Spionage, Bild: Fotolia - Kara

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Was sind die Herausforderungen im Produkt- und Dokumentenschutz?
Herausforderungen gibt es erst einmal für die Unternehmen. Für diese ist es oft schwierig zu verifizieren, wie groß ihre Bedrohung und der daraus resultierende wirtschaftliche Schaden wirklich sind. Wenn Fälschungen im Markt auftauchen, ist es für eine Firma offensichtlich, dass ein Problem vorliegt. Aber gerade auch um Gelder für ein Sicherheitssystem frei zu geben, ist es für Firmen sehr schwierig festzustellen, wie viel Verlust sie wegen den Fälschungen wirklich gemacht haben.  Bei manchen Firmen lässt sich das leichter beziffern und andere tun sich sehr schwer damit.

Haben Sie in den letzten Jahren bei den Kunden eine Veränderung gegenüber dem Produktschutz festgestellt?
In den letzten Jahren verzeichnen wir eine kontinuierliche Steigerung in der technischen Industrie. Den Firmen wird immer bewusster, gerade im Handel mit Asien, dass die Probleme im Markt zunehmen werden. Der Produktschutz ist so eine Sache. Die Firmen kämpfen mit ihren Margen und wollen sie erhöhen. Wenn ich Fälschungen reduziere und dadurch wieder vermehrt mein Originalprodukt verkaufe, habe ich natürlich bei meinen eigenen Produkten einen größeren Absatz.

Wie können Unternehmen ihre Produkte schützen?
Das eine ist der reine Schutz des Produkts. Natürlich muss man für ein Produkt ein Patent anmelden. Wichtig ist auch, wie ich mit meinen Zulieferern arbeite und meine Daten kommuniziere. Wenn ein Unternehmen etwa für die Produktion seine CAD-Modelle rausschickt, sollten sie vorher gesäubert werden. Es gibt mehrere Lösungen, um nicht das ganze Know-how aus den Zeichnungen an seinen Fabrikanten weiter zu geben. Man muss sich als Hersteller bei seinem Lieferanten so absichern, dass bei einem Lieferantenwechsel, nicht der ehemalige Lieferant direkt das Plagiat erzeugen kann. Weil er zuvor das ganze Know-how erhalten hat, das zur Fertigung des ganzen Bauteils nötig ist.

André Siebeneicher von Schreiner ProSecure

André Siebeneicher, Business Development Manager bei Schreiner ProSecure.

Laut einer Studie vom VDMA finden 28 Prozent der Unternehmen technische Schutzmaßnahmen zu teuer. Was sagen Sie dazu?
Das hängt natürlich vom Produkt und vom Einsatzzweck ab. Ich kann natürlich einen Fälschungsschutz generieren, der so teuer ist, dass es unrentabel wird. Aber gerade wenn ich mit einer Kombination wie mit dem BitSecure arbeite, oder ich ein Taggant in ein Typenschild oder Versandetikett integriere, dann habe ich eine ganz andere Preislage, als wenn ich dem Kunden ein individuelles Hologramm erstelle. Allein hier muss er eine sehr große Quadratmeteranzahl an Folie abnehmen.

Wie schätzen Sie die Entwicklung von Produktpiraterie ein?
Ich glaube, dass das Problem immer mehr steigt. Man weiß ja aus Studien, dass die Mafia mit diesen ganzen Fälschungen mehr erwirtschaftet als mit dem Drogenhandel. Also scheint es ein lukratives Geschäft zu sein.

Welche Trends sehen Sie für die Zukunft?
Dadurch, dass immer mehr Firmen mit der Serialisierung beginnen, ist eine Kombination von einfach zu überprüfenden Sicherheitsmerkmalen mit einem Datamatrix-Code eine gute Chance. Denn hier wird erst einmal ein Produkt generiert, das sehr sicher ist, aber was auch preislich auf einer sehr guten Ebene liegt. Ich habe meine Serialisierung und alle Informationen über den Datamatrix und sichere diesen mit einem zusätzlichen digitalen Merkmal ab. Da kriege ich alles, was ich will. Ich kriege meine Serialisierung, ich kriege den Schutz meines Originals und das alles mit einer simplen und einfachen Lösung.

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