Das Modell zeigt, wie das menschliche Ohr von innen aussieht. Foto: ke NEXT/jv

Das Modell zeigt, wie das menschliche Ohr von innen aussieht. Foto: ke NEXT/jv

Ruhe ist ein ziemlich seltenes Gut geworden in einer Zeit, in der es als schick gilt, sich als rund um die Uhr erreichbar und leistungsfähig zu präsentieren. Auch Konstrukteure oder Ingenieure, die im Großraumbüro arbeiten müssen, haben oft einfach Pech gehabt: Der Kollege zur rechten telefoniert mit einem Kunden, der Kollege zur linken benötigt Hilfe bei einer Application Note, andere halten einen Plausch und dazwischen soll man hoch konzentriert der eigenen Arbeit nachgehen – und das bitte zügig, denn es gibt viel zu tun. Wer sich beschwert und sein Recht auf ruhiges Arbeiten einfordert, wird gerne als Sensibelchen belächelt und nicht ernst genommen. Dass die als empfindlich titulierten Kollegen recht haben, bestätigt jedoch eine Publikation aus der Reihe „Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). „Bei der konzentrierten Arbeit am Bildschirm ist grundsätzlich jede Geräuscheinwirkung, die nicht von der betrachteten Person selbst verursacht wird, als störend zu betrachten.“, schreibt W. Probst in „Forschungsergebnisse für die Praxis, Bildschirmarbeit – Lärmminderung in Mehrpersonenbüros“, die auf der Homepage der BAuA zum Download angeboten wird.

Jedes Geräusch stört die Konzentration

Doch in Großraumbüros lassen sich die Geräusche anderer schlecht vermeiden. „Bei derartigen Bürolandschaften ist es unbedingt erforderlich, die schalltechnischen Aspekte bei der Planung zu berücksichtigen, wenn die Arbeit an den Bildschirmarbeitsplätzen aufgrund der ständigen Ablenkung nicht zu Frust und Misserfolg führen soll“, heißt es deshalb in der Publikation. Als einen optimalen Pegelbereich am Arbeitsplatz gibt sie entsprechend einen Wert bis 30 dB(A) an, ein Pegelbereich über 30 dB(A) bis 40 dB(A) gilt danach als sehr gut, und Werte über 40 dB(A) bis 45 dB(A) stellen einen guten Pegelbereich dar. Doch die optimalen Werte herrschen laut der Publikation nur in Einzelbüros ohne wesentliche Fremdeinwirkungsquellen. „Im Mehrpersonenbüro wie auch im Großraumbüro werden je nach Ausstattung und Arbeitsplatzanordnung bestenfalls die Pegelbereiche 40 dB(A) bis 45 dB(A) beziehungsweise 45 dB(A) bis 50 dB(A) erreicht.“ Lärmschutz im Großraumbüro ist eben noch noch nicht die gängige Praxis.

Otoplastik

So sieht eine fertige Otoplastik aus, wie sie vom Hörakustikmeister angeboten wird. Dazu nimmt er einen Abdruck vom Ohr und fertigt sie kundenspezifisch an. Die Farbe darf man sich aussuchen, das Band beugt dem Verlust vor. Foto: ke NEXT/jv