Smartphone 3D-Drucker, Bild: Olo 3D/Kickstarter

Die italienische Firma Olo 3D sucht Unterstützer für seinen 3D-Drucker fürs Handy. Für den Druck wird das Licht aus dem Smartphone-Display genutz. Bild: Olo 3D/Kickstarter

Auf Kickstarter promotet das italienische Unternehmen Olo 3D gerade seinen neuen 3D-Drucker. Dieser ist batteriebetrieben, leicht zu transportieren und druckt flüssiges Rohmaterial, ein sogenanntes Daylight Resin, in jede gewünschte Form - und das mit Hilfe des Lichts eines Smartphone-Displays.

Der portable 3D-Drucker wiegt nur 780 Gramm und misst 172 x 115 x 148 Millimeter. Laut den Herstellern kann er mit fast jedem Smartphone, wie beispielsweise dem iPhone 6S+ und Galaxy 7, genutzt werden. Dabei darf das Display nicht größer sein als 5,8 Zoll. Die notwendige App für den Betrieb des 3D-Druckers soll für Android, iOS und Windows Phone verfügbar sein.

Druck per App

Olo-Starteraket, Bild: Olo 3D/Kickstarter
Das Olo-Starterpaket besteht aus dem 3D-Drucker mit einem 100-ml-Fläschchen für 115 US-Dollar. Bild: Olo 3D/Kickstarter

Die Smartphone-App steuert dabei nicht nur direkt den Druckvorgang und die Belichtung der einzelnen Schichten des Objekts, sondern erledigt vor dem Druck auch die Vorbereitung der 3D-Modelle. Durch eine Community soll es sogar möglich sein, fertige 3D-Druckvorlagen auszutauschen.

Olo 3D bietet für seinen portablen Drucker gleich acht verschiedene Materialien an. Neben einem ABS-ähnlichen elastischen Kunststoff in vier Farben gibt es auch ein gummiartiges Material, aus dem sich zum Beispiel Stempel herstellen lassen sollen, sowie ein ausschmelzbares für Metallabgüsse in verlorenen Negativformen. Das Material ist nicht billig, ein Sechserpack mit 100-Gramm-Fläschchen kostet im Rahmen der Kampagne gut 100 US-Dollar, was aber bei lichtempfindlichen Stoffen nicht ungewöhnlich ist. Allerdings bietet das Material auch erstaunliches: Während klassische Stereolithographien mit Isopropanol abgewaschen und nachbehandelt werden müssen, soll es bei Objekten aus Olo reichen, sie einfach unter fließendem Wasser abzuspülen.

Einen 3D-Drucker mit einem Fläschchen Material gibt es bereits für ein Investment von 99 US-Dollar. Beim Versand aus Deutschland kommen noch 29 Dollar fürs Verschicken dazu. Ob der innovative 3D-Drucker im Alltag praktikabel und nützlich ist, bleibt abzuwarten. Denn die Objekte materialisieren sich im Inneren von Olo sehr langsam. So dauert der Druck eines Objekts mehrere Stunden. Und in dieser Zeit muss das Display vermutlich dauerhaft mit maximaler Helligkeit leuchten, was kein Smartphone-Akku sehr lange durchhält. Da bleibt nur der Griff zur Steckdose.

Der Olo im Herstellervideo