Chinesischef Tempel, Bild: Pixabay.com

Industrie 4.0 hilft bei der zunehmenden Automatisierungswelle in China. Bild: Pixabay.com

"Es ist ganz deutlich eine technische Aufwärtsentwicklung erkennbar“, sagte Gero Willmeroth, President Sales and Service bei Engel Austria beim „Talk im Pavillon“ des VDMA auf der K 2016. Die Unternehmen müssten aber nicht nur den Kostendruck ausgleichen.

Sie würden zunehmend auch von ihren Kunden dazu gedrängt, auf deren High-tech-Level zu produzieren. „Alles dreht sich bei den chinesischen Firmen um Effizienz. Wir müssen Lösungen anbieten, die den chinesischen Kunden helfen, effizienter zu werden“, sagte Dr. Reinhard Schiffers, Head ofMachine Technology in der KraussMaffei Gruppe. Industrie 4.0 wird daher als Weg gesehen, dieses Ziel zu erreichen

Hindernisse für die Digitalisierung

Noch gibt es für den Einzug von Digitalisierung und Vernetzung in großem Stil eine Reihe von Hindernissen. Eines liegt in der technischen Infrastruktur.„Es gibt noch erhebliche Beschränkungen. Schnelles Internet ist eine Seltenheit. Auch die Zuverlässigkeit des Internet ist vielfach völlig unzureichend“, sagte Willmeroth. Daneben fehlt es überall an gut ausgebildeten Fachkräften. „Es ist eine sehr große Herausforderung, talentierte Leute zu bekommen.

Die Schulen bringen immer noch nicht genügend junge Menschen hervor, die in den Betrieben eingesetzt werden können“, sagte Uwe Thönniss, früher CEO der Firma Servtec der Brückner Gruppe. Hinzu kommt ein nur sehr schwach ausgeprägtes Verständnis für Datensicherheit.  

Dennoch geht für die deutschen Unternehmen kein Weg daran vorbei, in China eigene Produktionen zu unterhalten und, zumindest in der Zukunft, auch einen Teil der Forschung und Entwicklung lokal anzusiedeln. Anfangs, indem Produktentwicklungen an chinesische Anforderungen angepasst werden, später durch die Entwicklungen eigener Produkte für den chinesischen Markt. „Wir werden in Zukunft einen größeren Teil der Wertschöpfungskette in China sehen“, sagte Willmeroth.

Für China ist Industrie 4.0 noch eine Vision

Noch ist Industrie 4.0 kein Technologie-Trend. „China ist immer noch ein Schwellenland. Die Voraussetzungen für Industrie 4.0 sind noch nicht gegeben“, hatte am Morgen auch Stanley Chu, Chairman der Messegesellschaft Adsale. Es gebe nur vereinzelt Unternehmen, die heute schon auf vernetzte Produktion setzten.

Industrie 4.0 sei für chinesische Firmen noch eine Vision. Allerdings eine, die in absehbarer Zeit Realität werden müsse, wolle man dem zunehmenden Kostendruck etwas entgegen setzen. Chu will deshalb das Thema Industrie 4.0 mithilfe des VDMA auf der nächsten, von Adsale organisierten Branchenmesse Chinaplas in den Vorderrund stellen.

Das Interesse an Industrie 4.0 ist zumindest seitens der chinesischen Messebesucher auf der K 2016 groß. Aber auch die Zahl der Aussteller ist groß. „Die chinesischen Aussteller sind sehr wichtig für die K“, sagte Erhard Wienkamp, Abteilungsdirektor der Messe Düsseldorf. Über 200 Aussteller aus dem Reich der Mitte waren 2016 auf der K in Düsseldorf vertreten. hei