Verleihung Robotic Award 2016, Bild: Deutsche Messe

Die WHN Technologies (links) gewinnt den Robotics Award 2016 der Hannover Messe. Auf Platz zwei ist das Unternehmen pi4 robotics (mitte), gefolgt von dem Unternehmen Faro. Bild: Deutsche Messe

Große Freude bei Nicole und Horst Gusterhuber – die beiden Gründer und Unternehmensleiter bei WHN Technologies konnten den Robotics Award 2016 in Empfang nehmen. Sie setzten sich im Finale mit ihrer X-Arm-Roboterhand gegen die weiteren Nominierten pi4 robotics (Platz zwei) und Faro Europe (Platz drei) durch.

Der Robotics Award zeichnet technologische Innovationen aus, die einen Beitrag zu robotergestützten Lösungen im Bereich industrielle Automatisierung oder mobile Roboter und autonome Systeme leisten. Bedingung ist, dass die Einreichungen beim Robotics Award erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert werden oder es sich um signifikante Weiterentwicklungen handelt. Gleichzeitig achtet die Jury darauf, dass die Lösungen mindestens marktreif, besser noch industriell erprobt sind. Weiter geht es darum, dass die Automatisierungs-Lösungen sowohl in technologischer als auch in ökonomischer Hinsicht als besonders fortschrittlich gelten können sowie einen wichtigen Beitrag zur Befriedigung industrieller oder gesellschaftlicher Bedürfnisse leisten.

„Auch in diesem Jahr gingen wieder viele Bewerbungen von Unternehmen mit robotergestützten Lösungen aus unterschiedlichsten Bereichen ein. Für mich als Wirtschaftsminister ist dies Thema von großer Bedeutung. Die Robotik als Bestandteil von Industrie 4.0 ist von großer Bedeutung für die Zukunft der Wirtschaft und ihre Wettbewerbsfähigkeit. Dies zeigt auch der große Raum, den dieses Thema auf der diesjährigen Hannover Messe einnimmt“, würdigt Wirtschaftsminister Olaf Lies die Bedeutung des Robotic Awards.

Die X-Arm-Roboterhand

X-Arm-Roboterhand, Bild: WHN Technologies
Die X-Arm-Roboterhand kann Werkzeuge oder andere Lasten in jeder beliebigen Raumlage exakt positionieren. Bild: WHN Technologies

All diese Kriterien erfüllte WHN Technologies aus Grabenstätt. Die ausgezeichnete X-Arm-Roboterhand besteht aus einem modularen Mehrachsmodul, das am Ende eines handgeführten Manipulators in allen drei Raumrichtungen frei einstell- und drehbar ist. Somit können an der Roboterhand angebrachte Werkzeuge oder andere Lasten in jeder beliebigen Raumlage exakt positioniert werden.

Hervorzuheben ist die Kombination aus Handhabungsgerät (Manipulator) und Industrieroboter-Arm. Dadurch können aufwändige und unterschiedliche Montagetätigkeiten sehr einfach und flexibel teilautomatisiert werden. Haupteinsatzbereich hierfür ist die Automobilindustrie, aber auch in der Chemie- und Pharmaindustrie besteht Bedarf. Aktuell ist der X-Arm bereits bei BMW im Werk Dingolfing sowie bei der Firma Heidenhain in Traunreut erfolgreich im Einsatz.

Der Workerbot3

Roboter Workerbot3, Bild: pi4 robotics
Der humanoide Roboter Workerbot3 kann für flexible Fertigungs-, Handlings- und Inspektionsaufgaben eingesetzt werden. Bild: pi4 robotics

Der Zweitplatzierte, das Unternehmen pi4 robotics aus Berlin, hatte sich mit dem humanoiden Roboter Workerbot3 beworben. Der Roboter wird für hochflexible Fertigungs-, Handlings- und Inspektionsaufgaben eingesetzt. Durch zwei kooperative Arme kann er komplexe Bewegungen effizient ausführen. Ein Vorteil seiner universellen Einsetzbarkeit ist, dass er eine kostengünstige Produktion in Europa ermöglicht.

Die „3“ hinter „Workerbot“ steht für dritte Generation. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern verfügt der aktuelle Roboter über Stereokamerasysteme in den Greifern, um die 3D-Lage von Produkten erfassen und notfalls beim Greifen Lagekorrekturen vornehmen zu können. Die Nutzlast pro Arm beträgt zehn Kilogramm bei einer Armlänge von 1,3 Metern. Neue Aufgaben werden dem Roboter angelernt und müssen nicht programmiert werden. Das Produkt ist am Markt erhältlich.

Der Faro Frim

Faro Frim, Bild: Faro
Der Faro Frim, Factory Robo Imager Mobil, ist eine kollaborative mobile Roboterplattform zur 3D-Messung im Fertigungs- und Laborbereich. Bild: Faro

Mit Faro Frim war der Drittplatzierte Faro aus Korntal-Münchingen an den Start gegangen. Frim steht für Factory Robo Imager Mobil. Dabei handelt es sich um eine kollaborative mobile Roboterplattform zur 3D-Messung im Fertigungs- und Laborbereich. Das Produkt ist ohne Programmieraufwand binnen weniger Minuten betriebsbereit und ermöglicht als mobile Plattform Messungen an praktisch jedem Ort der Produktion.

Die Messabläufe zur Erfassung der Objekte und Generierung von 3D-Objektdaten geschehen automatisch. Bei Faro Frim handelt es sich um die erste mobile 3D-Messeplattform mit kollaborativem Roboter, die alle notwendigen Komponenten integriert. Ihr Betrieb ist ohne zusätzliche Geräte möglich. Absatzmärkte liegen in der Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie im Maschinenbau. Nach Realitätstests innerhalb industrieller Anwendungen befindet sich das Produkt nun in der Markteinführung.