Mann mit Telephone, Bild: Pixabay.com

Manager investieren zu wenig Zeit in die Digitalisierung. Nur 15 Prozent der Manager pflegen das Thema mindestens fünf Stunden wöchentlich. Unter den Vorständen und Geschäftsführern betreiben immerhin 22 Prozent diesen zeitlichen Aufwand. Bild: Pixabay.com

Geringe digitale Kenntnisse der Mitarbeiter sind angesichts der Herausforderungen der Industrie 4.0 die sprichwörtliche Achillesferse der deutschen Wirtschaft: Nur ein knappes Drittel der Belegschaften in den Unternehmen hat einen guten oder sehr guten Überblick in diesen Dingen. Aber auch im Top Management sowie in der zweiten und dritten Führungsebene ist der Anteil mit 47 Prozent nach wie vor zu gering. Doch statt diesen Rückstand mit aller Kraft aufzuholen, investiert etwa jede zweite Spitzenkraft nur bis zu zwei Stunden pro Woche im Büro, nach Feierabend oder am Wochenende, um das eigene Digital-Wissen sowie das des Unternehmens auszubauen. 22 Prozent der Manager nehmen sich sogar weniger als eine Stunde wöchentlich dafür Zeit.

„Die geringe Bereitschaft, sich on- oder off-the-Job mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen, wird oft damit entschuldigt, dass der operative Alltag einem zu wenig zeitliche Spielräume lasse“, hat Peter Schoppe, Associate Partner bei Rochus Mummert, beobachtet. „Dabei müsste das Thema doch längst fester Bestandteil des Berufslebens einer Führungskraft sein. Denn nur wer ständig über Neuerungen in Sachen Digitalisierung und Industrie 4.0 auf dem Laufenden bleibt, kann auf die disruptiven Veränderungen der Märkte reagieren, sie nutzen oder sogar vorantreiben.

Unter Geschäftsführern ist Lernbereitschaft groß

Unter den befragten Vorständen und Geschäftsführern ist die Lernbereitschaft vergleichsweise höher: Der Studie zufolge investieren fünf Prozent von ihnen mehr als einen Tag pro Woche in das Thema Digitalisierung, 17 Prozent mindestens fünf Stunden und 40 Prozent zwei bis fünf Stunden. Digitalisierungsexperte Schoppe: „Die Studienergebnisse bestätigen den Eindruck aus der Praxis, dass die erste Ebene in den Unternehmen die Digitalisierung forciert – oder eben forcieren muss. Dennoch tut das Top Management insgesamt zu wenig. Seine Bereitschaft, sich auch außerhalb des Geschäftsalltags mit der digitalen Transformation zu beschäftigen, sollte daher dringend steigen.“

Ein weiterer Grund für den begrenzten Lerneinsatz vieler Manager könnte laut der Rochus-Mummert-Studie eine andere Selbstwahrnehmung in digitalen Belangen sein. Zählen sich doch zwei von drei Befragten bereits zu den Digital Leadern ihres Unternehmens. „Leider überschätzen nicht wenige Spitzenkräfte ihre digitalen Fähigkeiten, da sie sich meist nur mit ihren direkten Kollegen und Mitarbeitern vergleichen statt den Austausch außerhalb der eigenen Organisation zu suchen“, sagt Schoppe von Rochus Mummert. „Die digitale Reise eines Unternehmens ist immer ein Führungsthema. Nur wer seiner Belegschaft die Begeisterung für die Digitalisierung und das Verlassen gewohnter Pfade vorlebt, wird letztlich den Funken auf die Mitarbeiter übertragen können.“ hei

Studie Digital Leadership 2017

Für die Rochus-Mummert-Studie „Digital Leadership 2017“ wurden im Februar und März dieses Jahres 114 Eigentümer und Top Manager deutscher Unternehmen befragt. 48 Prozent der Teilnehmer sind Vorstände oder Geschäftsführer, weitere 20 Prozent fungieren als Geschäftsbereichsleiter. Die meisten Teilnehmer arbeiten im Apparate-, Maschinen- und Anlagenbau, dem Sektor Chemie/Pharma, der Automobilindustrie sowie in der ITK-Branche. Die Studie wurde geleitet von Dr. Carlo Mackrodt , Partner im Münchener Büro von Rochus Mummert, und Herrn Peter Schoppe, Associate Partner im Münchener Büro von Rochus Mummert, die bei Rochus Mummert das Thema Digital Leadership verantworten.