Achtung Kurve - die Wirtschaft unterliegt Schwankungen. Antifragile Unternehmen können damit gut umgehen. Bild: Pixabay

Achtung Kurve - die Wirtschaft unterliegt Schwankungen. Antifragile Unternehmen können damit gut umgehen. Bild: Pixabay

Die Maxime von Eli Goldratt – sag niemals „Ich weiß“ – ist die beste Grundeinstellung für die unvorhersehbare Welt, wie sie auch Nassim Nicholas Taleb, Buchautor („Antifragilität: Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen“), Finanzmathematiker und Forscher in den Bereichen Risiko und Zufall darstellt. Einer der größten Fehler vieler Manager, Ökonomen, Politikwissenschaftler oder Statistiker ist es, immer wieder – wider besseren Wissens – davon auszugehen, dass sie valide Prognosen machen und auf diesen basierend Entscheidungen treffen können. Taleb nennt diese Menschen Fragilista. Sie verursachen Fragilität durch ihre Überzeugung, die Welt zu verstehen und vorhersagen zu können.  

Aus Schwankungen Nutzen ziehen

Aus seiner Berufserfahrung als Derivatehändler weiß Nassim Taleb, dass Volatilität und Schwankungen mehr Vor- als Nachteile haben. Systeme und Menschen, die aus unvorhergesehenen Situationen Nutzen ziehen können, bezeichnet Taleb als antifragil. Um zu verdeutlichen, was Antifragilität ist, liefert Taleb zunächst eine Definition für Fragilität: „Eines Tages betrachtete ich meine Kaffeetasse. Wie die Kaffeetasse mag Fragilität keine Zufälle, Schwankungen und Erschütterungen.“ Sie möchte Frieden und Ruhe.

Wir Menschen setzen Fragilität oft mit Zerbrechlichkeit gleich. Antifragilität ist das genaue Gegenteil. Fragil ist ein System, das eher Nachteile als Vorteile aus zufälligen Schocks zieht. Antifragile Systeme oder Individuen profitieren von Volatilität und haben zwangsläufig mehr Vorteile als Nachteile durch zufällige Erschütterungen. Antifragilität ist nach Talebs Definition auch etwas anderes als die Belastbarkeit oder Robustheit von Systemen. Belastbare Systeme verhalten sich lediglich neutral bei Erschütterungen, während antifragile Systeme aufblühen, wenn es Verwerfungen gibt.

Es kommt also darauf an, aus Erfahrungen – Erfolgen wie Misserfolgen oder Beinahe-Unfällen – zu lernen, um sich stets verbessern zu können. Diese Einstellung zeichnet auch ein antifragiles Unternehmen aus: In einem sich ständig verändernden Umfeld ist es wichtig, auf Entwicklungen schnell zu reagieren und sich entsprechend neu zu positionieren.