Mann mit Krawatte, Bild: Pixabay.com

Ein neue Studie prognostiziert eine gravierende Lücke an Fachkräften in den nächsten 10 Jahren in der Elektro- und Informationstechnik. Bild: Pixabay.com

Die Metastudie zieht erstmals Zahlen des Mikrozensus 2013, der Bundesagentur für Arbeit und des statistischen Bundesamtes zusammen und zeichnet damit ein erheblich differenzierteres Gesamtbild als bisherige Studien. Demnach stieg die Anzahl der in Deutschland beschäftigten Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik in den vergangenen Jahren - bis auf das konjunkturschwache Jahr 2009 - stetig an, wobei das mittlere Beschäftigungswachstum zwischen 2005 und 2013 bei 10.500 Elektroingenieuren jährlich lag. Zugleich bewegt sich die Arbeitslosenquote für Elektroingenieure seit Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau von unter 2,5 Prozent, was aus volkswirtschaftlicher Sicht Vollbeschäftigung bedeutet.

Ingenieure aus dem Ausland

Die Zahl der in Deutschland neu ausgebildeten Elektroingenieure konnte in den vergangenen Jahren höchstens den Ersatzbedarf für die aus dem Berufsleben ausgeschiedenen decken. Der wachstums- und technologiebedingte Zusatzbedarf wurde offensichtlich im Wesentlichen von Ingenieuren aus dem Ausland, zum Beispiel aus Südeuropa, kompensiert.

Im Jahre 2013 machten sie 10,6 Prozent der 381.200 erwerbstätigen E-Ingenieure in Deutschland aus. Da für die Zukunft von einem konstant wachsenden Bedarf auszugehen ist, müssen Unternehmen in der nächsten Dekade über 100.000 E-Ingenieure zusätzlich gewinnen. Dabei stehen sie im Wettbewerb mit anderen Industriestandorten in Amerika, Asien und Europa.

"Unternehmen, Hochschulen und Verbände sollten also nicht nachlassen in ihrem Bemühen, mehr Jugendliche für ein Studium der Elektro- und Informationstechnik zu gewinnen und internationale Studierende, Ingenieurinnen und Ingenieure zu integrieren. Und der Bedarf an jungen Menschen in den elektrotechnischen Lehrberufen sollte auch nicht in Konkurrenz zur akademischen Ausbildung gedeckt werden. Denn es gibt eindeutig keine ‚Überakademisierung' in der Elektro- und Informationstechnik, sondern vielmehr einen ‚Double Gap', der Elektroingenieure und Elektrofachkräfte gleichermaßen betrifft", so die Einschätzung von VDE-Vorstandsvorsitzendem Ansgar Hinz.

Bedarf steigt weiter

Die neue Arbeitsmarktstudie bestätigt bisherige VDE-Prognosen. So sehen fast neunzig Prozent der Mitgliedsunternehmen des Verbandes durch die Digitalisierung, Mobilität, Smart Grid oder Industrie 4.0 den Bedarf an Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik weiter steigen.

Für die Redaktion: Die Studie "Erwerbstätigkeit von E-Technik-Ingenieuren im Spiegel des Mikrozensus" ist kostenlos im InfoCenter erhältlich. hei