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Warschau ist eine Stadt der Gegensätze, geprägt vom Kommunismus und dem sich ausbreitenden Wohlstand seit dem EU-Beitritt 2014. Rechts: Die EU-Fördergelder gibt Polen vornehmlich für den Ausbau von Straßen und Häfen aus.

Auch weiterhin wird das EU-Land an Brüssels Fördertöpfen hängen: Von 2014 bis 2020 soll Polen 82,5 Milliarden Euro für den Ausbau seiner Infrastruktur erhalten. Der zweite Schwerpunkt der Förderung ist die Digitalisierung des Landes. Drittens stehen aus Brüssel 8,6 Milliarden Euro an Fördermitteln für Forschung und Entwicklung bereit – dank des Programms „Intelligente Entwicklung“ sollen bis 2020 12.000 Unternehmen ihre Bemühungen im Bereich F&E stärken können und somit zur Modernisierung der Wirtschaft beitragen. Der erhöhte Bedarf bietet auch dem deutschen Maschinenbau Chancen.

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Neben den EU-Fördergeldern von 82,5 Mrd. Euro aus der Kohäsionspolitik stehen bis 2020 auch 42,4 Mrd. Euro an Agrarförderung bereit. Im Bild eine Zuckerfabrik zur Rübenverarbeitung.

Polen ist ein attraktiver Standort für deutsche Unternehmen. Als „Werkbank des Westens“ haben große deutsche Automobil- und Chemiewerke dort einen Standort. Über 6000 deutsche Unternehmen sind in Polen ansässig und profitieren noch von den moderaten Lohnkosten, die sich allerdings seit 2000 auf durchschnittlich 1000 Euro monatlich verdoppelt haben.

Von 2007 bis 2013 flossen 70 Milliarden an EU-Fördergeldern nach Polen, die in Autobahnen, Häfen und Abwasseranlagen investiert wurden. So ging etwa die Hälfte des Wachstums des Landes auf das von der EU finanzierte Förderprogramm zurück.

Maschineneinfuhr Polens

2014 führte Polen Maschinen im Gesamtwert von 12,684 Milliarden Euro ein. Mit Abstand größter Maschinenlieferant war Deutschland mit einem Anteil von 35,8 Prozent. Italien hatte einen Anteil von 11,5 Prozent und somit Maschinen im Wert von 1,45 Milliarden Euro exportiert. Aus China kamen immerhin noch Maschinen im Wert von 837 Millionen Euro nach Polen.

Wichtige Fachzweige

Deutschland ist Polens wichtigster Maschinenlieferant. Die gesamten Warenlieferungen von Deutschland nach Polen umfassten 2014 knapp 47,5 Milliarden Euro, Maschinen wurden für 4,9 Milliarden geliefert. So konnte der Fachzweig Allgemeine Lufttechnik 2014 Maschinen im Wert von knapp 500 Millionen Euro dorthin ausführen. Auch die Fachzweige Landtechnik und Antriebstechnik waren mit 424 Millionen beziehungsweise 414 Millionen Euro stark vertreten. Made in Germany gilt in Polen auch weiter als Qualitätssiegel. Die Polen kaufen hauptsächlich Maschinen, Kraftfahrzeuge oder Chemieerzeugnisse beim westlichen Nachbarn ein.

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2013 erhielt Polen EU-Mittel in Höhe von 16,18 Milliarden Euro. Im Gegenzug steuerte das Land 3,83 Milliarden Euro zum EU-Haushalt bei.