Laminare Strömung, Bild: M. Braun
Lochbleche in Decke und Boden erzeugen eine laminare Strömung von oben nach unten, die die Anzahl der Staubpartikel im System weiter reduziert- Bild: M. Braun

Die Creo-Arbeitsplätze sind mit dem AAX-Modul ausgestattet, das unter anderem die Navigation in großen Baugruppen beschleunigt und eine vereinfachte Darstellung von Bauteilen ermöglicht. Dies nutzen die Anwender unter anderem bei Lochblechen in den Böden und Decken der Gloveboxes.

Mit Hilfe dieser Lochbleche wird eine laminare Strömung von oben nach unten erzeugt, die letzte Partikel nach unten und damit aus dem Arbeitsbereich herausdrückt. „Viele Funktionen, die früher in AAX zu finden waren, sind inzwischen in den Lieferumfang des Grundsystems übergegangen, aber wir benötigen AAX nach wie vor für bestimmte Funktionen“, fügt Ehrhard an.

Die Mensch/Maschine-Modellierungslösung Manikin, mit der sich Menschenfiguren in Creo-Modelle integrieren lassen, wird für Ergonomieuntersuchungen eingesetzt, wie Ehrhard weiter erläutert: „Das Manikin-Modell lässt sich frei bewegen, bildet dabei aber die Freiheitsgrade der menschlichen Gelenke nach, zum Beispiel des Ellbogens, der sich nur in eine Richtung beugen lässt. So können wir genau prüfen, ob der Bediener einer Glovebox mit den Händen in den Gummihandschuhen alle Bereiche des Innenraums so erreicht, dass er seine Tätigkeit bequem verrichten kann.“ Festigkeitssimulationen, beispielsweise für die Tragfähigkeitsberechnung größerer Boxen und Maschineneinhausungen, werden mit PTC Creo Simulate durchgeführt.

Creo-Modell, Bild: M. Braun
Mit Hilfe der Creo-Modelle lässt sich prüfen, ob der Bediener alle wichtigen Bereiche der Glovebox problemlos erreicht. Bild: M. Braun

Wichtiger Bestandteil der Entwicklungsumgebung bei M. Braun sind die Startup Tools von Inneo. Neben dem integrierten Parametermanager ist die Verwaltung der Positionsnummern sehr wichtig für die Arbeitsabläufe bei M. Braun, wie Ehrhard sagt: „Unsere Anlagen werden unter anderem im Nuklear- und im Pharmabereich genutzt. In beiden Bereichen ist es sehr wichtig, dass Stücklisten in der einmal festgelegten Form bleiben und sich nicht automatisch umsortieren. Zudem dürfen einmal vergebene Positionsnummern nicht neu vergeben werden, auch wenn das ursprüngliche Teil weggefallen ist. Die Startup Tools stellen beides sicher.“

Bibliotheken für Norm- und Zukaufteile

Zu den weiteren Komponenten der Startup Tools bei M. Braun zählen Bibliotheken für Norm- und Zukaufteile. Zudem werden in der Datenbank Standard-Konstruktionselemente als Makros, sogenannte UDFs, hinterlegt, beispielsweise Einnietmuttern, die sich über ein Menü definieren lassen. Eine Datenbank für Attribute und Benennungen ermöglicht das Übersetzen von Zeichnungen auf Knopfdruck, die Startup Tools tauschen die deutsche Bezeichnung dabei einfach gegen die entsprechenden englischen Pendants aus. „Das ist im Augenblick noch eine Baustelle“, wirft Ehrhard ein, „aber es wird uns in Zukunft viel Zeit sparen.“

„Wir arbeiteten anfangs ohne Startup Tools, da wir damals ja direkt vom CAD-Systemhersteller betreut wurden“, sagt Ehrhard. „deshalb können wir gut beurteilen, wie groß der Mehrwert ist, den uns Positionsnummernverwaltung, Parametermanager, Bibliotheken und die wesentlich einfachere Systemkonfiguration bringen.“

Für die Ausgabe der Zeichensätze für das Projektmanagement nutzen Ehrhard und seine Kollegen iPrint. Vor der Implementierung dieses Tools wurden nach der Freigabe drei Zeichnungssätze erstellt, je einer für Konstruktion, Projektmanagement und Montage. Heute beschränkt sich die Druckausgabe auf einen Satz, der zur Bestellung der Bauteile an Lieferanten weitergereicht wird.

Die Montageabteilung – eine eigene Fertigung besitzt M. Braun nicht – nutzt inzwischen den 3D-Modellviewer PTC Creo View, um den Zusammenbau der Anlagen zu visualisieren. Der Zeichnungssatz der Konstruktion konnte eingespart werden, da die Daten in PTC Windchill jederzeit zur Verfügung stehen. Auch für die Ausgabe von Daten im PDF, DXF- oder STEP-Format ist iPrint zuständig.

Ehrhard weiter: „Der Umstieg von PTC Windchill PDMLink 9.1 auf Windchill 10.2 hat sich sehr gelohnt. Viele Dinge gehen einfacher, die mit der rechten Maustaste erreichbaren Befehle erleichtern das Arbeiten. Der Bildschirmaufbau, beispielsweise beim Scrollen, ist spürbar schneller geworden. Schließlich ist die indexierte Suche sehr schnell – zumindest wenn man die Attribute im Griff hat, und das wiederum ist eine Frage der Konstruktionsrichtlinien.“

Fertigungsanlage, Bild: M. Braun
Auch größere, automatisierte Fertigungsanlagen kapselt M. Braun unter einer Inertgashülle. Bild: M. Braun

„Wenn wir Creo oder Windchill aktualisieren, nutzen wie gerne die von Inneo angebotenen Schulungen“, sagt Ehrhard. „Dazu lassen wir auf unsere Arbeitsweise angepasste Workshops entwickeln und von Inneo durchführen. Das ist eine sehr effiziente Art und Weise, die Anwender auf den neuesten Stand zu bringen.“

Auch mit der Hotline ist der Fachgruppenleiter zufrieden: „Man gibt sich bei Inneo viel Mühe, alle Probleme zu lösen. Oft kommt einige Tage nach einem Hotlinekontakt ein Rückruf, bei dem der Inneo-Mitarbeiter nachfragt, ob das Problem tatsächlich gelöst ist. Das schätze ich sehr.“