Ähnlich wie Pflanzen müssen Innovationen  kontinuierlich wachsen. Damit sie nicht schon im Keim ersticken, benötigen sie ein förderliches Klima. Bild: hiphoto39 - Fotolia

Ähnlich wie Pflanzen müssen Innovationen kontinuierlich wachsen. Damit sie nicht schon im Keim ersticken, benötigen sie ein förderliches Klima. Bild: hiphoto39 - Fotolia

Mit dem digitalen Wandel gewinnt die Innovationskraft an Bedeutung. Nur wer Prozesse optimiert und neuartige Produkte und Dienstleistungen entwickelt, kann sich gegenüber Konkurrenten behaupten und sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Unternehmen, die ihre Innovationskraft steigern möchten, können dazu fünf Schritte nutzen. Erster Schritt: Transparenz durch klare Rollenverteilung schaffen! Weil Projekte komplexer werden und Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen und Abteilungen zusammenarbeiten, gehen die Aufgaben und Verantwortlichkeiten fließend ineinander über. Außerdem müssen die Mitarbeiter ständig zwischen dem Projekt- und dem Tagesgeschäft hin- und herspringen. Für Führungskräfte wird es dadurch schwieriger, die Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche der Mitarbeiter zu überblicken. Das führt zu Intransparenz, zu Überlastung der Spezialisten und lässt keinen Raum für Kreativität. Um ein Innovationsklima zu etablieren, müssen Unternehmen für Transparenz sorgen und Raum für stressfreien und kreativen Austausch schaffen. Sinnvoll ist es beispielsweise, den Schwerpunkt von der Linien- auf die Projektorganisation zu verlagern. Mitarbeitern werden so klare Rollen zugewiesen und sie sind für ein bestimmtes Zeitfenster nur in einer Rolle tätig.

Den Mitarbeitern Zeit freischaufeln

Zweiter Schritt: Freiräume für Kreativität schaffen! Ein gestresster Geist entwickelt keine Innovationen. Sind die Mitarbeiter zu sehr in das Tagesgeschäft eingebunden, haben sie keine Kapazitäten für neuartige Produkte und Dienstleistungen. Dabei sind Störungen einer der größten Stressfaktoren des Alltags. Durch einen rollenbasierten Ansatz arbeiten Mitarbeiter ohne Unterbrechungen konzentriert am Stück. Das reduziert den Stress und spart täglich bis zu eineinhalb Stunden Arbeitszeit pro Mitarbeiter. Diese gewonnenen Freiräume sollten Mitarbeiter nutzen dürfen, um neue Ideen zu entwickeln und Innovationen voranzutreiben.

Auf im Betrieb vorhandenes Wissen zurückgreifen

Dr. Consuela Utsch, Geschäftsführerin von Acuroc, hat eine Methode namens AQRO entwickelt, die das Änderungsmanagement unterstützt und die Innovationskraft steigert. Bild: Acuroc GmbH
Dr. Consuela Utsch, Geschäftsführerin von Acuroc, hat eine Methode namens AQRO entwickelt, die das Änderungsmanagement unterstützt und die Innovationskraft steigert. Bild: Acuroc GmbH

Dritter Schritt: Auf internes Wissen zurückgreifen! Kreativität und Innovationskraft sind etwas Organisches, das im Unternehmen wachsen muss. Es gibt Unternehmen, die eigens ein Start-up gegründet haben, um Innovationen zu fördern. Die Resultate waren jedoch so weit von der Praxis entfernt, dass sich von den Ergebnissen nichts umsetzen ließ. Ähnlich unbefriedigend sind die Resultate von Unternehmen, die plötzlich Innovationsworkshops durchführen und auf verwertbare Ideen und Ergebnisse hoffen. Die Entwicklung neuer Services und innovativer Ideen ist ein kontinuierlicher Prozess und lässt sich nicht von der Managementebene ad hoc an den Mitarbeiter diktieren oder von ihm einfordern. Außerdem sollten Innovationen immer auf Basis des internen Wissens entstehen, weil so genug Bodenhaftung vorhanden ist.

Standortübergreifendes Wissen nutzen

Vierter Schritt: Von virtuellen Teams profitieren! Die Produktion, die Distribution oder der Vertrieb eines Unternehmens sind häufig weltweit verstreut. Durch Übernahmen von Businessbereichen kommen neue Standorte hinzu. Von einer effizienten, standortübergreifenden Zusammenarbeit profitiert die Innovationskraft jedes Unternehmens, da kulturelle Unterschiede, andere Erfahrungen, Arbeitsweisen und Kommunikationsverhalten in die Entwicklung neuer Produkte und Services einfließen. Denn unterschiedliche Perspektiven sorgen für mehr Innovationen. Findet ein regelmäßiger und enger, virtueller Austausch statt, können beispielsweise Herangehensweisen adaptiert und auf andere Märkte angepasst werden. Für die Innovationskraft jedes Unternehmens ist das eine riesige Chance.

Das Wissens-Portfolio ergänzen

Fünfter Schritt: Partnerschaften und Netzwerke ausbauen! Da der Umfang und die Komplexität von Projekten kontinuierlich steigen, stoßen viele Unternehmen an ihre Grenzen. Einen Wettbewerbsvorteil verschafft sich, wer über ein möglichst breites Wissens-Portfolio verfügt. Vor diesem Hintergrund müssen Unternehmen ihr Expertennetzwerk ausbauen und strategische Kooperationen mit geeigneten Partnern eingehen. Dabei kommen dem Unternehmen die Expertise und die Innovationskraft des gesamten Netzwerks zu gute. Durch das Umsetzen ganzheitlicher Projekte steigt auch die Strahlkraft als innovativer Lösungsanbieter. aru

Das bleibt hängen: Fünf Schritte für mehr Innovtionskraft

1. Schritt: Durch klare Rollenverteilung mehr Transparenz dafür schaffen, welcher Mitarbeiter wofür verantwortlich ist. Die Ziele: Kreativitätsfeindliche Überlastung der Spezialisten vermeiden und einen Austausch zwischen den Mitarbeitern ermöglichen.
2. Schritt: Freiräume für Kreativität schaffen, indem die Mitarbeiter konzentriert und ohne Unterbrechung längere Zeit an einem Stück arbeiten können.
3. Schritt: Auf internes Mitarbeiterwissen zurückgreifen und dabei Ideen für neue Produkte und Dienstleistungen kontinuierlich wachsen lassen.
4. Schritt: Eine standortübergreifende Zusammenarbeit nutzen, und die unterschiedlichen Perspektiven und Arbeitsweisen in die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen einfließen lassen.
5. Schritt: Das Unternehmensexpertenenetzwerk ausbauen und strategische Kooperationen mit geeigneten Partnern eingehen, um mithilfe von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen ganzheitliche Lösungen zu entwickeln.