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Ist Multitasking dafür das richtige Mittel? Ist Multitasking überhaupt möglich? Um diesen Fragen nachzugehen, lohnt es sich, den Begriff Multitasking genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Ursprung des Begriffs liegt in der Informatik. Dort beschreibt er die Fähigkeit eines Betriebssystems, mehrere Aufgaben (engl. multi tasks) parallel auszuführen. In Wirklichkeit werden aber die Aufgaben nicht gleichzeitig erledigt, sondern rasch abwechselnd, also hintereinander, seriell. Das wird auch Mehrprozessbetrieb genannt.

Multitasking – ein Mythos?

Multitasking im Alltag bedeutet, dass ein Mensch zwei oder mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigt. Doch bis heute ist die Frage nicht endgültig geklärt, ob das Gehirn überhaupt in der Lage ist, mehrere Aufgaben gleichzeitig auszuführen. Forscher gehen derzeit davon aus, dass es verschiedene Ressourcen gibt, die tatsächlich simultan arbeiten können, z. B. ein sensorischer und ein motorischer oder kognitiver Prozess, nicht aber zwei gleiche Prozesse zur selben Zeit.

Gleichzeitig vs. hintereinander

Zu dieser Vermutung passt auch, dass es möglich ist, anspruchsvollere Aufgaben mit hochgradig automatisierten Tätigkeiten zu verbinden. Versucht man hingegen, zwei komplexere Aufgaben vermeintlich gleichzeitig zu lösen, hat dies zur Folge, dass zumindest eine Arbeit weniger Aufmerksamkeit erhält. Kein Wunder, dass die Fehlerquote hierbei stark steigt. Außerdem benötigt das Hin- und Herwechseln zwischen den Aufgaben auch immer etwas Zeit. Dieses serielle Multitasking ist also alles andere als effizient und deshalb ökonomisch auch nicht sinnvoll.

Stressfaktor Multitasking

Nicht zu unterschätzen ist auch, dass für viele Menschen Multitasking – simultan wie seriell – Stress bedeutet und die Gesundheit gefährdet. Laut Stressreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zählt das Multitasking-Arbeiten immer noch zu den Spitzenreitern der Belastungen für Beschäftigte. Es gibt jedoch auch Menschen, die gerne mehrere Aufgaben gleichzeitig in Angriff nehmen. Das wird als Polychronizität beschrieben. Diese Menschen bewältigen Multitaskingaufgaben zwar nicht schneller oder besser als andere, aber sie sind zufriedener mit dieser Arbeitsweise.

Fazit

Multitasking ist nur in sehr begrenztem Maße sinnvoll. Wesentlich vielversprechender ist es, sich mit den Themen Zeitmanagement und Selbstorganisation zu befassen. Eine gute Übersicht bietet dieser Blogartikel mit Tipps für Selbstorganisation und Zeitmanagement. Als Faustregel kann man sich merken: Je komplexer, diffiziler und sicherheitsrelevanter eine Aufgabe ist, umso sinnvoller ist es, ihr die ganze Aufmerksamkeit zu schenken.