Roboter hebt mit FormHand Blechteil, Bild: FormHand/IWF/TU Braunschweig

"FormHand"-Greifer in Aktion: Die Technologie ermöglicht die einfachere Handhabung von Blechbauteilen im Produktionsprozess. Bild: FormHand/IWF/TU Braunschweig

Arbeitsschritte und Rüstzeiten einzusparen bedeutet in der Produktion nicht nur Zeitgewinn, sondern auch Kostenersparnis. Das weiß das „FormHand“-Gründerteam von der Technischen Universität Braunschweig. Seit über vier Jahren arbeiten die ehemaligen Doktorranden an der Frage, wie das mit einem einzigen Greifer gelingen kann. Ihre Antwort darauf ist eine hochanpassungsfähige und flexible Handhabungstechnik, kurz „FormHand“. Diese Technologie wollen die Gründer nun gemeinsam mit der Wirtschaftsinformatikerin Kirsten Büchler zur Marktreife führen.

„Den entscheidenden Impuls, unsere Forschungsergebnisse mit einer eigenen Firma auf den Markt zu bringen, war die positive Resonanz aus der Industrie und nicht zuletzt der Innovationspreis der internationalen Ingenieursvereinigung JEC, mit dem FormHand bereits im Jahr 2014 ausgezeichnet wurde“, erklärt Christian Löchte.

Der Vielfalt gerecht werden

FormHand mit Teilzuschnitt, Bild: FormHand/IWF/TU Braunschweig
Auch verformbare Textilzuschnitte können durch FormHand bewegt und geformt werden. Bild: FormHand/IWF/TU Braunschweig

Mit „FormHand“ möchte sich das Gründerteam noch einer weiteren Herausforderung stellen: der steigenden Produkt- und Variantenvielfalt in Produktion und Logistik. Bauteile und Objekte unterschieden sich unter anderem darin, wie schwer, wie groß, wie verformbar sie sind und wie ihre Oberfläche beschaffen ist. Um dieser Vielfalt mit einem einzigen hochanpassungsfähigen Greifwerkzeug gerecht zu werden, brauche es entsprechende Formflexibilität, erklären die Gründer. Dies führe auch zu einer Reduzierung der Anschaffungskosten und des Umrüstaufwands. Der Schwerpunkt der Technologie solle künftig auf der Handhabung von geometrisch variierenden Blechteilen sowie auf der Verarbeitung von biegeschlaffen Objekten, wie Textilzuschnitten, liegen.

Gegenwärtig baut das Team ein Testcenter in den Räumen des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der TU Braunschweig auf. Dort werden sie an kundenspezifischen Lösungen und Anwendungen arbeiten. In Zusammenarbeit mit ihren Kunden, möchte das Gründerteam Prototypen aufbauen, die dann in Referenzanlagen beim Kunden zum Einsatz kommen werden.

Dass aus der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zweier Doktoranden von einst nun ein Start-up werden kann, dafür sorgt auch das EXIST-Forschungstransferprogramm in den kommenden zwei Jahren mit einer Fördersumme von knapp 800.000 Euro. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt damit herausragende, forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwendigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. hei