Pulverpresse, Bild: Dorst

Schwergewicht mit viel Kraft: Die hydraulische Pulverpresse TPA 500/4HP lässt sich dank des flexiblen Tragarms ergonomisch steuern. Bild: Dorst

Der Hidden Champion Dorst Technologie aus dem bayrischen Kochel am See fertigt und entwickelt bereits seit den 50er Jahren Pressen für die Herstellung von Bauteilen aus Metallpulver. Die Kunden schätzen die Pressen nicht nur wegen der hohen Entwicklungskompetenz der Firma, die als einer der weltweiten Technologieführer im Bereich der Pulvermetallurgie gilt, sondern auch aufgrund der Zuverlässigkeit und Langlebigkeit der Maschinen.

Bei der Planung, eine neue Presse anzuschaffen, geht es nicht nur darum, diese nach den Anforderungen der Bauteile auszuwählen, sondern es muss auch der notwendige Stellplatz, die bauliche Veränderung der bestehenden Produktionshalle, die Zuführung des Pressmaterials und die Anbindung an den Sinterofen entsprechend geplant werden. Dabei bringt die hydraulische Pulverpresse TPA 500 schon ohne Verkleidung bis zu 27 Tonnen auf die Waage und hat einen Pressdruck von 500 Tonnen. Jedoch ist diese Presse noch lange nicht die stärkste Presse im Portfolio des Unternehmens. Mit 1.600 Tonnen ist die TPA 1600/3HP noch um ein Vielfaches stärker.

Anpassbare Bedienpanels

Tragarmsystem HMA MIT, Bild: Haseke
Das wartungsfreie Tragarmsystem HMA MIT aus Aluminium-Strangpressprofil mit großer Anbindungsflexibilität verfügt über eine hohe Belastbarkeit auch mit Zwischengelenk. Bild: Haseke

Beim Aufstellen wird wegen der Höhe der Maschine ein beachtlicher Teil in den Hallenboden abgesenkt – nicht nur, um die Anbindung von Förderbändern für die Pulverzuführung zu gewährleisten, sondern ebenfalls, um die Innenhöhe der Produktionshalle nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Jede Presse, die das Werk verlässt, wird zuerst dort vollständig montiert und im Beisein des Kunden Probe gefahren. Erst wenn der Kunde mit der Qualität seiner Grünlinge zufrieden ist und seine Mitarbeiter in die Bedienung und Wartung eingewiesen sind, wird die Presse wieder in einzelne Teile zerlegt und zu dem jeweiligen Kunden transportiert. Bei der Entwicklung wurde selbstverständlich auf die entsprechenden Transportmaße geachtet. Somit passen die zerlegten Pressen in handelsübliche Überseecontainer, denn mit einer Exportquote von über 80 Prozent sind die Maschinen des Pressenherstellers mittlerweile auf allen Kontinenten im Einsatz. Aus diesem Grund sind die Bedienpanels an den Maschinen ergonomisch höhenverstellbar und horizontal schwenkbar angebracht, denn Menschen lassen sich in ihren Körpermaßen erheblich voneinander unterscheiden. Üblicherweise betrachten Normen daher nur einen eingeschränkten Bereich der Bevölkerung und bieten nicht die Vorgabe für die richtige Panelposition einer Maschinenbedienung. Trotzdem wird jeder zukünftige Bediener je nach Alter und den jeweiligen Lebensbedingungen eine andere Position als für sich ideal empfinden.

Minimaler Kraftaufwand nötig

Die Lösung für diese Herausforderung fand die Firma beim Unternehmen Haseke aus Porta Westfalica. Das ebenfalls als Hidden Champion zu bezeichnende Unternehmen befasst sich seit seiner Gründung im Jahr 1983 mit der ergonomischen Ausstattung von Arbeitsplätzen und ist einer der weltweiten Technologieführer im Bereich der ergonomischen Monitoranbindung für Produktionsmaschinen sowie der Einhausung von Industrie-PCs und Steuerungen. Baukastenlösungen, um kleine bis große Lasten präzise und ergonomisch im Raum auch über größere Distanzen zu bewegen – mit diesem Kerngeschäft hat sich das etwa 70 Mitarbeiter zählende Unternehmen seinen Platz auf dem Weltmarkt erobert.

Bei Haseke erkannte man schon früh, dass unbewegliche Interfaces, die Benutzer in eine bestimmte Haltung zwingen, negative Folgen haben. Eine erzwungene, unnatürliche Bedienerposition ist nicht nur gesundheitsschädlich, sondern wirkt sich auch leistungsmindernd aus. Hier schuf man neue Flexibilität. Mit seinen Tragarm-Systemen eröffnete das Unternehmen die Möglichkeit einer variablen Positionierung von Bedienerschnittstellen. Kontroll- und Steuerpanels, können damit hängend und schwebend angebracht, mit minimalem Kraftaufwand bewegt und in eine neue Zielposition gefahren werden. Der Spezialist liefert hierzu Tragarme für horizontales und vertikales Schwenken der Mensch-Maschine-Schnittstellen. Das Besondere am Angebot ist unter anderem, dass verschiedene Tragarm-Baureihen über das umfangreiche Baukastensystem miteinander verknüpfbar sind. Diese Vervielfachung der Freiheitsgrade können andere im Markt befindliche Systeme nicht bieten. Zu den Vorzügen der Tragarm-Produktreihe gehören ausgereifte Federtechnologie, große vertikale Schwenkbereiche, innenliegende, leicht zugängliche Kabelführungen, die die Montage deutlich erleichtern, sowie Arretierungen auf Knopfdruck. Dieses modulare Baukastensystem ermöglicht es dem Pressenhersteller, an all seinen Maschinen die gleichen Tragarm- und Liftkomponenten in unterschiedlichen Kombinationen zu verwenden.

Die Funktion bestimmt die Form

Das Unternehmen, das mit mehreren ausgezeichneten Design-Büros zusammenarbeitet, hat bereits zahlreiche Preise für seine Produkte erhalten. Denn Funktion, Ergonomie und Ästhetik gehen bei dem Tragarmhersteller Hand in Hand, wobei die Funktion die Form bestimmt, wie Geschäftsführer Uwe Kunitschke erläutert. Und ein wichtiger Teil der Funktion ist die Handhabung durch den Menschen. Was Kunitschke und seine Mitarbeiter motiviert: Herauszufinden, was der Kunde braucht, und in Zusammenarbeit mit ihm genau die passende Lösung zu entwickeln, also gemeinsam mit Menschen Technik für Menschen zu bauen. Denn so verstehen die Mitarbeiter ihre Produkte: als Teil der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Alle Systeme müssen sich in die Arbeitswelt des Menschen einfügen und sich seiner Arbeitsweise so gut wie möglich anpassen. Und nicht umgekehrt. aru

HMA Lift, Bild: Haseke
Der stufenlos höhenverstellbare Tragarm für Bildschirme, Monitorampeln oder Steuergehäuse namens HMA Lift 501 ist ebenfalls wartungsfrei. Bild: Haseke