Entwicklerteam: Magnetische Durchflusszytometrie, Bild: AMA

Die Gewinner des AMA Innovationspreises 2016 des Projekts Magnetische Durchflusszytometrie (v.li.): Peter Krause (AMA), Oliver Maiwald, Johan Jansen (Sencio), Dr. Oliver Hayden, Mathias Reisbeck, Lukas Richter (Siemens Healthcare), Dr. Ronald Lehndorff (Sensitec), Ignas van Dommelen (Sencio) Professor Dr. Andreas Schütze (Jury/Uni des Saarlandes). Bild: AMA

Das Projekt Magnetische Durchflusszytometrie wurde vom Entwicklerteam der Siemens Healthcare, Sensitec, Sencio B.V. und M2 Automation entwickelt. Die magnetische Durchflusszytometrie ermöglicht durch spezifische magnetische Markierung mit einem rein magnetischen Workflow in einer Kartusche den Nachweis von Zielzellfunktionen ohne Probenaufbereitung direkt im Patientenblut. Dies geschieht durch eine magnetische Laufzeitmessung des Signals patientennah in einem Tischgerät innerhalb weniger Minuten.

Die hohe Messpräzision eröffnet Therapieentscheidungen mit instabilen zellulären Biomarkern, die bisher bei konkurrierenden Verfahren keine Routineanwendung erlaubten aufgrund hoher Investitionskosten und Spezialisten-Wissen.

Nerven aus Glas

Projekt Nerven aus Glas, Bild: AMA
Die weiteren Gewinner de AMA Innovationspreises 2016 (v.li.): Peter Krause (AMA), Professor Dr. Wolfgang Schade, Dr. Martin Angelmahr (Fraunhofer-HHI) Anna Lena Baumann (Photonik Inkubator/Fraunhofer-HHI) Professor Dr. Andreas Schütze (Jury/Uni des Saarlandes). Bild: AMA

Die zweite prämierte Innovation sind die Nerven aus Glas. Die neuartige faseroptische 3D-Positionierung von Herzkathetern ist als präzises Navigations- und Trackingsystem von großer Bedeutung in der minimal-invasiven Radiologie und Chirurgie.

Eine dreidimensionale Form- und Bewegungserfassung mittels faseroptischer Sensorik ermöglicht eine Repositionierungsgenauigkeit von Herzkathetern unter einem Millimeter. Dies trägt entscheidend zur Verbesserung des Erfolges und Reduzierung der benötigten Operationszeit der zugrunde liegenden medizinischen Behandlung bei.

Sonderpreis für 4D-Mikroskop-Kamera

Den Sonderpreis erhielt das Entwicklerteam um Dr. Rachel Wang Ruiqi (d'Optron Pte Ltd., Nanyang Technological University) für die Entwicklung des ‚d’Bioimager‘, einer echten 4D-Mikroskop-Kamera (3D-Bildgebung in Echtzeit), insbesondere für biomedizinische Anwendungen. Das ‚Junge Unternehmen‘ aus Singapur erhielt als Sonderpreis einen kostenfreien Messeauftritt auf der Sensor+Test 2016.

„In diesem Jahr bewarben sich 41 innovative Forscher- und Entwicklerteams mit hochkarätigen Entwicklungen um den AMA Innovationspreis. Die beiden Gewinnerprojekte Magnetische Durchflusszytometrie und Nerven aus Glas lagen mit wissenschaftlich herausragenden Lösungen und erkennbarem praktischen Nutzen eine Nasenlänge vor den anderen Nominierten“, erklärt der Juryvorsitzende Professor Andreas Schütze von der Universität des Saarlandes die diesjährige Auswahl.

„Insgesamt hat in diesem Jahr aber die Sensorik in der Biomedizintechnik gewonnen. Überraschenderweise entwickeln alle fünf nominierten Teams innovative Lösungen für medizinische Anwendungen basierend auf ganz unterschiedlichen Prinzipien der Sensorik und Messtechnik“, sagt Schütze weiter.