Ralf Dlapal

„Das System denkt mit und berechnet im Voraus, was die logischen Schritte sein könnten, die der Konstrukteur geht.“ Ralf Dlapal, Leiter internationaler Vertrieb Software, Trumpf. Bild: Trumpf

Welche Motivation stand hinter der Entwicklung von TruTops Boost?
Die Motivation war ganz klar, dass unsere Maschinen so viele Teile wie möglich in optimaler Qualität fertigen können. Zwischen der Überlegung des Konstrukteurs, welches Teil er benötigt bis hin zu der Frage, wie es letztlich in die Maschine kommt, gehen gerne Informationen verloren. Und schon entstehen Toleranzen, die vielleicht gar nicht gewollt waren. Unsere neue Software hilft dabei, das zu verhindern: Mit TruTops Boost kann der Konstrukteur zum Beispiel Umformwerkzeuge im Stanzbereich setzen. Die Information, dass er ein spezielles Werkzeug möchte, geht direkt in die Technologie des Programmiersystems über.

Das heißt: hier wird er bereits unterstützt. Aber auch wenn Fremddaten übernommen werden, erkennt das System sofort: habe ich dazu Werkzeuge oder nicht und kann diese dann auch gleich zuordnen. Mit TruTops Boost lassen sich Informationen, die man sonst eigentlich in der Zeichnung oft textuell hinterlegen muss, durch Merker automatisieren. Ein Text kann schnell überlesen werden, wenn man programmiert. Gibt es aber einen Automatismus, der diese Merker berücksichtigt, wird die Bearbeitung sicherer. TruTops Boost macht den gesamten Prozess von der Geometrie bis zum NC-Programm deutlich effizienter.

Worin liegt die besondere Intelligenz von TruTops Boost?
Wir haben natürlich verschiedene neue Algorithmen für die Software programmiert, die vieles automatisch berechnen. Die eigentliche Intelligenz liegt aber darin, dass viel im Hintergrund und damit parallel abläuft. Anwender müssen sich also nur noch die Lösung zur Kontrolle anschauen und können sich auf das Wesentliche konzentrieren – zum Beispiel auf die Teile, die von einem Endkunden korrupt rüberkommen. Nur eingreifen, wenn es nötig ist: das ist das intelligente Prinzip von TruTops Boost.

Was war bei der Bedienfreundlichkeit wichtig?
Hier war es wichtig, dass das System mitdenkt. Wenn beispielsweise Ecken zusammenkommen, kann es zu einer Knautschzone kommen. Daher braucht man an solchen Stellen eine Eckenfreisparung, die freigeschnitten werden muss. Wenn der Anwender diese Ecken anklickt, schlägt das System automatisch passende Lösungsalternativen vor. Das erspart dem Anwender langes Durchklicken durch Menüfelder. Das System denkt also mit und berechnet im Voraus, was logische Schritte für den Konstrukteur sein könnten.