Micor Data Center Prototyp, Bild: IBM
Im Micro-Data-Center-Konzept werden über 100 Smartphone-große Mikroserver zu einem Rechenzentrum in PC-Größe zusammengefasst. Bild: IBM

IBM Research – Zürich arbeitet gegenwärtig mit Astron, dem niederländischen Institut für Radioastronomie, am weltweit ersten Heißwasser-gekühlten 64-Bit Mikro-Rechenzentrum. Beim so genannten Micro-Data-Center-Konzept werden über 100 Smartphone-große Mikroserver zu einem Rechenzentrum in PC-Größe zusammengefasst.

Die Entwicklung wurde zunächst als Teil einer IT-Roadmap für das Square Kilometre Array (SKA) Projekt vorangetrieben. Das von einem internationalen Konsortium geplante SKA-Teleskop wird bereits nach der Fertigstellung der ersten Konstruktionsphase Mitte der 2020er Jahre das weltweit größte und empfindlichste Radioteleskop sein und aus tausenden Antennen in Südafrika und Australien bestehen.

Diese werden pro Tag rund 14 Exabyte an Signalen aus dem All empfangen, von denen etwa ein Petabyte gespeichert werden wird. Um diese riesige Datenmenge zu verarbeiten, bedarf es Hochleistungssystemen und Übertragungsnetzen mit einer Kapazität, die weit über die aktuellen State-of-the-art-Lösungen hinausgehen. Man spricht hier von so genannten Exascale-Systemen, die in der Lage sind, das 100-fache an Daten zu verarbeiten als die derzeit schnellsten Rechner.

Neue Möglichkeiten für das Internet der Dinge

Die neue Microserver-Technologie bietet dank ihrer minimalen Größe und ihrem geringen Energieverbrauch aber auch vollkommen neue Möglichkeiten für das Internet of Things (IoT), für Industrie 4.0 und damit auch für Edge Computing.

Mittlerweile ist der Microserver lizenzierbar und wird in kleiner Stückzahl vom niederländischen Unternehmen Variass hergestellt werden. Außerdem werden zurzeit Prototypen in Projekten des Innovationsclusters Philips Drachten, der “Sensor City” Assen, der technischen Universität Eindhoven und an der Universität Oxford getestet.

Philips Drachten erprobt den Einsatz von Mikroservern in der smarten Fabrik der Zukunft; die „Sensor City” Assen testet den Einsatz der Mini-Hochleistungsrechner überall dort, wo gewöhnliche Server für eine schnelle Datenverarbeitung vor Ort zu groß sind, etwa Emissionen oder Verkehr.

Rechenzentren schneller und grüner machen

Eindhoven hat das Ziel, mit der neuen Technologie die Rechenzentren schneller und „grüner“ zu machen. Die Universität Oxford untersucht unter anderem, wie der Microserver im Bereich der rechnergestützten Musikwissenschaften in Musikinstrumenten oder in Live-Darbietungen eingesetzt werden kann, um Informationen, zum Beispiel von Konzerten, zu sammeln und zu verarbeiten.

Diese neue Generation Heißwasser-gekühlter Mikro-Rechenzentren wird der Entwicklung von Edge Computing und Edge Analytics einen neuen, starken Schub geben. hei

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