SPS/IPC/Drives 2010 in Nürnberg 1

Die vom 23. bis 25. November 2010 stattfindende Messe für elektrische Automatisierung spiegelt die positive Entwicklung der Branche wieder. Mit 90 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird der Rekord von 2008 erreicht und damit auch der Stand vor der Wirtschaftskrise.

Autorin: Sarah Holzer Viele Unternehmen haben Produkt-Premieren für die diesjährige Messe angekündigt. Einige davon werden im diesem Beitrag vorgestellt. Rund 1300 Aussteller werden ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. Um das Angebot übersichtlich darzustellen, sind die Hallen nach Themen gegliedert.

Die Schwerpunkte der Hallen sind: elektrische Antriebstechnik, Motion Control und Steuerungstechnik (Halle 1, 2, 4), Sensorik (Halle 4A), Mechanische Systeme, Peripherie und Steuerungstechnik (Halle 5), Steuerungstechnik (Halle 6), Sensorik und Steuerungstechnik (Halle 7), Sensorik und Software (Halle 7A) sowie Steuerungstechnik und Interfacetechnik (Halle 8, 9, 10).

Sonderthemen sind Energieeffizienz, Industrial Identification und Safety und Security. Die Gemeinschaftsstände „wireless in automation“, „Open Source meets Industry“ und „AMA Zentrum für Sensorik, Mess- und Prüftechnik“ liefern den Besuchern einen schnellen Überblick zum jeweiligen Thema. Das Kongressprogramm bietet Schwerpunkte im Bereich Anlagenautomatisierung, elektrische Antriebe und industrielle Kommunikation.

An den drei Messetagen finden 52 anwenderorientierte Kongressvorträge, eine Trendsession, drei Tutorials und ein Gastvortrag statt. Im Telegrammstil einige interessante Specials aus dem Programm. In diesem Jahr dreht sich in der Trendsession alles um das Thema Safety. Im Anschluss an die Vorträge findet eine Diskussion mit allen Referenten statt. Ihrer hohen Beliebtheit und Aktualität wegen steht die Trendsession allen Kongressteilnehmern offen. Es gibt zeitgleich keine anderen Vorträge.

Die Trendsession findet am Mittwoch, 24. November, von 14:00 bis 16:00 Uhr statt. Der Messeveranstalter Mesago verleiht in diesem Jahr erstmalig zwei Young Engineer Awards. Damit wird der jeweils beste Beitrag eines jungen Referenten im Bereich Automation und im Bereich Drives ausgezeichnet.

Am Dienstag, 23. November, hält Prof. Dieter Spath, Institutsleiter des Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), einen Gastvortrag zum Thema „Von evolutionären zu revolutionären Innovationen“.

Er zeigt auf, wie durch systematisches Technologie- und Innovationsmanagement Unternehmen auf Weltmärkten wettbewerbsfähig bleiben. Zahlreiche neue Lösungen und Premieren Gleich zu Beginn der Messe in Halle 1, Stand 561, geht es bei Contrinex darum mit Wasserkühlung den gestiegenen Verlustleistungen durch Miniaturisierung gepaart mit erhöhtem Leistungsbedarf zu begegnen.

Dieses Wärmeaufkommen auf engstem Raum erfordert eine effektive Kühlung, um einer vorzeitigen Alterung elektronischer Komponenten entgegenzuwirken. Da lüfterunterstützte Kühlkörper bei hohen Verlusten an ihre Grenzen stoßen, empfiehlt sich eine Kühlung mit Flüssigkeiten. Daher bietet der Experte im Bereich Kühlung zu seinem Angebot an Standardprodukten bis hin zu High-End-Produkten auch individuelles Engineering für seine unterschiedlichen Kühlkonzepte, um den Einsatz zu optimieren, und stellt dieses auf der SPS/IPC/Drives vor.

Am Gemeinschaftsstand der Wittenstein-Gruppe (Halle 4, Stand 251) stehen zwei Premieren des Bereichs Motion Control im Mittelpunkt. Zum einen das neue TPM+ high torque, das die Produktfamilie nach vier Jahren um einen verdrehsteifen Servoaktuator komplettiert. Zum anderen der neue Edelstahl-Aktuator axenia-CPM, der sich für die Pharma-Verpackungsindustrie und die Lebensmittelverarbeitung eignet, da er nach Hygenic-Design-Richtlinien ohne scharfe Kanten oder außenliegende Schraubenköpfe entwickelt wurde.

In der gleichen Halle auf Stand 371 zeigt Sieb & Meyer die kompakte Antriebsverstärker-Serie SD2S, die speziell für Werkzeugmaschinen im Hochgeschwindigkeitsbereich entwickelt wurde und deshalb über hohe Drehzahlen und Bearbeitungsgüte bei geringer Motorerwärmung und kompakter Bauweise verfügt. So kann der benötigte Einbauraum im Schaltschrank reduziert werden. Bremswiderstand und Netzteil sind in den Geräten integriert.

Ab sofort bietet das Unternehmen der Antriebselektronik auch ein Gerät für den Leistungsbereich 55 Kilovoltampere an. Sie deckt die in Schleifmaschienen üblicherweise benötigten Leistungsdaten ab.

Produktvielfalt im Bereich Steuerungstechnik

Als Antwort auf das positive Echo der Automobilindustrie bringt Rittal seine Cool Efficiency-Kühlgeräte nun als Großserie auf den Markt. Zur SPS/IPC/Drives stellt der Markführer bereits die gängigen Gerätetypen in den Leistungsklassen von 1000 bis 1500 Watt als Wand- und Dachaufbau-Versionen vor (Halle 5, Stand 111). Im Frühjahr wird das Programm im Kühlleistungsbereich bis 4000 Watt komplettiert.

Die Serie zeichnet der besonders effektive Umgang mit elektrischer Primärenergie aus. Die Energiespar-Kühlgeräte kommen bereits in der Automobilindustrie im Austausch gegen alte Kühlgeräte zum Einsatz. Bürkert vervollständigt sein Geräteprogramm zur dezentralen Automatisierung von Prozessarmaturen (Halle 6, Stand 325).

Der Steuerkopf Typ 8681 ergänzt die Element-Ansteuerungsreihe von Steuerköpfen, digitalen Positionern und Prozessreglern für Membran-, Schrägsitz- und Geradsitzventilen und vervollständigt das Automatisierungsportfolio für Hygieneanwendungen. Im Rahmen dezentraler Automatisierungskonzepte übernimmt der 8681 dort als zentrale Einheit die komplette pneumatische Ansteuerungs-, Rückmelde- und Diagnosefunktion bis hin zur Buskommunikation. Die Anforderungen an Nutzfahrzeuge werden immer komplexer.

Oftmals reichen Näherungsschalter für die Positionsermittlung bei komplexen Bewegungsabläufen nicht mehr aus. Für diesen Fall bietet die Firma Kübler eine Halle weiter (Halle 7A, Stand 128) Drehgeber der magnetischen Baureihe Sendix 3651/3671 mit der e1-Zulassung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Drehgeber mit dieser Zulassung sind nach Unternehmensangaben auf dem Sensormarkt weitgehend einzigartig.

Die Elektronik des Drehgebers ist auf die erhöhten Anforderungen für EMV-Verträglichkeit angepasst und damit geeignet für den Einsatz in mobilen Maschinen. Mit den modularen elektronischen Halbleiterrelais (SSR) der Serie 77 hat Finder eine neue Gerätebaureihe entwickelt, die geräuschlos und verschleißfrei schaltet.

Die Relais mit einem 5-Ampere-/240-Volt-AC-Ausgang sind wahlweise als Nullspannungsschalter ohne störende Impulse oder als Momentanwertschalter für höhere Lasten oder Schalthäufigkeiten erhältlich und werden in Halle 8 auf Stand 120 ausgestellt.

Als elektronische Relais zeichnen sich die Geräte durch eine lange Lebensdauer, geringen Verschleiß, Geräuschfreiheit, eine geringe Steuerleistung sowie eine hohe Temperaturtoleranz von -20 bis 70 Grad Celsius aus. Anwendungen mit verteilten Anlagenteilen oder Maschinen, die es von zentraler Stelle zu überwachen gilt, sind vielfältig.

Mit den neuen GPRS- und UMTS-Routern TK704G/U bietet Welotec (Halle 9, Stand 123) eine praxisgerechte Lösung für das Thema Smart-Grid. Da sichere, manipulationsfreie Datenübertragung bei der Funkkommunikation eine wichtige Rolle spielt, unterstützen die Router zum Aufbau sicherer privater Netzwerke. Eine Firewall und spezielle Authentifizierungsmethoden erhöhen die Kommunikations-sicherheit zusätzlich.

Vier Produktgenerationen

Zur SPS/IPC/Drives präsentiert Weidmüller mit der Produktfamilie ACT20M die vierte Generation von Analogwandlern in sechs Millimeter Baubreite. Im neuen 8-poligen CH20-Gehäuse integriert das Unternehmen eine Vielzahl an Funktionen in ein sechs Millimeter schmales Modul, die ansonsten nur in breiterer Bauform am Markt verfügbar sind.

So wird nach laut Hersteller erstmalig eine Signalvervielfachung mit Sensorversorgung in dieser Baubreite realisierbar. Die weitere Miniaturisierung sorgt für Platz- und damit Kostenersparnis im Schaltschrank und steht in Halle 9, Stand 351. Harting bietet für die Verkabelung von Datennetzwerken in der Industrie zwei Lösungspakete an (Halle 10, Stand 130). Die Profilspezifische Verkabelung basiert auf standardisierten Industrie- und Automatisierungsprotokollen – wozu auch Profinet gehört.

Das zweite Lösungspaket basiert auf der strukturierten Verkabelung nach ISO/IEC 11801 und 24702 (Industriegebäudeverkabelung). Dieses Portfolio ist im Gegensatz zu profilspezifischen Verkabelungen immer achtadrig ausgeführt.

Mit Ha-VIS preLink hat Harting ein Verkabelungssystem entwickelt, das beide Aspekte industrietauglicher Verkabelung vereint und auch für Profinet neue Möglichkeiten eröffnet. So kann mit Ha-VIS preLink bis zum Automation Island strukturiert verkabelt werden, um dann Datendienste direkt an die Automatisierungslösung weiterzugeben.

www.kuebler.com

www.weidmueller.com

www.contrinex.de

www.sieb-meyer.de

www.finder.de

www.wittenstein.de

www.rittal.de

www.buerkert.de

www.welotec.de