Annette Blumenschein, Bild: Dr. Helmut Rüb, HR-Fotografie
Annette Blumenschein trainiert seit 1995 kreative Kompetenzen. Bild: Dr. Helmut Rüb, HR-Fotografie
  • Überprüfen Sie Ihre Einstellung zum Phänomen Stress. Sind auch Sie schon einmal der Gedankenfalle unterlegen „Stress ist ein Indikator für den Erfolg und die Wichtigkeit einer Person?“
  • Finden Sie Ihre individuellen Stressquellen heraus. Welche davon liegen in Ihnen selbst begründet, kommen also von innen? Bei diesen können auch nur Sie selbst Verbesserungen initiieren.
  • Welche Stressquellen werden von außen, zum Beispiel durch gesellschaftliche, betriebliche, familiäre Rahmenbedingungen, verursacht? Bei diesen Stressquellen können Sie mit den jeweiligen Verursachern verhandeln.
  • Lernen Sie Ihr Belastbarkeitsmaß kennen. Sorgen Sie für Entspannung und Ausgleich. Machen Sie gezielt und bewusst Pausen. Wer grenzenlos erschöpft ist, kann nicht schöpferisch denken und wirken! Kreativität benötigt Freiräume, um sich vollständig entfalten zu können, dies schließt Hektik weitestgehend aus. Wer nie Zeit hat, sich in Ruhe zurückzuziehen, findet auch niemals Zeit zum Nachdenken und hat den Kopf nicht frei, an neuen Ideen zu arbeiten.
  • Pausen sind eine Kraftquelle. Und Kurzpausen, auch „Power-Napping“ genannt, erfreuen sich zunehmender Akzeptanz - auch im Businessumfeld. Selbst eine einminütige Pause kann aktivieren, wenn Sie sie mit einer sinneserfrischenden Achtsamkeitsübung unterstützen: schließen Sie die Augen, atmen Sie tief durch, spüren Sie bewusst, wie sie sitzen. Gehen Sie gedanklich einmal Ihren Körper von Kopf bis Fuß oder umgekehrt durch. Erneut tief durchatmen, Augen öffnen - es kann weiter gehen, und die investierte Zeit beträgt nur 60 Sekunden.
  • Eine weitere wirkungsvolle Übung ist „Sloooow Motion“, dabei nimmt man sich eine routinegemässe Bewegung vor und macht diese in Zeitlupengeschwindigkeit, indem man sie extrem langsam ausführt. Beispiele sind Greifen nach einem Stift, Platznehmen auf einem Stuhl, Kauen eines Bissens, Gähnen. Diese „Entschleunigung“ wirkt wie eine Notbremse für den Disstress.
  • Gönnen Sie es sich, ab und zu auch einmal gar nichts zu tun, den Müßiggang zu pflegen, sich einer Langeweile hinzugeben. Denn wortwörtlich ist damit gemeint: zu verweilen und die Zeit als gedehnt und entschleunigt wahrzunehmen, im Moment zu versinken, ganz und gar und nur in diesem Augenblick, so wie wir es von Kindern lernen können, die hingebungsvoll die Zeit vergessen können. Erwiesenermaßen ist das Gehirn genau in diesem Zustand der Nichtaktivität des Menschen, also wenn er nichts tut, höchst schöpferisch und keinesfalls inaktiv. Damit tragen Muße und Besinnung erheblich zur schöpferischen Kraft bei.
  • Eine belebende, den Geist klärende Wirkung kann man auch mit Übungen des Sichversenkens erzielen. Zahlreiche Untersuchungen aus der Hirnforschung belegen, dass dabei ein sogenannter Alphawellenzustand im Gehirn entsteht, der es dem Menschen ermöglicht, besonders kreativ zu sein. Immer wieder berichten Menschen, wie und wo sie auf Ideen kommen. Die wenigsten sagen „direkt am Arbeitsplatz, in gewohnter Umgebung, mitten im dichten Arbeitsalltag, in einem Strategiemeeting.“ Hingegen wird geäußert: „beim Radfahren“, „in der Natur“, „ beim Spazierengehen“, „auf dem Motorrad“, „beim Joggen“, „beim Gemüse schneiden in der Küche“, etc. Alle diese Angaben haben eines gemeinsam: Ideen als Eingebungen entstehen meistens dann, wenn man nicht angestrengt und unter Stress und Zeitdruck nachdenkt, sondern wenn das Gehirn loslassen darf, an inspirierenden Orten, mit Abstand zur gewohnten Umgebung, im sogenannten Müßiggang, der gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit noch vielfach verpönt wird. Wenn der Verstand durch niederschwellig die Konzentration erfordernde Aktivitäten beschäftigt ist, lässt sich Intuition ganz von alleine freisetzen.

Buchempfehlung

Das Buch erscheint Mitte August. Bild: Springer Gabler Verlag

Noch mehr über Kreativitätsvampire können Sie nachlesen im Fachbuch „Ideen managen - eine verlässliche Navigation im Kreativprozess“ von Annette Blumenschein und Ingrid Ute Ehlers, Springer Gabler Verlag Wiesbaden 2015. Das Buch erscheint Mitte August.

Die Rezension zum Buch lesen Sie in der Oktober-Ausgabe der ke NEXT.

Über die Autorinnen

  • Annette Blumenschein ist als Management-Beraterin und Trainerin für Kreativ-Kompetenz, Innovation und Führung deutschlandweit tätig. Als Moderatorin ist sie auch aktiv tätig für das Netzwerk „Querdenker International".
  • Ingrid Ute Ehlers ist Management-Beraterin mit internationaler Projekterfahrung. Als Trainerin und Moderatorin ist sie tätig in der Vermittlung von Kreativ-Kompetenz, im Projektmanagement und in Veränderungsprozessen.