Helmut Winkler, TMM, Bild: Winkler
„Global Sourcing birgt für die Dichtungsbeschaffung Risiken, vor allem wenn die Leistung nicht definiert ist und man den kleinstmöglichen Nenner, also die Werkstoffbasis, in eine Zeichnung einschreibt", so Helmut Winkler, TMM. Bild: Winkler

Dass Elastomere unter tribologischen Bedingungen einer relativ hohen Reibung ausgesetzt und somit verschleißgefährdet sind, könne in Konstruktionsbüros als bekannt vorausgesetzt werden, urteilt Winkler. „Fehler werden aber trotzdem noch zur Genüge gemacht. So wird des Öfteren das Montage- und Anlaufverhalten einer Dichtung nicht ausreichend berücksichtigt. Es kommt zu Vorschädigungen mit dementsprechenden negativen Auswirkungen auf das Langzeitverhalten“, hat er beobachtet. Auch hätten Dichtungen die Eigenschaft, dass sie Abriebpartikel inkorporieren können. Es entsteht so eine Art „Schleifpapiereffekt“. Abrasiver Verschleiß des Gegenlaufpartners sei oft die Folge.

Verträglichkeit prüfen

Grundsätzlich gebe es Schmierstoffe, die für bestimmte Dichtungswerkstoffe nicht verwendet werden können, erklärt Krüger von COG. So komme es zum Beispiel bei mineralölhaltigen Schmierstoffen im Kontakt mit EPDM-Dichtungen zu einer starken Wechselwirkung (Quellverhalten). Basis des Schmiermittels und Basispolymer der Dichtung müssen also immer zueinander passen. Darüber hinaus enthalten aber sowohl Dichtung als auch Schmiermittel weitere Stoffe, in der Dichtung zum Beispiel Weichmacher, beim Öl sind es unter anderem Korrosionsschutzinhibitoren. Auch diese müssen berücksichtigt werden. „Bei der Auswahl von Dichtungswerkstoff und Schmierstoff ist zudem die Temperaturbeständigkeit beider Komponenten zu beachten“, sagt Krüger. Allgemeine Herstellerangaben zu Werkstoffklassen wie „FKM ist gegenüber Schmierstoffen beständig“ seien stets zu hinterfragen:

  • Auf welcher (Prüf-)Grundlage beruht die Aussage?
  • Welche Parameter wurden berücksichtigt (Temperatur, Zeit)?
  • Wie sind die Testprozeduren definiert?
  • Was genau ist mit dem Begriff „beständig“ gemeint?

Generell empfiehlt Krüger aufgrund der viele Unbekannten bei den Inhaltsstoffen von Dichtung und Schmierstoff, anwendungsrelevante Verträglichkeitstests durchzuführen und in direkten Kontakt zum Hersteller zu treten.

Winkler weist darauf hin, dass sich sogenannte Metallschmierstoffe nicht gut für die Dichtungsschmierung eignen, da sie oft EP- oder AW-Additive enthalten, welche die Dichtungen schädigen können.

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