Boss, Bild: Pixabay - Artsybee

Neuer Job gefällig? Bild: Pixabay - Artsybee

Die Marktforschungs- und Beratungsunternehmen sind sich einig: es wird bald ein neues Berufsbild geben. Das des Chief Robotics Officers – abgekürzt CRO, analog zu den heute bereits geläufigen Jobtiteln CEO oder CFO. Thematisch näher angesiedelt sein, wird er jedoch bei den beiden Kollegen CTO (Chief Technology Officer) und CIO (Chief IT Officer). Genauso wie letzterer Anfang der 80er-Jahre für die IT-Belange in Unternehmen zunächst ein Exot war und heute aus größeren Unternehmen kaum noch wegzudenken ist, soll sich dort nun auch ein Chief Robotics Officer etablieren. Denn auch für einen CRO wird gelten, dass er nicht nur einem Robotikunternehmen einen Job finden wird, sondern in allen Unternehmen, Organisationen oder Einrichtungen, die Roboter oder robotische Systeme in größerem Maßstab einsetzen.

Das zumindest erwarten die Analysten. Die International Data Corporation (IDC), ein amerikanisches Marktforschungs- und Beratungsunternehmen sieht den Chef der Robotik schon sehr bald auf uns zukommen und sagt bereits für 2019 voraus, dass dieser Posten in 30 Prozent der weltweit führenden Unternehmen geschaffen sein wird, oder zumindest eine Zuständigkeit für das Thema Robotik definiert sein wird. Myria Research setzt einen etwas größeren Zeithorizont an, dafür schätzt das auf Robotik spezialisierte Beratungsunternehmen aber auch die Zahl der CROs höher ein: bis 2025 sollen in 60 Prozent der Global 1000 Unternehmen Chief Robotics Officer zusammen mit den ihnen zuzuordnenden Mitarbeiten zu finden sein. Noch weiter geht eine Einschätzung von Roboticstomorrow. Hier ist die Rede davon, dass bis 2030 80 Prozent der Multimilliarden-Konzerne weltweit einen CRO haben werden.

Gigantischer Roboter, Bild: Pixabay - Ribbons 6775
Über sie soll er herrschen, der CRO: alle Roboter, die sein Unternehmen im Einsatz hat, von klein bis groß. Bild: Pixabay - Ribbons 6775

Die Stellenbeschreibung eines CROs

Der Chief Robotics Offier plant uns managt alle Aktivitäten einer Robotikabteilung um den effektiven, sicheren und effizienten Einsatz aller robotischen Systeme eines Unternehmens zu garantieren. Dabei muss er mit anderen Abteilungen, wie etwa IT, Finanzen, Engineering, Forschung und Entwicklung oder HR zusammenarbeiten sowie zunehmend auch mit dem oberen Management. Dazu muss ein CRO seine Branche kennen um die Einsatzmöglichkeiten von robotischen Systemen einschätzen zu können.

Ist der CRO schon Realität?

Aber wie weit ist diese Rolle bereits in der Realität angekommen? In Deutschland boomt zwar die Robotik, aber Chief Robotics Officer scheint hierzulande noch niemand geworden zu sein. Auf Jobportalen wie Monster, Stepstone oder Indeed findet sich der Job nicht – aber CTO wird man ja auch selten per Online-Jobbörse. Auf Xing, dem in Deutschland beliebten Karriereportal tummeln sich genau Null Arbeitnehmer mit eben dieser Berufsbezeichnung. Auf dem internationaler ausgerichteten Portal Linkedin findet man Mitglieder mit der Berufsbezeichnung, aber die sind allesamt nicht in deutschen Unternehmen angestellt. Die dort gelisteten 14 CROs arbeiten hauptsächlich in den USA.

Aber auch in Europa gibt es durchaus schon Chief Robotics Officer. Beispielsweise in Dänemark. Man hätte das Land im Norden vielleicht nicht sofort auf dem Radar, was zukunftsweisende Technologie angeht, aber gleich zwei wichtige Player im Robotikmarkt kommen hierher. Zum einen Universal Robots, ein Pionier der kollaborativen Robotik, zum anderen MIR – Mobile Industrial Robots, deren multifunktionsfähige Transport- und Ziehsysteme MIR100 in dänischen Krankenhäusern eingesetzt werden. Ein solcher Einsatz verlangt nach einem Chief Robotics Officer. Für die dänische Krankenhausgruppe Sønderjylland in Sonderberg ist das Poul Martin Møller. Der mobile Transportroboter befördert Medikamente und soll künftig noch weitere Aufgaben übernehmen, etwa den Müll entsorgen. „Unsere Mitarbeiter sollen ihre Zeit nicht in monotone und zeitintensive Aufgaben investieren“, erklärt Poul Martin Møller: „Das ist nicht die Zukunft. Denn schließlich haben sie Kopf und Hände, die auch genutzt werden sollten.“ Aber koordiniert werden müssen eben auch die robotischen Mitarbeiter, daher der Bedarf nach einem CRO.

Das empfiehlt Myria Research

Für Endbenutzer von RIOS (Robotics and Intelligent Operational Systems):

  • Bewerten Sie die derzeitigen, kurzfristigen (drei bis fünf Jahre) und langfristigen (fünf bis zehn und mehr Jahre) Potenziale durch den Einsatz von RIOS in Ihrem Unternehmen. Setzen Sie im Vergleich zu den zu erwartenden steigenden Lohnkosten zum einen eine moderate Verbesserung der Kosten und der Performance der robotischen Systeme an (zehn bis 15 Prozent), als auch eine radikalere Verbesserung von 20 bis 30 Prozent.
  • Ermitteln Sie innerhalb der oben beschriebenen Szenarien den Bedarf nach einem Chief Robotics Officer und setzen Sie sich auch damit auseinander, wie (und wann) Sie eine Robotikeinheit in Ihrem Unternehmen aufbauen sollten.
  • Bilden Sie ein Team (zum Beispiel als Teil Ihrer Forschung und Entwicklung), das die Entwicklung zukünftiger RIOS-Lösungen verfolgt.
  • Beobachten Sie den Wettbewerb und wie dieser sich in Sachen CROs und Robotikabteilungen verhält.

Für RIOS-Lieferanten

  • Verstehen Sie, wie Roboterlösungen die Unternehmen Ihrer Kunden verändern können, um zu verstehen, wann und wo die Unternehmen Robotik-Units gründen oder einen Chief Robotics Officer einsetzen (und seien Sie sich bewusst, an wen er oder sie zu berichten hat).
  • Entwickeln Sie Ihren Markteinstieg unter Berücksichtigung dessen, welche Auswirkungen eine RIOS-Lösung auf einen spezifischen Sektor hat und beziehen sie bestehende und zukünftige Wettbewerber ein, um die generelle Einstellung eines Sektors gegenüber dem Einsatz von robotischen Systemen besser einschätzen zu können. Dieses Wissen sollte genutzt werden, um Marketing- und Verkaufsstrategien besser anpassen zu können, um Fehleinschätzungen und Frustration zu vermeiden.