Der Rohbau des Mercedes-AMG GT wiegt nur 231 Kilogramm. Dieser Spitzenwert im Sportwagensegment

Der Rohbau des Mercedes-AMG GT wiegt nur 231 Kilogramm. Dieser Spitzenwert im Sportwagensegment sorgt dafür, dass das Fahrzeug viel Dynamik mit sich bringt. Foto: Mercedes-AMG.

Der blitzende Rohbau des Mercedes-AMG GT steht vom 13. bis 17. April 2015 im Mittelpunkt des Gemeinschaftsstands Leichtbau aus Baden-Württemberg auf der Hannover Messe Industrial Supply. Das Gewicht des Chassis liegt trotz einer Länge von fast 4,50 Metern bei nur 231 Kilogramm.

Reduzierte Massenträgheit

Das Erfolgsrezept der Entwickler des leichten Rohbaus liegt im intelligenten Materialmix. Der gewichtsoptimierte Spaceframe besteht zu über 90 Prozent aus Aluminium-Komponenten und führt zu einem niedrigen Leergewicht des Gesamtfahrzeugs von 1540 Kilogramm. Mit Hilfe der sogenannten Topologieoptimierung wurden die Gusskomponenten gezielt gewichtsoptimiert. Das Frontmodul Oberteil ist aus Magnesium gefertigt. Dieses extrem leichte Element am Bug reduziert die sogenannte Massenträgheit und verbessert somit die Agilität des Fahrzeugs. Der Heckdeckel wiederum besteht aus Stahl, da ein von den Anforderungen her vergleichbarer Aluminium-Heckdeckel deutlich schwerer geworden wäre.

Leichtbau im Ländle

Die Rohkarosse kommt vom Zulieferer ThyssenKrupp System Engineering mit Sitz in Heilbronn und wird am Standort Weinsberg gefertigt. Die Kompetenzen des Herstellers umfassen im Bereich Car Body Manufacturing unter anderem einzelne Zusammenbauten bis hin zur kompletten Karosserie in Stahl oder Aluminium. “Für einige sehr anspruchsvolle Systeme und Komponenten bieten wir im Automotive-Bereich die Produktion von Serien an. Dazu zählt vor allem der Karosseriebau”, sagt Dr. Ing. Achim Agostini, Leiter Division Lightweight Solutions bei ThyssenKrupp System Engineering. Die Produktion des Gesamtfahrzeugs erfolgt bei Mercedes-Benz in Sindelfingen. In Europa ist der Flitzer erst seit wenigen Wochen auf den Markt.

Präsentation mit 3D-Brille

In Hannover gibt es noch weiteres Know-how von findigen Leichtbau-Firmen aus Baden-Württemberg zu entdecken. Aussteller am Gemeinschaftsstand zeigen Innovationen in Design und Prozessen im Leichtbau. Das Spektrum reicht von Material und Halbzeugen in Aluminium oder Kunststoff über Sandwichbau, Oberflächentechnik, Keramik und Fügen bis hin zu Laserstrahlschweißen und Forschung etwa zur Funktionsintegration durch Leichtbau. Die Unternehmen Sicos BW und Ascs Aautomotive Simulation Center Stuttgart veranschaulichen am Stand zudem die Möglichkeiten von Simulation. Dafür werden dreidimensionale Berechnungsergebnisse animiert und mithilfe von 3D-Brillen interaktiv präsentiert.