Prozesskette, Bild: MBFZ Toolcraft

Toolcraft bietet von der Idee über die Fertigung bis zum qualifizierten Teil Lösungen für die gesamte Prozesskette und nutzt dafür additive Fertigung. Bild: MBFZ Toolcraft

Als Vorreiter für zukunftsweisende Technologien wie dem 3D-Druck in Metall und dem Bau von individuellen Turn-Key-Roboterlösungen erprobt MBFZ Toolcraft neue Prozesse und führt sie zur Serienreife. Seit 2011 arbeitet das Unternehmen mit Tools für die additive Fertigung (AM). Das Unternehmen bietet von der Idee über die Fertigung bis zum qualifizierten Teil Lösungen für die gesamte Prozesskette für Kunden aus Bereichen der Halbleiterindustrie, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik oder der Automobilbranche. Während zu Beginn für die additive Fertigung noch vier Software-Lösungen im Einsatz waren, integriert das Unternehmen heute mit Siemens-PLM-Software alle Schritte der Prozesskette in einer Software-Lösung.

Mit NX zu mehr Präzision

Für Teilehersteller steigt der Druck: Kunden fordern noch mehr Genauigkeit und kürzere Reaktionszeiten. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzt das Unternehmen deshalb auf Digitalisierung. Ziel ist es, alle Schritte von der Planung bis zur Produktion in einer einzigen Informationsquelle zu verbinden. Die Umsetzung einer digitalen Strategie ermöglicht es Teileherstellern jeder Größe, von der Automatisierung zu profitieren, 3D-Druck für die Produktion einzusetzen. „Um ihr Geschäft auszubauen und in hart umkämpfte Märkte zu expandieren, müssen Unternehmen additive Fertigung in Kombination mit einer hoch automatisierten Prozesskette bieten. Diese sollte Konstruktion, Druckvorbereitung, NC-Programmierung und Qualitätsprüfung digital miteinander verbinden“, sagt Christoph Hauck, Geschäftsführer bei MBFZ Toolcraft.

Mehr Qualität in kürzerer Zeit

Die Siemens-Software NX vereint die nächste Generation von Werkzeugen für die additive Fertigung, CNC-Bearbeitung, Robotik und Qualitätsprüfung in einem Tool. Dies ermöglicht die Digitalisierung der gesamten Teilefertigung mit einem einzigen integrierten End-to-End-System. Zu diesen erweiterten Automatisierungsmöglichkeiten für die computergestützte Fertigung (CAM) zählen Roboterprogrammierung, Adaptive Milling und Werkzeugkonstruktion. Sie liefern neue Technologien und ermöglichen es, hochwertige Produkte in kürzerer Zeit auf den Markt zu bringen.

Der NX Machining Line Planner in Kombination mit der integrierten CAM-Software für formbasierte Bearbeitung (FBM) bietet in der aktuellen Version von NX neue Möglichkeiten zur Fertigungs-Planung in Branchen, die mit hohen Stückzahlen komplexe Teile fertigen. So können Hersteller End-to-End-Lösungen für die additive Fertigung realisieren und 3D-Druck in die industrielle Produktion überführen. „Siemens ermöglicht uns ein einziges komplettes und integriertes System für die Teilefertigung – inklusive der Assoziativität bei Änderungen. So können wir alle Schritte unserer digitalen Prozesskette miteinander verknüpfen, kritische Prozesse steuern und die Rückverfolgbarkeit der Arbeitsschritte gewährleisten – das ist für unsere Kunden sehr wichtig“, so Hauck.

Schlankere Bearbeitungsprozesse

NX von Siemens, Bild: MBFZ Toolcraft
NX von Siemens sichert die Durchgängigkeit des Herstellungsprozesses. Zuvor waren vier verschiedene Programme für den Prozess nötig. Bild: MBFZ Toolcraft

Die Technologie zur Roboterprogrammierung ermöglicht es, komplette Fertigungszellen zu automatisieren, einschließlich der Roboter für NC-Bearbeitungen und Pick-and-Place-Prozesse. Adaptive und Tube Milling können die Programmierung von CNC-Maschinen automatisieren. Adaptive Milling nutzt dabei Algorithmen, die die Bearbeitungszyklen um bis zu 60 Prozent reduzieren und zugleich die Lebenszeit der Werkzeuge verlängern. Durch Tube Milling lässt sich der Fünf-Achsen-Programmierprozess verbessern, indem Vorbereitungsarbeiten eliminiert  werden. NX CAM verwendet dafür erweiterte Funktionen, um bessere Werkzeugwege zu generieren und Bearbeitungsfehler zu minimieren. Durch die Integration von NX und dem Teamcenter-Portfolio können Anwender nicht nur die Produktionskosten präzise ermitteln, sondern auch durch automatisierte Kostenkalkulation präzise Angebote erstellen.

Integrierte Lösung aus einer Hand

Die aktuelle Version erweitert die neue additive Fertigungslösung in NX um das neue Modul NX AM für HP Multi Jet Fusion. Es ist von HP zertifiziert und wird von Materialise unterstützt, um Druckaufträge für HP Jet Fusion 4200 3D-Drucker vorzubereiten. Das NX-Modul ermöglicht es Kunden, Teile für der Drucklösungen in einer einzigen Softwareumgebung zu entwickeln und zu verwalten. So entfallen kostspielige, zeitaufwändige und fehleranfällige Datenkonvertierungen. Tools von Drittanbietern sind nicht erforderlich. Auch entwickelt Siemens in Simcenter 3D-Anwendungen für die Simulation von Fertigungsprozessen in der additiven Fertigung. Das soll Herstellern helfen, die additive Fertigung zu industrialisieren indem Komponenten direkt beim ersten Mal korrekt gedruckt werden. „Die aktuelle Version von NX ist nur der Anfang. Wir haben große Erwartungen an die Software für die Zukunft – viele der Herausforderungen, vor denen wir in der Vergangenheit standen, werden von Siemens überwunden werden“, blickt Hauck in die Zukunft. ssc

Bild: MBFZ Toolcraft

 

„Die aktuelle Version von NX ist nur der Anfang. Wir haben große Erwartungen an die Software für die Zukunft.“

Christoph Hauck, Geschäftsführer bei Toolcraft