Hydraulikventil mit Kunststoffstopfen, Bild: Buchholz Hydraulik/Pöppelmann

Vor dem Reinigen und Lackieren werden die Anschlussbohrungen des Hydraulikventils mit Kunststoffstopfen verschlossen. Bild: Buchholz Hydraulik/Pöppelmann

| von Julia Uptmoor, Pöppelmann

Die Firma Buchholz Hydraulik entwickelt und produziert Hydraulikventilsteuerungen, die auf die Einbausituation im Fahrzeug zugeschnitten sind. Seit 1959 konzentriert man sich auf die Hydraulik und entwickelt, produziert und liefert hochwertige handbetätigte und elektroproportionale Steuerventile für Serienanwendungen, die speziell auf die Anforderungen des OEM-Kundenkreises namhafter Hersteller aus den Bereichen Flurförderfahrzeuge, Baumaschinen sowie der Fahrzeugtechnik und der maritimen Wirtschaft für ausgerichtet sind.

Hydrauliksteuerung nach Maß

Buchholz Hydraulik bietet seinen Kunden neben einer hohen Qualität auch viel Flexibilität und adaptiert die Ventilsteuerung an deren Erfordernisse. Während der Projektierung einer neuen Aufgabenstellung werden Anforderungen und Funktionen detailliert abgestimmt und in einen individuellen Hydraulikschaltplan übersetzt. Die Elemente des Schaltplans entsprechen dabei bereits bestehenden Ventilbaugruppen, die in anderen Anwendungen oder Standardbaureihen Verwendung finden. Diese Baugruppen werden während der CAD-Blockkonstruktion in einem virtuellen Ventilmonoblock angeordnet und so verknüpft, wie es Schaltplan und vorhandener Bauraum vorgeben.

Auch komplexe LS-Steuerungen unterschiedlicher Nennweiten können somit in einem Ventilblock kombiniert werden und sind zudem kompakt und wirtschaftlich darstellbar. „Als kompetenter Entwicklungspartner begleiten wir unsere Kunden von der Konzeptphase eines Projektes über die Inbetriebnahme bis hin zur Optimierung im Fahrzeug“, berichtet Stefan Lukoschek, Geschäftsführer von Buchholz Hydraulik.

Ideal für limitierte Platzverhältnisse

Das Verschließen, Bild: Buchholz Hydraulik/Pöppelmann
Das Verschließen verhindert das Eindringen von Verunreinigungen in die Hydrauliksteuerung und schützt vor Restölmengen. Bild: Buchholz Hydraulik/Pöppelmann

In den meisten Fahrzeugen sind die Einbauräume stark begrenzt. Deshalb kann eine vordefinierte Position der Rohr- oder Schlauchanschlüsse, aber auch die Verwendung von Sonderverschraubungen kaum vermieden werden. Immer häufiger werden daher die üblichen Einschraubgewinde am Steuerventil durch Steckanschlüsse (Direkt Porting) ersetzt, die enger aneinander und auch gebündelt angeordnet werden können. Für diese Sonderanschlüsse sind oft keine geeigneten Kunststoff-Verschlussstopfen verfügbar. Da diese für den Transport und zum Schutz der Hydraulikanlage vor Verunreinigungen unverzichtbar sind, arbeitet Buchholz Hydraulik schon seit vielen Jahren mit dem Kompetenzbereich Kapsto der Firma Pöppelmann zusammen. „Neben einem umfassenden Standardprogramm verschiedenster Schutzelemente bietet uns Kapsto auch individuelle Sonderlösungen, die exakt auf unsere Anforderungen zugeschnitten sind“, erläutert Stefan Lukoschek.

Neues Qualitätsmerkmal

Die Zuverlässigkeit hydraulischer Komponenten und speziell der hochintegrierten Hydrauliksteuerungen wird durch die Technische Sauberkeit des Gesamtsystems maßgeblich beeinflusst. Zunehmend enthalten die Kundenspezifikationen daher konkrete Anforderungen zur Bauteilsauberkeit der hydraulischen Komponenten. So reicht es nicht mehr aus, die Sauberkeit eines Hydrauliksystems über die Hydraulikflüssigkeit nach ISO 4406 zu definieren. Vielmehr wird auch bei mobilen Arbeitsmaschinen die erforderliche Sauberkeit des Hydraulikkreises über konkrete Grenzwerte spezifiziert. Bei der Technischen Sauberkeit nach ISO 16232 beziehungsweise VDA 19 wird nicht nur die Größe und Anzahl der Partikel in Bezug auf die benetzte Oberfläche definiert, sondern es wird auch nach metallischen und nichtmetallischen Partikeln differenziert. Die Norm gibt bisher keine Grenzwerte oder Empfehlungen vor, stellt aber deutliche Anforderungen an Extraktionsverfahren und Analysemöglichkeiten, um die Basis für eine Vergleichbarkeit der Messungen zwischen den beteiligten Unternehmen zu ermöglichen.

„Die bisher übliche Praxis, Grenzwerte zur Bauteilsauberkeit zu spezifizieren, ohne die Vorgehensweise zu Extraktion und Analyse detailliert zu beschreiben und festzulegen, ist nicht nur widersinnig, sondern schlicht nicht normgerecht“, stellt Stefan Lukoschek fest. Seit einigen Jahren betreibt Buchholz Hydraulik ein eigenes Labor zur Analyse der Bauteilsauberkeit sowie der montierten und geprüften Endprodukte. Das Unternehmen arbeiten mit der Fachhochschule Kiel und dem Fraunhofer-Institut IPA zusammen.

Vermeidung von Rekontamination

„Wir wissen um die speziellen Anforderungen unserer anspruchsvollen Kunden, ihre hohen Qualitätsanforderungen und die Wichtigkeit der Technischen Sauberkeit“, erklärt Alfred Blache, Leitung des Qualitätsmanagements bei Buchholz Hydraulik. Vor dem abschließenden Reinigungs- und Lackierprozess werden die Anschlussbohrungen des Hydraulikventils, an denen später die Leitungen angeschlossen werden, mit Kunststoffstopfen verschlossen. Diese Verschlussstopfen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Technischen Sauberkeit der Produkte. Einerseits wird durch das professionelle Verschließen der Anschlüsse das Eindringen von Reinigungsflüssigkeit, Farbe und Schmutzpartikeln in die Hydrauliksteuerung verhindert, andererseits wird durch das flüssigkeitsdichte Verschließen sichergestellt, dass während des Lackierprozesses und beim Transport zum Kunden keine Restölmengen austreten.

„Es bestehen wegen der chemischen, thermischen und physikalischen Begebenheiten hohe Anforderungen an Handling, Material und Maßgenauigkeit der Schutzstopfen“, so Alfred Blache. „Entscheidende Vorteile von Kapsto sind die technische Unterstützung in der Entwicklungsphase und die flexible Umsetzung durch den eigenen Werkzeugbau“. ck

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