Braunkohleabbau, Bild: Pixabay.com

Die Rohstoffversorgung deutscher Unternehmen ist nicht durchgängig gesichert. Das zeigt eine vbw-Studie zur Rohstoffversorgung. Bild: Pixabay.com

Das ist ein zentrales Ergebnis der neuen Rohstoff-Studie, die im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erstellt wurde

Vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt dazu: „Für die Industrie ist eine langfristig gesicherte Rohstoffversorgung Voraussetzung, um produzieren und damit Wachstum und Arbeitsplätze schaffen zu können. Zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Produktionsstandorts Deutschland und des Freistaats mit seinem hohen Industrieanteil ist es daher unerlässlich, die Rohstoffversorgung nachhaltig zu sichern. Hier sind Wirtschaft und Politik gleichermaßen gefordert.“

Versorgung von Rohstoffen wird schwieriger

Für die vbw-Studie wurden 45 Rohstoffe nach verschiedenen Risikokriterien analysiert. Die Versorgung von Unternehmen mit 33 von diesen Rohstoffen wurde mit den Ampelfarben gelb oder rot bewertet.

Brossardt: „Das Ergebnis gibt Anlass zur Sorge, denn: Deutschland ist bei fast allen wichtigen metallischen Primärrohstoffen auf das Ausland angewiesen. Eine hohe Konzentration der Vorkommen auf wenige Länder, politische Instabilität in Förder-staaten, strategische Handelsbeschränkungen und die fehlende Substituierbarkeit von Metallen und Mineralien erhöhen die Risiken der Rohstoffversorgung.“

Während das für die chemische Industrie wichtige Chrom und das für die Elektroindustrie und Medizintechnik bedeutende Tantal im Risiko höher eingestuft wurden als in der Vorgängerstudie 2015, rangieren die Seltenen Erden unverändert in der höchsten Risikoklasse: „Für die Herstellung vieler Hightech-Produkte sind Scandium, Yttrium und Neodym unverzichtbar. Dabei ist ihr Vorkommen regional stark konzentriert und sie sind ohne Leistungsein-bußen nicht ersetzbar.“

Einzelnes Produkt braucht immer mehr Rohstoffe

Die vbw-Studie belegt, dass die Anzahl der benötigten Rohstoffe zur Herstellung eines einzelnen Produktes seit einigen Jahren rasant ansteigt.

„Das ist für die Unternehmen eine Herausforderung. Zur Verbesserung ihrer Rohstoffve-sorgung sollten sie sich zu Einkaufsgemeinschaften zusammenschließen, ihren Materialeinsatz noch effizienter gestalten oder Ersatzstoffe selbst erforschen. Wegen der politischen Dimensionen des Themas müssen Bundesregierung und Bayerische Staatsregierung die Firmen dabei unterstützen, indem sie sich für einen freien Welthandel, den Erhalt internationaler Rohstoffmärkte und die Erschließung neuer Rohstoffmärkte sowie für Länderpartnerschaften mit Förderländern einsetzen“, sagt Brossardt. hei