Mann mit Tablet vor Maschine, Bild: ecom

Durch den Einsatz von Tablets in der Industrie können Anlagen besser vor Ort gewartet werden. Bild: ecom

Ein Blick in die Realität verrät: Mitarbeiter aller Industriezweige mit weitläufigem Gelände oder explosionsgefährdeten Bereichen sind häufig nicht in den Informationsfluss eingebunden. Sie kommunizieren größtenteils über E-Mail oder Telefon, arbeiten – aus Mangel an Alternativen, Kompatibilität oder Zertifizierungen – noch mit Klemmbrett und Papier oder setzen Handheld-Computer nur im Offline-Modus ein. Mit eigensicheren, bis zu Zone 1/21 zertifizierten 4G/LTE Android Smartphones und Tablets können Mitarbeiter, Experten, Teams oder Projektgruppen nun professionelle Industrie-Applikationen nutzen, um live, agiler und flexibler zusammenzuarbeiten. Denn Collaborative Working ist mehr als einen Kollegen telefonisch um Hilfe zu bitten: Es befähigt „Mobile Worker“ ihre Arbeit an jedem Standort mit relevanten, unternehmenskritischen Informationen in Echtzeit effizient und sicher zu erfüllen.

Bestes Beispiel dafür – etwa bei der Dokumentation, Ferndiagnose, Wartung und Instandhaltung – sind Videokonferenz-Applikationen: Ein Mobile Worker, der eine Anlage in einer potentiell gefährlichen Arbeitsumgebung untersucht, kann Schäden noch während der Inspektion oder Instandhaltung erfassen und beheben. Er streamt Videos einfach direkt aus dem Ex-Bereich an den Experten in der Leitzentrale oder an anderen Orten, teilt Bilder des Schadens und erhält fachmännische Unterstützung. Experten können, ohne wertvolle Zeit zu verlieren, eine Ferndiagnose in Echtzeit stellen und erforderliche Maßnahmen oder Reparaturen inklusive Materialbestellung sofort einleiten – ohne dass ein Spezialist die Anlage oder gar die Offshore-Plattform persönlich besuchen muss. Darüber hinaus lassen sich Smartphone oder Tablet mit Push-to-Talk-Apps als digitale Funkgeräte in den Funkverkehr einbinden. So ist es jederzeit möglich, Informationen in Echtzeit – etwa in Gruppenanrufen – zu teilen und zu erhalten. Kostspielige Ausfall- und Reparaturzeiten werden damit drastisch reduziert.

Bessere Entscheidungen treffen vor Ort treffen

Wettbewerbs-, Produktivitäts- und Rentabilitätsvorteile der Industrie 4.0 können nur mit einer durchgängig hohen Informationsdichte entlang der gesamten Entscheidungs- und Prozesskette erschlossen werden. Mit Mobile Dashboards haben Führungskräfte jederzeit umfassend und übersichtlich Zugriff auf Daten, Wissen und Informationen, die Mitarbeiter – die zum Beispiel die Produktion und den Betrieb von Anlagen verantworten – live in Backend-Systeme einspeisen. Basierend hierauf können sie proaktiv anstatt reaktiv agieren, Trends erkennen sowie datengestützte Vorhersagen treffen – kurz: sie treffen bessere Entscheidungen.

Mitarbeiter wiederum können sich mit digitalen Arbeitsplänen und -aufträgen ganz auf ihre jeweilige Aufgabe vor Ort konzentrieren. In ERP-Systeme integrierte Planungs-Apps dienen der Visualisierung von Aufträgen und Ressourcen, dem Live Monitoring, der Abarbeitung und vielem mehr. Der Mobile Worker bekommt auf seinem Smartphone oder Tablet den Auftrag und Arbeitsaufgaben angezeigt, für die er legitimiert ist. Er erfasst einfach und schnell auf seinem mobilen Endgerät, welche Arbeitsschritte und Aufgaben er erledigt hat, wie viel Zeit er benötigte und welche Materialien verbraucht wurden. Die passende Applikation übermittelt diese Informationen automatisch an das Backend-System.

Sollte einmal keine Internetverbindung vorhanden sein, lassen sich die Daten auch offline eintragen und werden bei erneutem Zugriff auf das Firmennetzwerk sofort in der Dokumentation aktualisiert. Die Arbeitszeit, die am Ende jeden Tages mit Verwaltungsaufgaben verbracht werden muss, wird damit deutlich reduziert und gleichzeitig die Produktivität signifikant erhöht.

Datenerfassung neu definiert

Professionelle Apps zur Datenerfassung in Kombination mit eigensicheren, mobilen Endgeräten bieten Unternehmen in explosionsgefährdeten Bereichen mehrere Vorteile: Ein offensichtliches Plus ist die Kosteneinsparung, da keine zusätzliche Hardware zum Scannen von Assets benötigt wird.

Paulo Jorge de Almeida, Bild: ecom
Paulo Jorge de Almeida, System Engineer bei ecom. Bild: ecom

Die Erfahrung zeigt, dass Meldungen zu Geräten und Assets stark variieren – abhängig vom Reporting des jeweils zuständigen Ingenieurs. Diese Unterschiede in der Meldekultur führen beim Transfer in Backend-Systeme häufig zu Verwirrungen und unnötigem Zeitaufwand. Zusätzlich erschweren unzureichende Differenzierungsmöglichkeiten die genaue Zuordnung. Durch das Scannen und die direkte Abbildung in Eingabefelder von Applikationen wird die Datenerfassung vereinheitlicht. Das vereinfacht die manuelle und automatische Analyse, verringert die Wahrscheinlichkeit fehlerhafter Eingaben oder unzureichender Auswertungen und beugt so ungewollten Ausfällen vor.

Die Mobile Kommunikation der Zukunft

Mobile Apps verändern nicht nur unser tägliches Leben, sondern auch unsere Arbeitsweise. Von kleinen Anwendungen, wie einem Barcode-Scanner, bis hin zu großen und ineinander verzahnten Software-Lösungen, die oft speziell für einzelne Kunden entwickelt werden – all diese Applikationen sorgen für höhere Effizienz und Produktivität, nicht nur in Industrien mit explosionsgefährdeten Bereichen. Ex-zertifizierte Smartphones, Tablets und Peripheriegeräte bilden dabei die technologische Basis für vernetzte Anwendungen, die in den nächsten Jahren den entscheidenden Faktor für den Unternehmenserfolg darstellen werden. hei

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