SmartFactoryOWL, Bild: Dirk Schelpmeier/Hochschule OWL

Ein Ziel der SmartFactoryOWL ist es Industrie 4.0 erfahrbar zu machen. Bild: Dirk Schelpmeier/Hochschule OWL

Auf Initiative der Fraunhofer-Gesellschaft und der Hochschule OWL ist für rund fünf Millionen Euro eine einmalige Zukunftsfabrik für die intelligente Automation – die SmartFactoryOWL – entstanden. Ausgestattet mit einer realen IT- und Produktionsumgebung im Wert von weiteren rund fünf Millionen Euro ist sie gleichzeitig Versuchs- und Demonstrationsplattform und Lernumgebung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende. Auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren und können zukünftig optimal auf dem Weg zur digitalisierten Produktion unterstützt werden.

„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, nicht nur Pionier in dem Feld der Industrie 4.0 zu sein, sondern diese Technologien auch in die Unternehmen zu bringen“, sagt Professor Dr. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums IOSB-INA in Lemgo und Initiator der SmartFactoryOWL. „Auf Projektflächen besteht die Möglichkeit, Maschinen oder Anlagenteile für einen Pilotbetrieb temporär aufzubauen, mit Industrie 4.0-Lösungsbausteinen auszustatten und auf Herz und Nieren zu testen. Damit werden Potentiale und notwendige Investitionsentscheidungen frühzeitig bewertbar."

Praxisorientierte Lehre

„Die SmartFactoryOWL ist ein echter Meilenstein zur weiteren Profilierung des Wissenschaftsstandortes Lemgo“, so Hochschulpräsident Dr. Oliver Herrmann. „Mit dieser Forschungsfabrik bündeln wir die Kompetenzen des Instituts für industrielle Informationstechnik und den Forschungsschwerpunkten des Fachbereichs Produktion und Wirtschaft der Hochschule OWL im Bereich der Digitalisierung der Industrie sowie des Fraunhofer-Anwendungszentrums unter einem Dach“.

Aber auch für die Lehre biete die Forschungsfabrik neue Möglichkeiten. „Ein Markenzeichen der Hochschule OWL ist exzellente, praxisorientierte Lehre. Mit der SmartFactoryOWL gehen wir einen Schritt weiter – wir bieten sogar praxisintegrierte Lehre auf dem Campus in einer realen Fabrikumgebung an“, sagt Herrmann. Gemeinsam mit den Erweiterungen des Centrum Industrial IT (CIIT) entstehe so am Standort Lemgo ein Technologiecampus für die industrielle Automation – ein ideales und wichtiges Infrastrukturelement, auch für die Aktivitäten des Spitzenclusters „it’s owl“, bei dem die Hochschule OWL und Fraunhofer tragende Säulen sind.

Minister Groschek, Bild: Dirk Schelpmeier/Hochschule OWL
Minister Michael Groschek würdigte die SmartFactoryOWL als Aushängeschild für NRW. Bild: Dirk Schelpmeier/Hochschule OWL

Zur Eröffnung reisten hochkarätige Gäste an. Neben den Initiatoren und Investoren waren Michael Groschek, Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr in NRW und weitere bekannte Vertreterinnen und Vetreter aus Politik und Wirtschaft anwesend, um die Demonstratoren und Anlagen der SmartFactoryOWL zu begutachten. Moderator Andreas Liebold führte durch eine Talkrunde, an der auch Marianne Thomann-Stahl, Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Detmold teilnahm.

„Durch die jahrelange enge Kooperation, auch über das Cluster ‚it’s owl‘, ist sehr viel Vertrauen gewachsen und das zahlt sich in Einrichtungen wie der SmartFactoryOWL aus“, so Thomann-Stahl. Nach einer technischen Diskussionsrunde zur Industrie 4.0 und der anschließenden Besichtigung der SmartFactoryOWL betonte Minister Michael Groschek die große Bedeutung der Forschungs- und Demonstrationsfabrik für Nordrhein-Westfalen. „Die SmartFactoryOWL ist eine glänzende nordrhein-westfälische Visitenkarte und wird eine Vorbildfunktion für das ganze Land wahrnehmen“, sagte Groschek.