Werkzeugdrohne, Bild: Design Tech

Am 11. Juli 2017 stellte Design Tech die Zukunftsvision mehrerer Unternehmensvertreter namhafter Werkzeughersteller vor. Bild: Design Tech

Drohnen, die in der Luft kreisen und sich automatisch an ein Shuttle, eine mobile Werkstückaufnahme, andocken, um die Werkstücke selbständig zu bearbeiten – die Welt der Fertigung, wie sie Design Tech im Juli 2017 vorstellte, scheint aus einem Science Fiction Roman entsprungen. Doch für die Experten der Branche und den Gründer und Inhaber von Design Tech, Jürgen R. Schmid, ist das Konzept „alles andere als ein Traum“. Für ihn steht fest, dass Werkzeugdrohnen die herkömmlichen Maschinen ersetzen werden. 

Wann Werkzeugdrohnen schleifen, bohren oder per additivem Verfahren Materialien auf die Werkstücke aufbringen werden, ist dabei eine eher untergeordnete Frage. Wichtiger ist für den 61-jährigen Jürgen R. Schmid, der mit seinem Team seit mehr als 30 Jahren ausschließlich für Maschinenbauer arbeitet, dass die Werkzeughersteller verstehen, dass ihre gesamte Branche im Umbruch ist. „Die Digitalisierung verändert die Fertigung und eröffnet ganz neue Geschäftsmodelle“, sagt Schmid, „man muss nur den Mut haben, neue Wege zu suchen und zu gehen“.

Über verrückte Ideen das eigene Potenzial erkennen

Eine Botschaft, die bei den Teilnehmern und Experten aus der Forschung angekommen zu sein scheint. Rudolf Schwaiger, Business Manager bei Bernecker + Rainer nimmt beispielsweise aus der Ergebnispräsentation mit, dass „man über scheinbar verrückte Ideen, das eigene Potenzial viel besser erkennt“. Er hält daher die Herangehensweise von Design Tech „für die richtige“. Eine Einschätzung, die auch Peter Schneck, Geschäftsführer von TDM Systems teilt, der die vorgestellten Ideen in den eigenen Innovationsprozess einbringen will. 

Das Format des Innovationsworkshops ist zwar nicht neu, doch wenn bei der Entwicklung von Zukunftsszenarien Industrial Designer – und nicht Ingenieure – den Hut aufhaben, dann sind „die Ergebnisse grundlegender“, so die Erfahrung von Anja Groß, Success-Industrial-Designerin und Moderatorin der im April und Mai 2017 durchgeführten Innovationsworkshops.

Was kann das Werkzeug der Zukunft leisten?

Beim Workshop „Werkzeug der Zukunft“ beschäftigten sich die Teilnehmer jenseits von derzeit zu realisierenden technischen Parametern zunächst intensiv mit der Frage, was das Werkzeug der Zukunft idealerweise für ihre jeweiligen Kunden leisten könnte. Die kreativen Ideen entwickelte Design Tech dank verschiedener Techniken methodisch zu machbaren Konzepten weiter. 

Insbesondere die Visualisierung der Konzepte trägt laut Schmid wesentlich dazu bei, dass selbst technische Laien die neuen Ansätze verstehen. „So stoßen wir flächendeckende Diskussionen an, die die Umsetzung der Innovationen ermöglichen und treiben“, findet Schmid. hei

So arbeitet das Werkzeug der Zukunft: Die Werkzeugdrohne (Quelle: Design Tech)