Stentrode in der Vene, Bild: Screenshot verlinktes Video, University of Melbourne

Die Stentrode nimmt Gehirnsignale auf. Diese Gedanken sollen erfasst, entschlüsselt und per WLAN durch die Haut an eine Exoskelett übertragen werden, um es zu bewegen. Bild: Screenshot verlinktes Video, University of Melbourne

Die Stentrode sammelt im Gehirn Signale und erlaubt es gelähmten Patienten mit Hilfe eines Exoskeletts zu gehen - allein gesteuert von den eigenen Gedanken. Diese Gliedmaßensteuerung durch Gedanken wurde von 39 Wissenschaftlern von insgesamt 16 Bereichen der University of Melbourne entwickelt - Medizin, Wissenschaft, Veterinärmedizin oder die Ingenieurswissenschaft waren am Projekt beteiligt. Die Wissenschaftler bedienen sich bei der Stentrode der Stent-Technik. Mit einem Katheder bringen die den Sensor, ei Geflecht aus hauchdünnem Draht, im Gehirn an die richtige Stelle. Dieser ist mit Elektroden ausgestattet, der die Hirnaktivitäten aufzeichnet.

Stentrode Skizze, Bild: Screenshot verlinktes Video, University of Melbourne
Die Stentrode sammelt dank winzigen Elektroden Gehirnsignale im Bewegungszentrum des Gehirns. Diese gesammelten Daten sollen dann kabellos Prothesen und Exoskelette steuern. Bild: Screenshot verlinktes Video, University of Melbourne

Diese Technik könnte auch Parkinson-Patienten, Patienten mit motorischen Störungen oder mit epileptischen Anfällen helfen.

In der ersten Testphase haben die Entwickler um den Wissenschaftler Thomas Oxley den Stent mit den Elektroden in Schafen implementiert. Der etwa 30 Millimeter und knapp fünf Millimeter große Sensor wurde bis zu 190 Tage in der Bewegungssteuerung des Großhirnareals gelassen. Die Auswertungen der Daten zeigte, dass die Qualität der Signale vergleichbar hoch ist wie die bei der Elektrokortikografie. Dabei werden Elektrodengatter auf die Gehirnhaut geleg und liefert zurzeit die besten Daten aus dem Gehirn.

Noch befindet sich die Stentrode in einer frühen Testphase. So sendet sie noch ihre Messwerte über ein Kabel, das an der Einschubstelle am Hals den Körper verlässt. Ziel ist eine kabellose Übertragung. 2017 sollen dann erste Tests am Menschen durchgeführt werden.

Die Stentrode im Video der University of Melbourne