Hotspots, Bild: Cadenas

Cadenas bietet Software für elektronische CAD-Produktkataloge sowie für strategisches Teilemanagement und Teilereduzierung. Neben den CAD-Daten sind in manchen Fällen auch Zusatzinformationen wie Videos oder Weblinks zu den Produkten in sogenannten Hotspots hinterlegt. Bild: Cadenas

Manche nennen den Maschinenbau eher konservativ. Wie weit haben sich digitale Produktkataloge ihrer Erfahrung nach hier bereits etabliert?

Wenn man sieht, wie weit 3D-CAD und PLM mittlerweile in den Unternehmen Einzug gehalten hat, dann ist der Maschinenbau in Deutschland schon sehr weit digital transformiert. Ich würde sagen, dass heute 90 Prozent der Ingenieure mit solchen Lösungen, wie wir sie anbieten, arbeiten.

Was bieten Sie genau an?

Cadenas hat sich zum Ziel gemacht, die Hersteller von Komponenten, sei es für Maschinenbau, Elektrotechnik, Elektronik oder Architektur, mit den Abnehmern dieser Komponenten in der Industrie zusammenzubringen. Dabei gibt es prinzipiell zwei große Felder. In dem einen Feld stellen wir Lösungen zur Verfügung, mit denen Hersteller von Komponenten ihren Produktkatalog schöner, besser, intelligenter und flexibler aufbauen können. Dadurch können sie ihre Produkte besser vermarkten. Die andere Seite sind die Abnehmer in der Industrie, die diese Kataloge benutzen. Die benötigen sehr detaillierte Informationen und müssen sie auch mit ihrer Warenwirtschaft, mit ihren Engineeringsystemen koppeln. Dazu haben wir ein System geschaffen, das wir strategisches Teilemanagement nennen. Da geht es nicht darum, möglichst viele Hersteller und viele Teile zu verwenden, sondern die richtigen Teile zu finden, die Teile wiederzufinden und in mehreren Konstruktionen zu verwenden, sie also immer wieder zu verwenden.

Jürgen Heimbach, Bild: Cadenas
„Wir adressieren weltweit circa 14 bis 15 Millionen Ingenieure, das ist natürlich ein ganz neuer Weg der Verbreitung“, erklärt Jürgen Heimbach, Cadenas

Wer arbeitet mit diesem System? Die Konstruktionsabteilungen oder der Einkauf?

Prinzipiell arbeiten beide Gruppen mit unserem System. Die erste Auswahl treffen in der Regel die Ingenieure. Früher haben sie das mit gedruckten Katalogen gemacht, später mit installierten Systemen auf Basis von CD-ROMs oder DVDs. Heute geht das natürlich mehr und mehr über Onlineplattformen, auch weil sich die Daten ständig verändern. Wir haben einmal analysiert, dass 87 Prozent der Komponenten, welche gekauft werden, durch einen Ingenieur beeinflusst sind. Meistens werden sie eben gleich in ein CAD-System eingefügt, vom CAD-System kommen sie in das Product-Lifecycling-Management-System und am Ende des Tages kommt die Stückliste in das ERP-System. Der Einkäufer kann die grundsätzliche Auswahl meist nur noch bedingt beeinflussen.

Bis jetzt ist das nur eine digitale Version des gedruckten Produktkatalogs. Wo kommt denn nun Industrie 4.0 ins Spiel?

Uns geht es nicht nur um die 3D-Geometrie wie bei vielen anderen Plattformen, sondern bei uns geht es darum, intelligente Engineering-3D-Daten zur Verfügung zu stellen. Zum einen kann der Konstrukteur die 3D-CAD-Daten in allen erdenklichen nativen Formaten herunterladen und direkt in seinem System verwenden. Die bei uns zu den Komponenten hinterlegten Daten sind aber umfangreicher.

Es sind zum Beispiel Kennzahlen hinterlegt, welchen Hub ein Greifer hat, welche Geschwindigkeit ein Antrieb oder welche Daten ein Sensor liefert. Wenn man diese Daten, diese Objekte in Tools wie dem Mechatronics Concept Designer von Siemens oder PTC Thingworx verwendet, lassen sich dort digital ganze Teilsysteme und Maschinen entwerfen und vorab virtuell testen, in denen die Komponenten miteinander kommunizieren respektive korrekt interagieren. Die bei uns hinterlegten Produkte selber bringen schon eine Intelligenz und viele Kennzahlen und Informationen mit sich. Das ist Industrie 4.0, zumindest ein Aspekt davon.

Was würden Sie sagen, ist Ihr größter Vorteil?

Unsere Reichweite am Markt. Wir adressieren weltweit circa 14 bis 15 Millionen Ingenieure, das ist natürlich ein ganz neuer Weg der Verbreitung. Wir integrieren uns nahtlos vom CAD ins PLM, vom PLM ins ERP. Und wir sind innovativ. Unsere neueste Innovation sind sogenannte Hotspots, über die zusätzlich zu den Engineering-Informationen noch Videos, Weblinks oder Appdokumente direkt an eine Komponente angehängt werden.

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Umfangreiche Teilerecherche

Cadenas ist nicht nur digitaler Katalogdienstleister für Komponentenhersteller, die Firma betreibt auch eine Online-Datenbank, auf der Millionen 3D- und 2D-CAD-Modelle von Kauf- und Normteilen für SolidWorks, Solid Edge, Autodesk Inventor, Catia, NX, Creo und mehr zum kostenlosen Download angeboten werden. www.partcommunity.com