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Der Entwurf des VDMA-Einheitsblattes 24903 setzt auf SmartPCN als Kommunikationsstandard für das digitale Obsoleszenzmanagement. Bild: Pixabay - 3dman_eu

Ziel des unter Mitwirkung mehrerer Mitglieder des COG (Component Obsolescence Group) Deutschland e.V. entwickelten VDMA-Einheitsblatts ist es, den manuellen Aufwand für die Bearbeitung von Produktänderungen und –abkündigungen signifikant zu verringern und ein umfassendes Verfügbarkeitsmonitoring und digitales Obsoleszenzmanagement zu unterstützen.

Eine zentrale Rolle nimmt dabei die Weiterentwicklung des von der COG Deutschland spezifizierten SmartPCN-Formates ein, das in der nun vorliegenden Version vor allem auf die speziellen Bedürfnisse von Maschinenbauunternehmen und ihren Zulieferern eingeht.

Dr. Wolfgang Heinbach, Bild: COG
Dr. Wolfgang Heinbach, ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender des Industrieverbandes COG Deutschland. Bild: COG

Die immer kürzeren Produktlebenszyklen haben dazu geführt, dass manche hochinnovative Elektronikkomponenten oft schon nach ein, zwei Jahren nur noch schwer oder so gut wie gar nicht mehr verfügbar sind. Eine Entwicklung, die Geräte- und Anlagenbauer sowie deren Kunden oft teuer zu stehen kommt. Das maschinenlesbare SmartPCN-Kommunikationsformat wurde ursprünglich entwickelt, um Einkäufern, Entwicklern und Projektleitern vor allem das Sammeln und Verarbeiten von Informationen zu der Verfügbarkeit von projektrelevanten elektronischen Bauelementen zu erleichtern. Entsprechend modifiziert, lässt sich nach dem gleichen Prinzip allerdings auch die Verfügbarkeit mechanischer Komponenten, chemischer Stoffe, Software und Dienstleistungen erfassen, überwachen und steuern.

Dr. Wolfgang Heinbach, ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender des Industrieverbandes COG Deutschland und Geschäftsführer bei D+D+M Daten- und Dokumentationsmanagement, erklärt, warum dies im Maschinenbau für ein effizientes Obsoleszenz-Management so wichtig ist: „Inzwischen ist es keine Seltenheit, dass bis zu 50 Prozent der über den gesamten Lebenszyklus eines elektronisch gesteuerten Systems anfallenden Kosten direkt und indirekt durch abgekündigte oder aus anderen Gründen nicht mehr verfügbaren Komponenten verursacht werden. Ohne eine Standardisierung und digitale Verarbeitung aller für ein Projekt wichtigen Verfügbarkeitsdaten könnten diese Kosten in Zukunft möglicherweise noch weiter steigen. Deshalb messen wir dem VDMA-Einheitsblatt 24903 als COG Deutschland große Bedeutung bei, weil es branchenübergreifend nicht nur den rund 3.200 VDMA-Mitgliedern, sondern auch allen anderen betroffenen Unternehmen ergänzend zur IEC 62402 “Obsolescence management – Application guide“ einen zukunftsweisenden Weg in Richtung standardisiertes digitales Obsoleszenzmanagement aufzeigt“.

Der Entwurf des Einheitsblattes 24903 steht bis zum 31. Juli 2017der Öffentlichkeit zur Kommentierung zur Verfügung. Stellungnahmen werden per E-Mail an hilmar.schmieding@vdma.org oder in Papierform an die Abteilung Normung im VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V., Postfach 71 08 64, 60498 Frankfurt erbeten. Die freigegebene Fassung wird für Ende des Jahres erwartet. jl

Der Entwurf steht hier ab sofort zum kostenlosen Download bereit.

Component Obsolescence Group

Die COG (Component Obsolescence Group) Deutschland e.V. ist eine Vereinigung, die sich mit den Ursachen und den Folgen von Produktabkündigungen und ihren Auswirkungen auf die eigene Lieferfähigkeit auseinandersetzt. Sie entwickelt Ideen, Konzepte und Hilfsmittel zur vorausschauenden Vermeidung und dem effizienten Umgang mit einmal eingetretenen Produktabkündigungen. Dabei wird auf pragmatische „Best Practices“-Lösungen gesetzt, die aus dem intensiven Erfahrungsaustausch der Mitgliedsfirmen erwachsen. Ziel ist es, die durch Abkündigungen verursachten wirtschaftlichen Folgekosten zu minimieren.