Frau mit Handy und Laptop, Bild: Pixabay.com

Zur Halbzeit des Gesetztes zur Geschlechterquote planen deutsche Unternehmen mehr Frauen in Führungspositionen einzusetzen.

Der Studie zufolge planen die befragten Unternehmen Erhöhungen der Frauenanteile für ihre Vorstände um 3,2 Prozentpunkte auf 10,9 Prozent (derzeit 7,7 Prozent), für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands um 4,1 Prozentpunkte auf 18,4 Prozent (derzeit 14,3 Prozent ) und für die zweite Führungsebene um 3,7 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent (derzeit 18,7 Prozent). Für ihre Aufsichtsräte streben die Unternehmen 23,6 Prozent gegenüber 23,0 Prozent an (+0,6 Prozentpunkte).

„Die geplanten Steigerungsraten in Führungspositionen zeigen, dass viele Unternehmen auf einem guten Weg sind – und das trotz des knappen gesetzlichen Zeitfensters von weniger als zwei Jahren“, sagt Holger Lösch, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. „Die Politik muss den Unternehmen jetzt die nötige Zeit geben, um die Maßnahmen wirken zu
lassen. Noch immer entscheiden sich zu wenige Frauen für industrierelevante Berufswege, etwa in Technik- oder Naturwissenschaften. Frauen für Führungspositionen zu finden, ist erschwert durch noch traditionelle Rollenbilder und die oft fehlende Möglichkeit, Familie und Beruf besser vereinbaren zu können“, erklärt Lösch.

Thema Vielfalt angehen

„Die Unternehmen verstehen, dass sie das Thema Vielfalt ganzheitlich angehen und vor allem die Unternehmenskultur verändern müssen“, erläutert Anne von Fallois, Director Political Relations bei Kienbaum.

„Demografischer Wandel, Digitalisierung und veränderte Vorstellungen von Führung und Zusammenarbeit in der Generation Y lenken die Aufmerksamkeit verstärkt auf qualifizierte Frauen für Führungsfunktionen. Mehr Vielfalt auf den Führungsetagen ist einerseits Ergebnis, anderseits aber auch Voraussetzung eines zeitgemäßen Wandels in der Unternehmenskultur. Daran arbeiten viele Unternehmen, um den eigenen Erfolg in einer veränderten Arbeitswelt zu sichern“, sagt von Fallois weiter.

An der Studie haben 175 Unternehmen teilgenommen. Mit 18 Teilnehmern wurden qualitative Tiefeninterviews geführt. Die Studie soll ein erstes aussagekräftiges Stimmungsbild darüber abgeben, wie Unternehmen die neuen gesetzlichen Verpflichtungen wahrnehmen und umsetzen.