Bernhard Richter, Bild: O-Ring-Prüflabor Richter
„Es kommt nicht darauf an, wie lange, sondern wie man lagert“, betont Bernhard Richter. Bild: O-Ring-Prüflabor Richter

Der globale Beschaffungsmarkt ist beim Dichtungskauf Fluch und Segen gleichzeitig. Winkler sieht ihn eher kritisch: „Technische Händler können rund um den Globus und rund um die Uhr einkaufen. Global Sourcing birgt für die Dichtungsbeschaffung Risiken, vor allem wenn die Leistung nicht definiert ist und man den kleinstmöglichen Nenner, also die Werkstoffbasis, in eine Zeichnung einschreibt.“ Hier ist also wieder die Konstruktion und Entwicklung gefragt, damit den Einkäufern genügend Informationen zur Verfügung stehen, um eine passende Dichtung auszuwählen. Daneben sieht der Berater auch die Lagerung der Dichtungen als Problem, denn die Dichtungshersteller raten von zu langer Lagerungszeit ab.

Dem widerspricht Labor-Geschäftsführer Richter: „Diese Thematik wird nach meiner Einschätzung viel zu hoch aufgehängt. Letztlich ist es so, dass an einer Dichtung, wenn sie mal richtig vulkanisiert ist, innerhalb eines überschaubaren Zeitpunktes von zehn bis 20 Jahren keine Schäden entstehen sollten – sofern die Temperatur bei 20 Grad Celsius bleibt und die Dichtungen vor UV-Licht und Ozon geschützt werden. Wir reden ja nicht vom Naturkautschuk, sondern Elastomeren wie NBR. Es kommt nicht darauf an, wie lange, sondern wie man lagert.“

Vorsicht vor Plagiaten

Die globale Beschaffung für Dichtungen berge Risiken, was Transport und Plagiate angeht, warnt Seminarreferent Winkler. Tatsächlich fällt die Abwehr von Plagiaten und Fälschungen schwer, bestätigt COG. „Versuche mit einem sogenannten Marker im Werkstoff waren aus unserer Sicht nicht aussagekräftig genug. Stattdessen haben wir von allen COG-Werkstoffen mittels einer TGA-Analyse und IR-Spektroskopie quasi einen digitalen Fingerabdruck unserer Compounds erstellt. Dadurch können wir im Reklamationsfall relativ sicher feststellen, ob es sich um einen unserer Werkstoffe handelt oder nicht. Leider sind hier auch bereits Plagiate entdeckt worden“, berichtet Dichtungsexperte Krüger.

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