auf 386 Millionen Euro in 2013 fast verdreifacht. Bedingt durch Projektgeschäfte weisen die Exporte in diese Länder starke Schwankungen auf.

Wichtige Absatzländer in Subsahara-Afrika für Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen aus deutscher Produktion waren im vergangenen Jahr Südafrika (98 Millionen Euro), Nigeria (80 Millionen Euro), Äthiopien (29 Millionen Euro), Tansania (21 Millionen Euro), die Elfenbeinküste (19 Millionen Euro) sowie Kenia (18 Millionen Euro). fa

Von Vera Fritsche
post_image_85675_2.gif

Vera FritscheVera Fritsche
VDMA Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen