Schulungsraum, Bild: Fraunhofer IPA

Innerhalb Europas werden zahlreiche Weiterbildungsangebote stattfinden, um ROS bekannter und leichter nutzbar zu machen. Bild: Fraunhofer IPA

Rosin wird die Verfügbarkeit von hochqualitativen intelligenten Softwarekomponenten für die Robotik stark verbessern. Dieses Ziel erreicht das Projekt, indem es auf das bestehende Robot Operating System ROS aufbaut und die weltweite Entwickler-Community einbindet. Die Initiative ROS-Industrial setzt sich dafür ein, die Verwertbarkeit von ROS für die Fabrikautomation zu verbessern. Das Fraunhofer IPA sowie die TU Delft leiten bereits den europäischen Ableger der Initiative und beraten aus wissenschaftlich-technischer Sicht. Beide Organisationen sind zugleich Partner in Rosin, sodass das Projekt von dem bestehenden Netzwerk und der Zusammenarbeit mit Industriepartnern profitiert.

Was taugt Open-Source-Software?

Um die Projektziele zu erreichen, bearbeiten die Projektpartner – neben dem Fraunhofer IPA sind dies die TU Delft als Koordinator, die IT University Kopenhagen, die Fachhochschule Aachen, Fundacion Tecnalia Research and Innovation und ABB AB – zwei Hauptaspekte zur Tauglichkeit von Open-Source-Software (OSS) für die Produktionstechnik: Zum einen muss die Softwarequalität industrielle Anforderungen erfüllen. Um dies zu sichern, entwickelt die IT University Kopenhagen neue Möglichkeiten, um Code automatisch zu testen. Dies wird ergänzt durch zahlreiche Maßnahmen zur Qualitätssicherung, die auch neue kontinuierliche Integrationstests, sogenannte Model-in-the-Loop-Verfahren, mit ABB-Robotern umfassen.

Zum anderen möchte Rosin das Interesse an OSS vonseiten der Industrie weiter erhöhen und Investitionsmöglichkeiten eröffnen. Zwar gibt es bereits Beispiele für industrielle Anwendungen mit ROS. Zugleich sind Anwendungen eng mit der Frage der Codequalität verknüpft und beides kann sich gegenseitig blockieren: Verbesserungen der Softwarequalität erfordern Investitionen vonseiten der Industrie, die aber wiederum erst investieren will, wenn die Qualität auf einem bestimmten Level ist. Das EU-Projekt wird diese Abhängigkeiten auflösen.

Neue ROS-Komponenten werden entstehen

Parallel zu den Qualitätsverbesserungen entstehen neue ROS-Komponenten und bestehende werden weiter verbessert. Hierfür stehen 50 Prozent des Projektbudgets für die Zusammenarbeit mit europäischen Nutzern und Entwicklern im Rahmen sogenannten "Focused Technical Projects" (FTPs) bereit. Zugleich soll so eine weitere Hürde genommen und das Budget optimal genutzt werden: Erfahrungen zeigen, dass die Industrie ROS-Entwicklungen erst dann fördert, wenn diese erfolgreich umgesetzt wurden. Deshalb stellt ROSIN in den FTPs eine Vorfinanzierung von bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten bereit, um den ersten Meilenstein zu erreichen. Bedingung hierfür ist, dass die Entwickler die weitere Finanzierung sicherstellen.

Unternehmen in der EU oder bestimmten Nachbarstaaten können sich bei Interesse hier für die Zusammenarbeit im Projekt bewerben.

Weiterbildungsangebote geplant

Roboterarm, Bild: TU Delft
Rosin fördert industrielle Anwendungen basierend auf ROS wie die Pick-and-Place-Anwendung, die bei der Amazon Picking Challenge präsentiert wurde. Bild: TU Delft

Breite Weiterbildungsangebote, verantwortet von der FH Aachen, sowie Maßnahmen zur Stärkung der Community vonseiten des Fraunhofer IPA werden ROS-Industrial ein bekanntes und leicht nutzbares Werkzeug für die Fabrikautomatisierung machen. Um die Vermarktung zu erleichtern, wird die Tecnalia die Erstellung einer kommerziellen
Release-Vorlage koordinieren, deren Richtlinien technische und auch nichttechnische Aspekte wie beispielsweise Lizenzfragen berücksichtigen. Die steigende Zahl an Studierenden und professionellen Anwendern, die mit ROS vertraut sind, zusammen mit den Vermarktungsaktivitäten werden zu einer breit genutzten, hochqualitativen Open-Source-Softwareplattform führen. hei