Kritik im Unternehmen, Bild: © pathdoc- Fotolia.com

Am Theater heißt Kritik "Kritik" und dient der Optimierung. Das sollte in Unternehmen auch so sein. Bild: © pathdoc- Fotolia.com

In erster Linie muss der Fehler aus der Tabu-Zone heraus, denn auch menschliche Entwicklung kommt ohne Fehler nicht aus. Wichtigste Punkte sind hierbei: der persönliche Umgang mit den Fehlern der anderen und mit den eigenen; das Entlarven persönlicher Fehler-Verhaltens-Muster, um diesen nicht weiter ausgeliefert zu sein; das Entwickeln einer erweiterten Sicht auf Fehler sowie das Vorleben und Üben einer sich daraus entwickelnden positiven Fehler-Kultur.

Das Fehler-Machen

Woran denken Sie beim Thema Fehler-Machen: an Blamage, Schwäche, Versagen, Bestrafung? Die Liste ist beliebig lang. Aber denken Sie wirklich oder haben Ihre Panik-Gefühle und Reaktions-Muster Sie im Griff? Ist Ihr Reflex auf Ihren Fehler rational-vernünftig? Wie reagieren Sie auf das Fehler-Machen anderer?

Reaktions-Muster auf das Fehler-Machen sind beispielsweise: Selbst-Kritik, Angst vor Strafe, Verdrängung, Aggression, Erstarrung oder Handlungsunfähigkeit. Wird jemand auf einen Fehler hingewiesen, ist die unreflektierte Reaktion oft Aggression oder Angriff. Sehr stark wirkt auch die Angst vor Kritik, sie unterbindet offene Kommunikation und verhindert Aktion.

Umgehen mit Fehler-Mustern am Theater

Der schlimmste Fall ist der Fehler in der Öffentlichkeit, hier wirken unsere Muster am deutlichsten. Ein Bühnen-Schauspieler muss im Fehler-Fall einen möglichen Textverlust vermeiden, dazu muss er aufkeimende Panik-Muster rechtzeitig wahrnehmen, um dem daraus entstehenden Gefühls- und Gedanken-Karussell nicht nachzugeben. Das verlangt von den Bühnen-Darstellern:

  • Fehlerakzeptanz lernen
  • Umgang mit Fehler-Panik-Mustern lernen
  • Keine Angst vor Kritik

Unsere archaische Reaktion auf Fehler ist oft: Angst vor Bestrafung oder "ausgelacht zu werden". Und auch dem Hinweis auf einen gemachten Fehler setzt man sich nicht gerne aus. Das menschliche Fehler-Machen ist tabuisiert und das mindert die Qualität der Kommunikation erheblich. Die Einstellung zum Fehler, primär der Führungskräfte, prägt die Fehler- und Kommunikations-Kultur im Unternehmen. Für eine Veränderung wird Selbst-Reflektion und eine erweiterte Haltung zum Fehler benötigt, wie sie auch für die Bühne gilt. Der erste Schritt ist, mögliche positive Aspekte zum Fehler-Machen ins Bewusstsein zu rücken. Der allerwichtigste: das Fehler-Machen ist menschlich.

Lernen heißt Fehler machen
Wenn Sie neue Fertigkeiten lernen wollen, müssen Sie akzeptieren, Fehler zu machen, immer wieder zu scheitern, bis Sie es können. Künstler und Sportler kennen das. Ein Zeichner macht einen Entwurf und wenn der ihm nicht gefällt, schmeißt er ihn weg. Er zeichnet den nächsten Entwurf und wenn der auch nicht gefällt - weg damit. Ein Gedanke von Fehler kommt im künstlerischen Schaffen nicht auf. Ähnliches gilt für Sportler.

Von der Bewertung zur Fehler-Akzeptanz
Wenn Sie ihre Fehler-Panik-Muster erforschen, werden Sie bemerken, dass Sie auf Ihre Fehler unterschiedlich reagieren, je nachdem, in welcher Haltung und in welchem Umfeld Sie sich befinden. Nehmen wir an, Sie lernen das Jonglieren. Sie verzeihen sich, wenn Bälle beim Üben herunterfallen. Doch wie wäre es, wenn Sie vor den Augen Ihrer Kollegen oder Mitarbeiter üben sollten? Bekäme der Fehler plötzlich eine größere Bedeutung? Oder könnten Sie Fehler jetzt ebenso akzeptieren?

Veranstaltungshinweis

Vortrag: "Führung 4.0, Digitale Transformation, Arbeitswelt 4.0 - Der Mensch muss sich verändern"

Datum: Donnerstag, 9.6.2016, 19 Uhr

Referentin: Amanda Pur

Ort: manager lounge, Der Businessclub des manager magazins, local lounge Hannover