Schneidesystem 132 - Bild: Baumann

Das Schneidesystem 132 zeigt, wie komplex die Anlagen von Baumann Maschinenbau Solms sein können. Bild: Baumann

Konstruktionsleiter Sebastian Bartels - Bild: Baumann
Konstruktionsleiter Sebastian Bartels an seinem Arbeitsplatz in Solms. An den 25 PDM-Arbeitsplätzen im Unter- nehmen sind die Daten, Zeichungen und Modelle jederzeit verfügbar. Bild: Baumann

PDM kann man als einfache Datenbank in der Konstruktion einsetzen, für die Verwaltung von Modellen, Zeichnungen und Zusatzdokumenten. Oder man denkt es als umfassendes Datenverwaltungssystem für ein ganzes Unternehmen, sozusagen als PLM-System. Genau auf diesem anspruchsvollen Weg befindet sich das Unternehmen Baumann Maschinenbau Solms, das der Unternehmensgruppe Baumann angehört, einem der größten Vertriebsunternehmen für grafische Maschinen, Systeme und Verbrauchsmaterialien in Deutschland. Baumann Maschinenbau befasst sich im Wesentlichen mit den Prozessen nach dem Druck und deren Automatisierung. Aber es gibt auch Ausnahmen: Stapelwender werden zum Beispiel auch vor dem Druck eingesetzt.

Ständiger Automatisierungsdruck

Maschinenbau Solms mit Solidworks - Bild: Baumann
Die Baugruppe haben die Mitarbeiter von Baumann Maschinenbau Solms mit Solidworks entworfen. Bild: Baumann

„Heute sind wir so weit, dass wir als einziger Hersteller alle Automatisierungsbausteine liefern können“, sagt der Geschäftsführer Volkmar Assmann. Kunden sind Druckereien, Papierfabriken, Papier-Weiterverarbeiter, aber auch manche Folienhersteller, Schaumstoffhersteller und Druckplatten-Produzenten stehen auf der Kundenliste. Darüber hinaus ist das Unternehmen seit einiger Zeit auch bei Verpackungsmaschinen eingestiegen. Geliefert wird grundsätzlich weltweit, „aber mit einem deutlichen Schwerpunkt Deutschland und Europa“, wie Assmann ausführt. Jeder Kunde hat andere Anforderungsprofile, jede Anlage ist somit ein Unikat. Daneben ist das Klientel noch besonders preissensitiv und verlangt kurze Lieferzeiten, „die sich nicht in Jahren oder halben Jahren bemessen, sondern in drei bis vier Monaten“, sagt Assmann. Bei dieser Gemengelage ist klar, dass auch der Anlagenlieferant selbst stark auf seine Kosten schauen muss und ein ständiger Rationalisierungs- und Automatisierungsdruck normal ist. Das betrifft nicht nur die Fertigung, sondern auch das Engineering. Hier werden flexible CAD/CAM- und PDM-Systeme gebraucht, die mit hoher Funktionalität die Anforderungen umsetzen helfen. An dieser Stelle kommen Solidworks, SolidCAM, Solidworks PDM-Professional und deren Reseller DPS Software ins Spiel.

Montagegerecht konstruieren

Die Maschinenbauer in Solms hatten Solidworks bereits seit 2007 im Haus, waren aber mit der Betreuung durch den damaligen Reseller nicht zufrieden. So kam man mit Jörg Rudig ins Gespräch, dem Leiter der DPS-Niederlassung Wetzlar. Die räumliche Nähe mag eine gewisse Rolle gespielt haben bei der beginnenden intensiven Zusammenarbeit. „Viel wichtiger aber war, dass wir uns von Anfang an gut verstanden haben, die Chemie hat einfach gestimmt“, so Jörg Rudig heute. Am Anfang stand „eine kleine Lösung“, wie Rudig sagt, bei der es in der Hauptsache um eine Datenbereinigung ging. Verschiedene Abteilungen hatten ihre Datenhaltung unterschiedlich organisiert und die DPS-Mitarbeiter schlugen vor, dass alle Abteilungen gemeinsam zunächst Workgroup PDM nutzen sollten, weil diese Software schon im Haus war. Danach wurde die CAD- und CAM-Installation weiter ausgebaut. Aktuell hat Baumann Maschinenbau Solms sieben Solidworks-Lizenzen im Betrieb, sowie eine CAM-Lizenz – mit steigender Tendenz. „Wir werden die Konstruktion weiter ausbauen, weil die Anzahl unserer Maschinen und Anlagen steigt, wie auch der Aufwand pro Maschine oder Peripheriegerät“, erläutert Konstruktionsleiter Sebastian Bartels. „Wir kümmern uns heute zum Beispiel intensiv um eine fertigungs- und montagegerechte Konstruktion, ganz einfach, weil das in der Fabrik dann Zeit spart. Damit wird natürlich auch mehr CAD-Kapazität gebraucht.“ Ähnlich sieht es im CAM-Bereich aus. Nachdem sich Solidcam als sehr nützlich erwiesen hat und die Rüstzeiten, inklusive NC-Programm-Erstellung, sinken, ist das Unternehmen an einer noch intensiveren Nutzung interessiert. Positiv dazu beigetragen hat auch iMachining, eine Gleichlauf-Schruppstrategie, „die im Durchschnitt 40 Prozent der Bearbeitungszeit beim Schruppen spart“, wie Assmann berichtet. Nachdem diese Einzellösungen sehr gut funktioniert hatten, ging man in Solms an die Installation eines „richtigen“ PDM-Systems, genauer gesagt: an Solidworks PDM Professional.

Lösung führt durch den Entwicklungsprozess

Solidworks PDM Professional ist eine Datenverwaltungslösung für große und kleine Unternehmen. Ein Datentresor, basierend auf Microsoft-SQL-Server, stellt sicher, dass alle Daten problemlos gespeichert sind und von autorisierten Benutzern innerhalb des Unternehmens abgerufen werden können. Solidworks PDM Professional ist leicht zu implementieren, vollständig konfigurierbar und über die API erweiterbar. Die PDM-Lösung führt die Produktteams effizient durch ihren Entwicklungsprozess und stellt sicher, dass die Teammitglieder zur richtigen Zeit Zugriff auf die richtigen Daten haben.

Solidworks PDM umfasst unter anderem: Datei-, Versions- und Stücklistenverwaltung, Verwaltung von Modellen und Zeichnungen, Wiederverwendung von Konstruktionen und Teilkonstruktionen, Änderungsmanagement, den Aufbau von Workflows, das Einhalten gesetzlicher Vorschriften. Durch die Integration der Systeme CAD, PDM, ERP und Microsoft Office stehen alle Produktdaten und zugehörigen Dokumente system- und abteilungsübergreifend im gesamten Unternehmen zur Verfügung. Alle Mitarbeiter haben Zugriff auf die relevanten Produktdaten sowie begleitende Dokumente und E-Mails. Durch die leistungsfähige Suche innerhalb des PDM-Systems kann die Wiederverwendung deutlich erhöht werden. Die Suche nach passenden Teilen ist deutlich schneller und insgesamt wesentlich effektiver als die Suche im Filesystem. Dadurch vermeiden die Konstrukteure eine Neuerstellung und die damit einhergehenden immensen Folgekosten. Berechtigungen regeln den Umgang mit Dateien. Dateioperationen sind nur mit der entsprechenden Berechtigung möglich; versehentliches Überschreiben, Umbenennen, Verschieben oder gar Löschen sind ausgeschlossen.

DPS verfügt über viel Erfahrung mit der Einführung und dem produktiven Betrieb solcher Systeme, bis hin zum Erstellen eigener Software-Bausteine, die eine firmenspezifische Lösung komplettieren. In diesem Fall haben sich die DPS-Mitarbeiter mit dem Kunden auf eine schrittweise Einführung geeinigt.

PDM-Einführung in drei Schritten

Teil  aus der vorherigen  Baugruppe. Bild: Baumann
Das Bild zeigt ein Teil aus der vorherigen Baugruppe. Bild: Baumann

Im Wesentlichen vollzieht und vollzog sich die PDM-Einführung in drei Schritten: Der erste Schritt war die Einführung im Bereich Konstruktion und Entwicklung. „Das hat wirklich gut geklappt“, berichtet Konstruktionsleiter Bartels. „Ein Mitarbeiter von DPS war regelmäßig im Haus, und so konnten wir mit ihm gemeinsam unsere Wünsche an das PDM umsetzen.“ Mittlerweile können die Konstrukteure stabil und sauber damit arbeiten. Der zweite Schritt soll die Verbindung von PDM und ERP sein. Der dritte Schritt ist die komplette Datenverwaltung im gesamten Unternehmen über PDM. Dazu gehört zum Beispiel das Einbinden der Elektrokonstruktion, das Einbeziehen des Einkaufs, das Angebotserstellen und -verfolgen, die automatische Information bei Änderungen sowie das Verwalten von CAM-Projekten und NC-Programmen.Im Moment sind 25 PDM-Arbeitsplätze installiert, die laut Sebastian Bartels gut angenommen worden sind. Die Mitarbeiter genießen die jederzeitige Verfügbarkeit von Daten, Zeichnungen und 3D-Modellen, die ihnen viele Rückfragen ersparen. Hilfreich ist hierfür auch die Möglichkeit, bei Änderungen so viel erklärenden Text wie nötig an die Konstruktionsteile anhängen zu können, sodass die Kollegen in den Folgeabteilungen genau erkennen können, was gemacht worden ist. „Unter dem Strich“, so Firmenchef Assmann, „möchten wir das System nicht mehr missen.“ Darum gibt es eben auch grünes Licht für den weiteren Ausbau.

 „Partnerschaftliche und offene Zusammenarbeit hat unser Miteinander bisher bestimmt“, betont Volker Assmann. „Es läuft gut und ich wüsste nicht wie wir es besser machen könnten.“ Auch Sebastian Bartels lobt die Zusammenarbeit: „Wir haben zwei Datenmigrationen hinter uns, von DBWorks auf Workgroup PDM und von dort auf Solidworks PDM Professional. Das ist durchaus anspruchsvoll, hat aber einwandfrei funktioniert.“

Alle Problem gelöst

Auch bei der laufenden Systembetreuung, etwa durch die DPS-Hotline, fühlen sich die Mitarbeiter gut betreut. „DPS ist auf diesem Wege immer erreichbar und hat alle unsere Probleme gelöst“, resümiert Bartels. „Insgesamt kann man sagen, wir haben alle Schritte bisher gut hinbekommen. Auch in einer Zeit, wo wir bestimmte Dinge nicht hätten machen können, haben wir gemeinsam immer einen Weg gefunden. Und Geschäftsführer Assmann fasst abschließend zusammen: „Das verstehe ich unter Partnerschaft.“ aru