Smart Factory KL, Bild: IBM

Die im DFKI in Kaiserslautern beheimatete Smart Factory KL ist eine weltweit einzigartige herstellerunabhängige Demonstrations- und Forschungsplattform. Hier werden Informations- und Kommunikationstechnologien und deren Einsatz in einer realitätsnahen industriellen Produktionsumgebung getestet und weiterentwickelt. Bild: IBM

das Projekt S4SmartPro, wurde innerhalb von 24 Monaten bis zum Projektende in diesem Jahr durchgeführt und ist gefördert vom BMWi aufgrund eines Beschluss des Deutschen Bundestags. Gemeinsam wurden geeignete Schutzmechanismen für unterschiedliche Bedrohungsarten erforscht und die passenden Lösungen zur Abwehr als Systemprototyp auf der Produktionslinie der im DFKI beheimateten Technologie-Initiative SmartFactory KL e.V. umgesetzt. Die Ergebnisse können Unternehmen in intelligenten Produktionstechnologien nach Industrie 4.0 nutzen.

Konkret wurden im Keyfinder-Demonstrator der Smart Factory KL die RFID-Leser auf OPC-UA-Kommunikation erweitert und die sicherheitskritischen privaten Schlüssel in Smart-Card-Chip-basierten Codemeter Dongles gespeichert. Dies passiert in einer Art und Weise, dass zwar proprietäre Technologie zur sicheren Speicherung verwendet wurde, die OPC-UA-Kommunikation aber hundertprozentig konform zum offenen ISO-Standard von OPC UA erfolgt. Ferner wurden die für die Produktion relevanten Daten im RFID-Tag des Werkstücks signiert gespeichert und damit vor Manipulation gesichert. Zur Signaturprüfung und Echtheitsbestätigung wurde eine App auf einem Tablet verwendet.

Die Nutzung offener Standards wie OPC UA, symmetrischer Verschlüsselung mit AES sowie asymmetrischer Verschlüsselung mit ECC, ECIES und RSA, die Verwendung von Low-Cost-RFID-Tags mit mittlerem Speicher sowie Standardbetriebssystemen in den Embedded und Cyber Physical Systems bis zur Cloud sichert Interoperabilität und ermöglicht die Umsetzung in vielen Anwendungen.

Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Detlef Zühlke, Vorstandsvorsitzender der Smart Factory KL, betont die große Bedeutung des Themas Security für Industrie 4.0: „Mit Industrie 4.0 hält das Internet der Dinge Einzug in die Fabriken. Um die Vorzüge der cyber-physischen Produktionssysteme ungestört nutzen zu können, ist es wichtig, „Security by Design“ schon in der Planungsphase zentral zu berücksichtigen. Nur so kann Sabotage und Wirtschaftsspionage entgegengewirkt werden.“

Oliver Winzenried, Vorstand und Mitgründer von Wibu-Systems, stellt fest: „Industrie 4.0 funktioniert nur mit ganzheitlichen und nachhaltigen Sicherheitskonzepten. Gerade die wachsende Vernetzung der einzelnen Maschinen lockt Angreifer an, über Schwachstellen einzudringen und die Produktionsprozesse so zu stören, dass immense Schäden entstehen oder wichtiges Know-how in die falschen Hände kommt. Die Erprobung in der Smart Factory KL bietet beste Verwertungsmöglichkeiten.“ jl