Simulation Multiphysics, Bild: Autodesk

Bisher waren Simulations- und Visualisierungswerkzeuge vor allem in der Konstruktion im Einsatz, doch auch in der Inbetriebnahme werden sie immer öfters genutzt. Bild: Autodesk

Rund 60 Unternehmen haben an der Erhebung teilgenommen. Die Maschinenbauer gaben Auskunft über die Struktur des Entwicklungsprozesses, den Einsatz von Simulations- und Visualisierungswerkzeugen, die Bedarfsentwicklung der Simulationsaufgaben sowie weitere Verbesserungspotenziale bei der Durchführung von Simulationen.

Entlang des Produktlebenszyklus verwenden aktuell wenige Unternehmen außerhalb der Entwicklung und Konstruktion digitale Abbilder. Rund 95 Prozent der befragten Teilnehmer, die entsprechende Softwarelösungen einsetzen, nutzen sie für konstruktionsbezogene Aufgaben. Hauptanwendungen sind bei 86 Prozent die Konzept- und Entwurfsphase und bei 69 Prozent die Konstruktionsbegleitung. Die Angebotserstellung oder Simulation der Herstellbarkeit haben für weniger als 40 Prozent eine Relevanz.

In Produktion und Arbeitsvorbereitung sowie bei Inbetriebnahme und Service sind nur rund 50 Prozent beziehungsweise 40 Prozent der Unternehmen aktiv. Speziell in diesen nicht konstruktionsbezogenen Anwendungsfeldern kann der oftmals auch als „digitaler Zwilling“ bezeichnete Produktbegleiter gegenüber seinem physischen Bruder zahlreiche Effekte erzielen.

Zum Beispiel schaffen Simulations- und Visualisierungswerkzeuge so eine bessere Transparenz der technischen Eigenschaften und Ursache-Wirk-Prinzipien. Auch Produktentwicklungszeiten sowie Qualitätskosten lassen sich dadurch reduzieren und der Aufwand für die Inbetriebnahme deutlich verringern. Teilweise können sogar zusätzliche Aufträge gewonnen werden.

Inbetriebnahme im Aufwind

Simulationswerkzeuge werden in den kommenden Jahren deutlich mehr Aufgaben übernehmen. Nach mehrheitlicher Ansicht der Teilnehmer ist bis 2020 mit einem wachsenden bis stark wachsenden Bedarf an Simulationsaufgaben zu rechnen. Besonders die virtuelle Inbetriebnahme wird davon profitieren. Nahezu 60 Prozent gehen hier von einer Steigerung aus. Auch in der Konstruktion und Produktion wird es künftig mehr Simulationsaufgaben geben.

Dem Wunsch vieler Teilnehmer der Befragung entsprechend bietet der VDMA künftig einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch an. Außerdem wird Ende 2017 vom neuen Arbeitskreis Simulation und Visualisierung ein Whitepaper zum Nutzen von Simulations- und Visualisierungswerkzeugen mit Anwendungsbeispielen veröffentlicht. hei