Roboter mit Tabletgesicht, Bild: Rethink Robotics

Roboter Sawyer von Rethink Robotics. Bild: Rethink Robotics

Wie bei vielen neuen Technologien zeigte sich auch bei Cobots wie Sawyer von Rethink Robotics, dass sie kurzfristig in ihrer Auswirkung überschätzt werden: Mit dem Aufkommen kollaborativer Roboter und zunehmender Automatisierung wurden Sorgen laut, in Deutschland könnten Arbeitsplätze wegfallen. Doch die Kunden von Herstellern wie Rethink Robotics zeigen, dass das nicht der Fall ist. Im Gegenteil profitieren Unternehmen und Mitarbeiter in erster Linie von den eingesetzten Cobots. Das gilt in verschiedener Hinsicht, besonders aber mit Blick auf zwei wichtige Faktoren:

  • 1956 - George Devol entwickelt den ersten Industrieroboter ... Bild: General Motors

    1956 - George Devol entwickelt den ersten Industrieroboter ... Bild: General Motors

  • 1961 - der Druckgussteile für Kfz-Karosserien schweißt. Bild: General Motors

    1961 - der Druckgussteile für Kfz-Karosserien schweißt. Bild: General Motors

  • 1977 - Motoman, der erste Gelenkroboter, ist da. Bild: Yaskawa

    1977 - Motoman, der erste Gelenkroboter, ist da. Bild: Yaskawa

  • 1980er - Nokia Robotics stellt mehr als 1500 PUMA-Roboter her.

    1980er - Nokia Robotics stellt mehr als 1500 PUMA-Roboter her.

  • 2000er - Seit den 90ern sind Roboter nicht mehr wegzudenken. Bild: Yaskawa

    2000er - Seit den 90ern sind Roboter nicht mehr wegzudenken. Bild: Yaskawa

  • 2017 - Roboter verfügen zunehmend über künstliche Intelligenz. Bild: Omron

    2017 - Roboter verfügen zunehmend über künstliche Intelligenz. Bild: Omron

Zum einen erweitern die kollaborativen Roboter die Möglichkeiten und Flexibilität von Unternehmen. Ein Beispiel: Unternehmen, die in zwei Schichten produzieren, können ihre Produktion auf drei Schichten erweitern, indem sie Cobots implementieren. Diese dritte Schicht erhöht entsprechend die Produktivität. Denkbar ist beispielsweise eine zusätzliche Nachtschicht, die es ohne Cobots nichts geben würde. Das Beispiel zeigt: Der Einsatz von Cobots verschafft Unternehmen mehr Handlungsspielraum, was gerade in Zeiten schwankender Aufträge, von Losgröße 1 bis zur Massenproduktion, positiv ist.

Cobots ersetzten nicht, sondern ergänzen den Menschen

Zum anderen ergänzen Cobots Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zahlreichen Branchen und bei vielen Applikationen. Das gilt für viele Tätigkeiten für die Unternehmen keine Mitarbeiter finden, weil sie kein menschlicher Mitarbeiter übernehmen möchte: Aufgaben in schmutzigen, lauten oder staubigen Umgebungen, die Arbeit mit heißen Werkteilen oder der Umgang mit Chemikalien. Hier kann der Magnethersteller MS Schramberg aus dem Schwarzwald als Beispiel dienen: Bis Schramberg Cobots einsetzte, mussten Mitarbeiter vorgewärmte Teile zur Weiterverarbeitung aufheben und ablegen. Diese Aufgabe übernimmt nun der Roboter. Neben solchen tendenziell gefährlichen Aufgaben handhaben kollaborative Roboter aber auch langweilige und repetitive Aufgaben. Das Aufnehmen von Werkteilen, die dann platziert und gebohrt werden, kann ein Cobot genauso übernehmen wie das ununterbrochene Einlegen von Werkstoffen in Maschinen. Mitarbeiter, die solche Tätigkeiten ausführten, können dank der Cobots sinnvollere, kreativere und innovativere Aufgaben übernehmen – die perfekte Kollaboration von maschineller Effizienz und Ausdauer sowie menschlicher Kreativität

Langfristig werden Technologien unterschätzt, das galt für die Dampfmaschine genauso wie für Mikrochips und traditionelle Industrieroboter. In 20 Jahren werden wir dasselbe über Cobots sagen: Wenn neue Arbeitsplätze entstanden, die Produktivität gestiegen und Mitarbeiter entlastet sind. hei

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