RMC-Einweihung, Bild: DLR

Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft, Medien, Energie und Technologie, eröffnete das neue Gebäude des Robotik- und MechatronikZentrums in Oberpfaffenhofen. Bild: DLR

In einem feierlichen Akt wurde das neue RMC Gebäude am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen durch Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und Stellvertretende Ministerpräsidentin, eröffnet. Im Rahmen dieser Zeremonie überreichte Staatsministerin Aigner dem DLR auch einen Fördermittelbescheid über 500.000 Euro für den weiteren Ausbau der Kompetenzen im RMC.

Handschlag 2.0, Bild: Maximilian Mutzhas
Die bayerische Staatsministerin Ilse Aigner beim Shakehands mit Toro, einem weiteren humanoiden Roboter am RMC. Bild: Maximilian Mutzhas

Wir haben mit dem neuen Gebäude eine Infrastruktur, die ihresgleichen sucht, um Roboter für Weltraumanwendungen zu entwickeln, aber auch Spitzenforschung in der terrestrischen Anwendung zu betreiben", freut sich Professor Hansjörg Dittus, DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und –technologie.

In Oberpfaffenhofen bilden das Institut für Robotik und Mechatronik und das Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik die Basis des RMC. Vervollständigt wird das Cluster durch das Institut für Optische Sensorsysteme am DLR-Standort in Berlin. Die Forschungskapazitäten des RMC sind so angelegt, dass ein Maximum an Transfers in andere Anwendungsbereiche erfolgen kann. Das neue Gebäude soll die interdisziplinäre Zusammenarbeit im RMC unterstützen, um maximale Synergieeffekte zu erzielen. Damit entsteht für die Automation und Robotik ein nachhaltiger Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort – regional, national und international.

Raum für interdisziplinäre Zusammenarbeit

RMC, Bild: DLR
Das Robotik- und Mechatronik-Zentrum ist ein Cluster, das aus insgesamt drei DLR-Instituten besteht. Bild: DLR

Errichtet wurde der Neubau nach Plänen der Architekten Birk, Heilmeyer und Frenzel. Auf insgesamt vier Ebenen befinden sich Labore und Büroräume für mehr als 300 Mitarbeiter. Im Erdgeschoss befindet sich das knapp 300 Quadratmeter große Hauptlabor, das ringsherum von Nebenlaboren eingefasst ist. Die Laborfläche ist offen gestaltet und kann nach Bedarf flexibel unterteilt werden. Das Untergeschoss beherbergt weitere Forschungsflächen, wie etwa Prüfstände für Industrieroboter oder ein Labor für planetare Exploration, das mobilen Robotern Marsähnliche Testumgebungen bietet.

Das DLR-Institut für Robotik und Mechatronik nutzt die neuen Flächen für Forschung und Entwicklungen im Bereich Raumfahrtrobotik, Medizin- und Pflegerobotik, Industrierobotik, intelligente Servicerobotik und Geländerobotik. "Das langfristige Ziel unseres Instituts ist die Entwicklung von autonomen Robotern und deren Schnittstellen zu Menschen, die es uns ermöglichen, die physische Interaktion mit der Umwelt wirkungsvoller, effektiver und sicherer zu gestalten", so Professor Alin Albu-Schäffer, Direktor des Instituts für Robotik und Mechatronik.Die Roboter sollen in Umgebungen agieren, die für Menschen unzugänglich oder gefährlich sind, diese aber auch während der Arbeit und im alltäglichen Leben unterstützen und entlasten.

Das DLR-Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik entwickelt effiziente Systemsimulationen und intelligente Regelungssysteme für Raumfahrtroboter, Flugzeuge, Straßen- und Schienenfahrzeuge. "Die Kernkompetenz der systemdynamisch ganzheitlichen Auslegung geregelter Systeme hat ein sehr hohes Synergie-Potenzial zwischen Raumfahrt, Luftfahrt, Verkehr, Energie und Sicherheit", sagt Johann Bals, Direktor des Instituts für Systemdynamik und Regelungstechnik.

Das entwickelte Versuchsfahrzeug RoboMobil demonstriert zum Beispiel gemeinsame robotische und regelungstechnische Technologien für planetare Rover und terrestrische Elektromobile. In der Methodenentwicklung trägt das Institut im Bereich der physikalischen Modellierung und Simulation federführend zur Etablierung internationaler Standards bei. Mit den Prüfständen und dem Fahrzeuglabor des Neubaus können die Experten die Durchgängigkeit vom rechnergestützten Entwurf bis zum Hardwaretest umsetzen.

Robomobil, Bild: DLR
Wendig, leicht und in Zukunft auch selbständig: das Robomobil, kurz Romo. Antrieb und Bremse stecken im Rad. Das Elektromobil des DLR nutzt Techniken aus der Raumfahrt. Die Radroboter können einen Weinkel von 90 Grad einnehmen und im Krabbengang seitlich fahren. Bild: DLR

Technologietransfers für Industrie und Forschung

Das Robotik und Mechatronik Zentrum verfügt über ein umfassendes Kompetenznetzwerk und pflegt enge Kooperationen mit Industriepartnern. Nur so ist es möglich, die an den Instituten entwickelten Technologien in marktreife Produkte zu integrieren oder in Form von Lizenzen nutzbar zu machen. Denn Schlüsseltechnologien aus der Automation und Robotik verschaffen der Industrie in Deutschland einen deutlichen Vorteil im internationalen Wettbewerb.

Doch auch innerhalb der Forschungslandschaft kommt es zum Brückenschlag. So ist das RMC sehr erfolgreich darin, seine Entwicklungen aus der Weltraumrobotik auch für Anwendungen auf der Erde nutzbar zu machen und umgekehrt. Prominente Beispiele dafür liegen im Bereich der Leichtbau-, Medizin- und Industrierobotik. Das neue RMC Gebäude gibt den Wissenschaftlern und Entwicklern in Oberpfaffenhofen nun den Raum für neue Ideen, Anwendungen und Konzepte in der Robotikforschung