Symbolbild Schnelle Zugfahrt, Bild: Melpomene/Fotolia

Die Erkenntnisse des Wettbewerbs fließen in die Entwicklung des Hyperloops ein (Symbolbild). Bild: Melpomene/Fotolia

In der von der Firma SpaceX ausgelobten "Hyperloop Pod Competition" stellten Teams aus der ganzen Welt ihre Konzepte für den sogenannten Pod vor, die Kabinenkapsel, in der Passagiere durch die Röhre transportiert werden sollen. Die Warr-Studierendengruppe der TUM ist eines der 30 Teams, die ihren Prototyp bauen durften. Vom 27. bis 29. Januar werden die Teilnehmer auf der Teststrecke in den USA gegeneinander antreten.

Der Wettbewerb ist mehrstufig aufgebaut. Die erste Stufe war ein Design-Wettbewerb, der im Januar 2016 stattfand. Weltweit nahmen Teams mit ihren Entwürfen teil, größtenteils Studentengruppen. 30 der 115 eingereichten Designs wählte der Sponsor SpaceX aus für die Prototypen-Fahrt.

Bau des Hyperloop-Prototypen, Bild: Andreas Heddergott / TUM
Für den Bau des Hyperloop-Prototypen holte sich das Team weitere Unterstützer ins Boot. Insgesamt 35 Personen waren schließlich beteiligt. Bild: Andreas Heddergott / TUM

„Bei dem Design-Wettbewerb letztes Jahr in Texas sind wir unter die ersten 20 gekommen“, berichtet Thomas Ruck, Student der Luft- und Raumfahrt an der Technischen Universität München (TUM) und Teilnehmer der WARR-Gruppe. „Da ist uns klar geworden, dass wir den Pod jetzt tatsächlich bauen müssen. Wir haben anfangen, Sponsoren zu organisieren, und wir brauchten deutlich mehr Leute, zu diesem Zeitpunkte waren wir ungefähr 15 Studierende. Wir haben sehr viel Zeit investiert, um die Finanzierung, Materialien und das nötige Know-How zu bekommen. Richtig angefangen zu bauen haben wir im April. Den größten Teil hatten wir bis Oktober fertig, dann haben wir mit dem Feintuning begonnen.“

Im Dezember 2016 begann das Team dann damit, Einzelteile zu verpacken, katalogisieren und beim Zoll anzumelden – insgesamt 19.000 Teile mit einem Gesamtgewicht von 1,2 Tonnen. Der Pod selbst, mit dem das Team antritt, kam 6. Januar in der Werkstatt in Los Angeles an. „Wenn wir am nächsten Montag, also am 16. Januar, in Los Angeles ankommen, starten wir die finale Systemintegration, bei der wir noch die letzten Teile am Pod anbringen, zum Beispiel auch die Magneten und die Batterien. Diese Teile haben wir separat mit dem Schiff versandt, weil sie nicht ins Flugzeug dürfen. Am 22. Januar ziehen wir dann um zu SpaceX, dort beginnt die Testkampagne, da müssen wir beweisen, dass wir alles den Regeln entsprechend gebaut haben. Und vor allem, dass unser Pod sicher ist und die Röhre oder das Schiebefahrzeug in der Röhre nicht kaputt macht. Da gibt es eine 17 Seiten lange Checkliste, die abgehakt werden muss“, sagt Ruck. Am 27. Januar beginnt der eigentliche Wettbewerb, der über drei Tage geht, sodass am 29. Januar die Ergebnisse feststehen. Es werden zwei Gewinner gekürt: Einmal das Team mit dem schnellsten Pod und ein Sieger im technischen Bereich.

Rollout des Hyperloop-Pods der Warr-Studierendengruppe am TUM, Bild: Uli Benz / TUM
Die Teströhre für den Wettbewerb ist nur eine Meile lang. Deshalb fahren die Pods "nur" mit ungefähr 350 Kilometer pro Stunde. Der Warr-Prototyp (im Bild) ist jedoch für annähnernd Schallgeschwindigkeit konzipiert, da es dem Team mehr um das Gesamtkonzept geht als nur um den Wettbewerb. Bild: Uli Benz / TUM

Das Besondere an dem Warr-Konzept der TUM ist der Kompressor. „Bei hohen Geschwindigkeiten in einer Röhre, die wirtschaftlich sinnvoll gebaut ist, also einen möglichst geringen Durchmesser hat, braucht man einfach einen Kompressor. Er verhindert, dass eine Luftsäule vor dem Pod hergeschoben wird, die ihn bremst. Der Kompressor saugt die Luft ab, komprimiert sie und stößt sie hinten aus dem Fahrzeug wieder aus. Das ist technisch gesehen eine ziemlich anspruchsvolle Sache, weil man sehr hohe Drehzahlen braucht. Unser Kompressor läuft mit 17.000 Umdrehungen pro Minute, da muss man erst einmal einen Elektromotor finden, der das leisten kann“, erklärt Ruck. do