Manchmal macht das richtige Licht den Unterschied. Denn auch, wenn wir Menschen oft nicht bewusst darauf achten, kann das richtige Licht am richtigen Ort schlagartig die Stimmung verändern. Welche Auswirkungen ein Mangel an Licht hat, davon wissen die Menschen jenseits der Polarkreise ein Lied zu singen. Doch so weit muss man gar nicht fahren, um sich ein Bild davon machen zu können, was man mit der Installation der richtigen Beleuchtung auch in der Industrie alles Bewirken kann.

Im schwäbischen Villingen-Schwennigen hat die Firma Waldmann ihren Sitz. Dort arbeiten Ingenieure, dich sich als Engineers of Light bezeichnen und nun mit einem neuen Showroom eindrucksvoll zeigen können, wie Maschinen- und Anlagenbauer vom passenden Spot an oder in der Maschine und besseren Licht und-Arbeitsverhältnissen am Arbeitsplätze profitieren können.

ke NEXT im Gespräch mit Tobias Reiser, Waldmann

70 Prozent Fertigungstiefe sind ein Statement. Welche Gedanken und Motivationen hinter der Entwicklung der neuen Leuchtenfamilie Rocia stecken, erfuhr ke NEXT-Chefredakteur Wolfgang Kräußlich im Gespräch mit Tobias Reiser, Entwicklungsleiter Leuchten bei Waldmann.

Interview wk mit Tobias Reiser, Waldmann. Bild: ke NEXT
ke NEXT Chefredakteur Wolfgang Kräußlich (links) im Gespräch mit Tobias Reiser, Entwicklungsleiter Leuchten bei Waldmann (rechts). Bild: ke NEXT

Kurz und knapp: Was sind die wesentlichen Kundenanforderungen, die derzeit aus dem Markt an Sie herangetragen werden?

Ganz klar im Fokus steht natürlich inzwischen immer das Design und darüber hinaus wird von Herstellern wie uns natürlich auch die hohe Qualität erwartet, die Zuverlässigkeit der Produkte und das Ganze natürlich aber bei einem sehr angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis

Und wo sitzen Ihre Kunden? Bieten Sie vorwiegend in Deutschland an oder mittlerweile auch eher international?

50:50, unser Exportgeschäft beläuft sich auf 50 Prozent unseres Gesamtgeschäfts. Wir sind ja in zwölf Nationen mit Tochterunternehmen präsent und vertreiben dort auch unsere Leuchten.

Kommen wir nochmal zur Rocia: Handelt es bei der Leuchte eigentlich um ein Nachfolgeprodukt?

Ja, die Rocia-Familie ersetzt eine Vielzahl an Vorgängerprodukten. Damit versuchen wir das Portfolio zu vereinheitlichen, also die Variantenvielfalt zu reduzieren. Sie müssen sich vorstellen, wir produzieren jetzt seit den 60er Jahren Leuchten und da entsteht natürlich das eine oder andere Produkt. Und natürlich tut man sich dann in einem Fertigungsbetrieb schwer, wenn die Produkte immer wieder andere Gestänge, unterschiedliche Köpfe oder Fertigungstechnologien mit sich bringen.

Was war denn nun wirklich ausschlaggebend für die Entscheidung, eine völlig neue Leuchtenfamilie zu designen?

Es ging uns vielmehr um die technische Aktualisierung, die Effizienzverbesserung und die Vereinheitlichung unseres Portfolios. Darüber hinaus mussten veraltete Produktionsprozesse durch neuere, effizientere Abläufe ersetzt werden, was natürlich auch eine Reduzierung der Herstellkosten mit sich bringt. Das sind schlussendlich eher die Herausforderungen, die man dann versucht, in so ein Produkt mit einzubringen.

Wie kommt oder kam es jetzt speziell im Fall der Rocia-Familie zu Ihrer Entscheidung, stark auf Ihre Eigenentwicklung zu setzen?

Nun ja, im Falle von Betriebsgeräten zum Beispiel bedienen wir uns öfters am Markt – normalerweise sehen wir uns nämlich nicht als Betriebsgeräteentwickler. Soll heißen: Wir konzentrieren uns eher auf die LED-Leiterplatte oder die Treiber- und Regelungselektronik. Die Betriebsparameter, also die entsprechende Spannung zur Verfügung zu stellen, ist hingegen nicht unser Kerngebiet. Nun haben wir im Falle der Rocia am Markt und auch selbst bei Spezialisten im Bereich der Betriebsgeräteentwicklung Absagen erhalten, mit der Antwort: So etwas können wir nicht realisieren, nicht für die Umgebungstemperatur und nicht in der Baugröße. Es war aber aus Produktmanagementsicht nun einmal erforderlich, das Netzteil zu integrieren und deshalb haben wir uns einfach selbst hingesetzt. Es war zwar schon eine relativ lange Tüftelarbeit, aber am Ende hat es dann doch funktioniert.

Waldmann hat eine neue Leuchtenfamilie entwickelt, die extrem widerstandsfähig ist. Grund genug für ke NEXT Chefredakteur Wolfgang Kräußlich sich in der Konstruktion & Entwicklung, sowie im Lichtlabor des Herstellers ein Bild zu machen...