Führung 4.0: Vom Vorgesetzten zum Coach 1

Generation Y, Industrie 4.0 und Internet der Dinge sind nur einige der Schlagworte, die für einen globalen und umfassenden Umdenkprozess stehen: Die Unternehmen stellen sich auf eine Welt ein, die im permanenten Wandel ist, in der jedes Produkt, jeder Akteur permanent beurteilt wird und in der maximale Geschwindigkeit bei 100 Prozent Qualität zum alles entscheidenden Kriterium wird. In der Zukunft wird es die wichtigste Aufgabe der Mitarbeiter sein, sich selbst zu organisieren, sich das Wissen zur Erledigung einer Aufgabe selbst zu verschaffen und durch Kreativität und Vernetzung mit anderen Experten Lösungen für Probleme zu finden, die derzeit noch gar nicht absehbar sind. Die Aufgabe der Führungskräfte wird es sein, die Mitarbeiter beim Schaffen dieser Kompetenzen und Netzwerkstrukturen zu unterstützen und zu beraten. Sie werden den Fokus darauf legen, die Mitarbeiter nach ihren jeweiligen Fähigkeiten auszubilden und einzusetzen. Dabei werden sie weniger die Rolle des Anweisers haben als vielmehr die Aufgabe als Coach und Mentor.

Für Unternehmen ist es wichtig, ein offenes Umfeld zu schaffen, in dem alle Mitarbeiter sich über ihre Bedürfnisse, Erwartungen und Herausforderungen offen austauschen können, in dem sie sich als Team erleben können und in dem der Zusammenhalt gezielt gefördert wird. Nur in einem solchen Umfeld können Mitarbeiter ihre volle Motivation entwickeln. Das Schaffen und Aufrechterhalten dieses Umfelds ist künftig die bedeutsamste Aufgabe aller Führungskräfte eines Unternehmens, und die wird so aussehen:

1. Führung als Service für die Mitarbeiter

Die Führungskräfte von gestern verlassen sich derzeit zu oft auf ein Ruhekissen, das ihnen Kraft der Position zugeschoben wird. Sie glauben, der eigene Job sei der wichtigste. Oft sind sie von der eigenen Person und ihrer vermeintlichen Fachkenntnis so überzeugt, dass sie die Meinung und Ideen ihrer Mitarbeiter totreden, bevor diese sich Gehör verschaffen können. Die Führungskräfte von morgen sehen sich als Dienstleister. Sie fördern die Kompetenz der Mitarbeiter und denken darüber nach, wie diese ihre Arbeit noch besser machen können. Sie fordern ihre Mitarbeiter auf, Ideen zu entwickeln und sorgen für Lob und Anerkennung.

2. Mit-Arbeit der Mitarbeiter

Führungskräfte glauben oft, dass nur sie selbst Einfluss auf die Prozesse im Unternehmen haben sollten. Die Mitarbeiter werden nicht gefragt, und ihre Erfahrungen bleibt so bei vielen Innovationen außen vor. Führungskräfte von morgen schaffen einen Kreislauf aus Forderung und Förderung. Sie binden ihre Mitarbeiter frühzeitig in die Entscheidungskette mit ein. So können eventuelle Produktionsfehler oft schon im Vorfeld vermieden und effektivere Produktionsprozesse geschaffen werden.