Aber wie lassen sich Innovationen von morgen und übermorgen sichern, wie kann man Entwicklungswege verkürzen? Auch mittelständische Unternehmen kommen heute am Thema Corporate Venture Capital kaum noch vorbei, um sich über Unternehmensbeteiligungen das Know-how und die Innovationskraft von Start-ups zunutze zu machen. Nur was bedeutet es, wenn aus einem klassischen Mittelständler ein Venture Capitalist wird, welche internen Voraussetzungen sind zu erfüllen, welche Risiken kauft sich das Unternehmen womöglich gleich mit ein? „Beim Einbinden junger Unternehmen in klassische Unternehmensstrukturen kann eine ganze Menge falsch gemacht werden“, unterstreicht Nicolas Gabrysch von Osborne Clarke: „Es treffen unterschiedliche Kulturen, verschiedene Hierarchien und auch ganz unterschiedliche Erwartungen und Interessenslagen aufeinander – ohne transparente Kommunikation und den gemeinsamen Wunsch dies in Einklang miteinander zu bringen geht es nicht.“

Von Start-ups langfristig profitieren

In Start-ups investieren und diese Beteiligung bereits nach möglichst wenigen Jahren mit attraktiver Rendite wieder veräußern: Dieses Ziel von Finanzinvestoren teilen Corporates eher nicht, weiß der Experte. Mittelständler verfolgen meist eine mittel- und langfristige Perspektive. „Sie wollen sich günstig in neue Technologien einkaufen und davon dauerhaft profitieren.“ Wichtige Aspekte wollen im Vorfeld einer Beteiligung offen diskutiert und vertraglich geregelt werden. Dazu gehören etwa auch die Compliance-Anforderungen, die der Investor auf das junge Unternehmen übertragen sehen möchte. Eine grundsätzliche Empfehlung spricht Gabrysch dabei aus: In jedem Fall sollten sich Unternehmen für das Venture-Capital-Thema öffnen und alle Möglichkeiten zumindest prüfen. „Ideal ist es natürlich, möglichst frühzeitig über zum Beispiel ein Inkubations- und, oder Accelatorenprogramm zu investieren oder zu partizipieren und Ideen analysieren zu können, um dann den Anteil sukzessiv über Corporate Venture Capital auszubauen. So investiert der Mittelständler von Anfang an und kann auf das Start-up auch frühzeitig in relevanten Bereichen coachen."

Flexibilität ist gefragt – kein blinder Aktionismus

Das Tempo der Märkte führt dazu, dass kaum ein Unternehmen am Veränderungsprozess vorbeikommt. „Ich würde allerdings vor blindwütigem Aktionismus warnen“, unterstreicht Julia Buchroth (GE): „Man sollte immer sehr genau schauen, was zum Unternehmen und seiner über die Jahre entwickelten Kultur passt.“ Entscheidend sei aus ihrer Sicht eines: „Das allerwichtigste Wort für die Organisation der Zukunft lautet Flexibilität – in jeder Hinsicht. Nur so werden Unternehmen in der Lage sein, auch in der digitalisierten Welt den sich verändernden Anforderungen von Märkten, Kunden, aber auch Mitarbeitern und Bewerbern gerecht zu werden.“

Mehr Informationen zur VDI-Fachtagung

Welche Herausforderungen kommen auf Unternehmen in den kommenden Jahren zu, wie können sie disruptive Veränderungen meistern und ein neues Niveau an Agilität erreichen? Antworten und vielfältige Praxiseindrücke gibt die VDI-Fachtagung „Innovationsmanagement in der Praxis“.

Termin und Ort: 4. und 5. Juli 2017, München

Der Tagung geht ein VDI-Spezialtag „Disruptive Innovationen“ voraus, am 6. Juli schließt sich ein VDI-Spezialtag „Kundenorientierte Innovation“ an. Ausführliche Informationen gibt es unter www.vdi-wissensforum.de/innovation

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