Industrie 4.0, Bild: in-GmbH

Die Universität Stuttgart unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung von Industrie 4.0. Bild: in-GmbH

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben den ökonomischen Nutzen von Industrie 4.0 bisher noch kaum erfasst und wenig Erfahrung bei der Digitalisierung und echtzeitnahen Vernetzung ihrer Wertschöpfung. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat nun vor diesem Hintergrund auf der Hannover Messe den Bewilligungsbescheid für ein großes Forschungsprojekt an den Leiter des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb IFF, Professor Thomas Bauernhansl, übergeben.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert mit rund fünf Millionen Euro über drei Jahre im Rahmen ihres Zehn-Punkte-Programms und der Hightech-Strategie der Bundesregierung zwei große Linien in diesem Bereich. Etwas über zwei Millionen kann das IFF für die „I4.0-Begleitforschung zur Mobilisierung kleiner und mittelständischer Unternehmen“ ausgeben. Der Rest ist für die Geschäftsstelle der Nationalen Plattform Industrie 4.0 der Bundesregierung vorgesehen.

Einfacher Technologietransfer

Das IFF wird mit dem Forschungsprojekt zur Stärkung, Beschleunigung und Vereinfachung des Technologietransfers zwischen anwendungsorientierten Forschungseinrichtungen und KMU beitragen. Der Fokus auf KMU ermöglicht es
auch bisher noch zurückhaltenden Unternehmen mit beschränkten Ressourcen, Vorreiter bei der Digitalisierung zu werden.

Kompetenter Partner für die Vermittlung zwischen Mittelstand und Forschungseinrichtungen ist die nun am IFF der Universität Stuttgart eingerichtete Nationale Kontakt- und Koordinierungsstelle „I4.0 Testumgebungen für KMU – I4KMU“. Damit ist das Universitätsinstitut erster Ansprechpartner und unterstützt KMU mit Informationen zu Testumgebungen in
ganz Deutschland, zur Fördermaßnahme selbst und zu innovativen I4.0-Projektideen. Aufgrund der großen Erfahrung seiner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kann das IFF ein bundesweites „Matching“ zwischen I4.0-Projektideen aus den Unternehmen und geeigneten I4.0-Testumgebungen in Forschungseinrichtungen herstellen und den KMU die optimalen Kontakte für deren I4.0-Projekte vermitteln.

„Innovative Test-Umgebungen wie das Applikationszentrum Industrie 4.0 in unserem Haus können die Schwellenangst der KMU senken. Wenn Unternehmen eigene Ideen risikolos ausprobieren können, wird die längst fällige Ausbreitung der I4.0-Technologien hoffentlich stark beschleunigt. Ich rate jedem KMU, sich in Sachen Industrie 4.0 beraten zu lassen. Auch wenn am Ende nicht alle in die Digitalisierung einsteigen, für viele Betriebe könnten anhaltendes Desinteresse oder Untätigkeit aufgrund diffuser Ängste am Ende das wirtschaftliche Aus bedeuten“, sagt der Institutsleiter des IFF, Thomas
Bauernhansl.