Blutgefäße aus der Zuckerwattemaschine im Video der Vanderbilt University

Zuckerwattemaschinen sind nicht nur für Schleckermäuler gut, sondern auch für die Wissenschaft. Forscher an der Vanderbilt University züchten in der Maschine dreidimensionale Geflechte für Blutgefäße, die sonst schwer herzustellen sind. Die Maschine zieht Fäden mit einem Zehnteldurchmesser von Haaren, was der Größe von Gefäßen entspricht. Dafür wird das Polymer PNIPAM (Poly-N-Isopropylacrylamid) für die Geflechte benutzt. Es wird mit einem körperwarmen Gemisch aus Gelatine und menschlichen Zellen übergossen. Anschließend wird der Zellklumpen abgekühlt, wobei das Polymer sich auflöst und in die Gefäße nun eine Nährstofflösung für die Zellen fließen kann.

Die Gefäße haben einen Durchmesser von zwei bis 55 Mikrometer. Nach einer Woche waren 90 Prozent der eingeschlossenen Zellen noch am Leben und funktionstüchtig.

Problematische Gefäße

Im Momente ist die Herstellung von künstlichen Gefäßen ein Problem. Tierische Zellen können sie nicht zuverlässig selber bilden. Für dreidimensionale Zellanhäufungen sind Gefäße nötig, um auch die innen liegenden Zellen zu ernähren. Mit den Gelatineblöcken aus der Zuckerwattemaschine wird dies nun einfacher – und günstiger.

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