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Klare Regeln und Prinzipien, wie sie für agile Methoden definiert sind, verbessern die Kommunikation in Unternehmen. Bild: © alphaspirit - Fotolia.com

In dieser immer komplexer werdenden Welt, die gleichzeitig massiven Zeit- und Kostendruck mit sich bringt, stellt sich die Frage, welchen Weg man mit seinen Mitarbeitern in die digitale Transformation geht. Neue Denk- und Sichtweisen werden benötigt. Agile Methoden haben eine Favoritenrolle, weil mit ihnen Komplexität erfolgreich gemeistert werden kann. Die Methoden sind allerdings auch komplex in der Einführung. Wo also ansetzen?

Kürzlich las ich von Überlegungen, nur mir jenen Mitarbeitern zu gehen, die fähig oder willens sind, den Weg des großen Wandels mitzugehen. Mein Frage: will man die 'Nicht-Fähigen' entlassen?

Keep it simple

Mein Vorschlag: Möglichst einfach und in kleinen Schritten anfangen!

Wie in meinem Juli-Artikel begonnen, schlage ich das Vorbereiten auf agiles Arbeiten in Anlehnung an künstlerisches Arbeiten und an Regeln agiler Methoden vor. Hierfür habe ich das Design Thinking gewählt. Wenn Sie beginnen, sich mit den Regeln und Prinzipien des Design Thinking zu beschäftigen, fällt auf, dass es immer sehr klare Regeln für die Kommunikation und die innere Haltung (Sichtweise) gibt. Viele dieser Regeln sind außerhalb der Methode anwendbar, denn im Wesentlichen handelt es sich um bekannte Kommunikationsregeln, die einfach konsequent angewendet werden müssen, um zu funktionieren. Andere Regeln steuern auf mehr Offenheit in der Kommunikation und mit dem Fehler-Machen zu. Eine Anzahl dieser Regeln zu praktizieren, ist ein erster großer Schritt, um Ihre Belegschaft fit zu machen für agiles Arbeiten.

Die Chance ist, dass Sie sich nicht auf wenige ausgewählte Mitarbeiter beschränken, die mit agilen Methoden arbeiten, sondern eine größere Anzahl Ihrer Mitarbeiter auf die neue Arbeitswelt vorbereiten.

Einfach anfangen

Der Anspruch, alles perfekt machen zu wollen, wie beispielsweise eine agile Methode gleich perfekt einzuführen, führt eher dazu, dass nichts in Angriff genommen oder ausprobiert wird. Das ist die alte Haltung.

Agile Methoden sind nah bei der Art, wie Künstler denken und handeln. Das hat noch etwas Kindlich-Spielerisches und scheut sich nicht, Unbekanntes auszuprobieren und damit zu scheitern, um dann voller Schaffensfreude wieder neu zu beginnen - um eine Erfahrung reicher. Dieses Verhalten bewundern viele an der Start-up-Szene. Die geht mit Vielem spielerisch-experimentell um und verwendet eine Sache vielleicht völlig zweckentfremdet oder ganz neu - wie Künstler.

Agiles Arbeiten fordert diese Haltung. Und diese Haltung muss vom Top-Management unterstützt und vorgelebt werden. Das soll nicht heißen, dass beispielsweise das Rechnungswesen von nun an experimentell mit Zahlen jongliert; sondern gemeint ist eine neue wertschätzende Grundhaltung mit einer hierarchieübergreifenden Offenheit für Neues im gesamten Unternehmen.

Jetzt werden wir konkret: Design-Thinking-Regeln helfen dabei leichter die Prinzipien agilen Arbeitens zu verstehen und anzuwenden. Üben ist - wie immer - das Zauberwort.

Design Thinking

Entwickelt wurde Design Thinking von Terry Winograd, Larry Leifer und David Kelley, dem Gründer der Design- und Innovationsagentur IDEO, die das Konzept auch vermarkten. Der große Förderer dieser Methode ist der Milliardär Hasso Plattner. Seit 2005 wird Design Thinking am Hasso Plattner Institut (HPI) in Stanford gelehrt, seit Oktober 2007 am HPI in Potsdam und weltweit an verschiedenen Universitäten. In Bezug auf Design Thinking wird oft betont, dass es ein Ansatz und nicht wirklich eine Methode ist.