Otis Elevator Company Bild: obs/Otis GmbH & Co. OHG

In zehn der 20 höchsten Gebäude der Welt sind Aufzüge der Otis Elevator Company eingebaut. Bild: obs/Otis GmbH & Co. OHG

Seilzüge, die im weitesten Sinne auch als Aufzüge bezeichnet werden können, gab es schon im alten Griechenland. Hier entwickelte der Mathematiker Archimedes eine bessere Hebevorrichtung, die mit Seilen, einem Flaschenzug, Winden und Hebeln Gegenstände in die Höhe beförderte.

Um 80 vor Christus fuhren im antiken Rom die Gladiatoren und wilden Tiere mit einem Aufzug in die Arena. Damals zogen noch Sklaven die Plattform nach oben. 1203 wurde in der Abtei Mont St. Michel an der Nordküste Frankreichs ein Aufzug mit einem großen Trittstufenrad installiert. Ein Esel sorgte für die Hubkraft, sodass Waren nach oben gezogen werden konnten. Dabei wickelte sich das Seil, an dem die Ladung befestigt war, einfach um eine Rolle.

Aufzüge wurden in der weiteren Geschichte vor allem für Lasten und im Bergwerk verwendet. 1833 gab es in einem Bergwerk im Harz ein System mit auf- und abwärts bewegenden Stangen, die Minenarbeiter in den senkrechten Schächten beförderten.

Erste Ansätze für Personenaufzüge gab es allerdings schon im 17. Jahrhundert. Der Mathematiker und Astronom Erhard Weigl installierte in seinem Wohnhaus in Jena einen Aufzug, der nach dem einfachen Flaschenzugprinzip funktionierte. Auch der französische König Louis XV ließ in Versailles einen Aufzug installieren, der ihn zum Appartement seiner Geliebten brachte.

Im 19. Jahrhundert machten sich dann Erfinder die Dampfmaschine für den Transport von Waren in die Höhe zu nutze. Trotzdem ließ der Durchbruch des Aufzugs noch auf sich warten. Vor allem aufgrund des großen Risikos eines Seilrisses.

1853 präsentierte schließlich Elisha Graves Otis auf der Crystal Palace Exhibition den ersten absturzsicheren Aufzug. Den Auftrag erhielt der Mechanikermeister von der Bedstead Manufacturing Company, die einen sicheren Warenaufzug benötigte.

Eindrucksvoll inszenierte Otis seine Erfindung: Er selbst stieg auf die Plattform, ließ sich nach oben ziehen und das Zugseil durschneiden. Nach nur wenigen Sekunden blieb die Plattform stehen. Dafür sorgte eine von Otis quer über den Fahrkorb montierte  Wagenfeder. Das Prinzip ist einfach: An beiden Enden der Feder sind Bolzen angebracht, das Seil wird mittig an der Feder befestigt. Durch das Gewicht des Aufzugs wird die Feder so gekrümmt, dass die Bolzen die Führungsschienen des Fahrstuhls nicht berühren. Reißt nun das Seil, entspannt sich die Feder, die Bolzen schnellen nach außen und vergreifen sich blitzartig in die Führungsschienen.

Nach dem großen Erfolg auf der Ausstellung gründete Otis sein eigenes Geschäft, die Otis Elevator Company, und entwickelte den Aufzug schrittweise weiter. Die Grundidee ist jedoch bis heute immer noch dieselbe.

Während 1857 der erste Personenaufzug in einem Geschäft in New York City noch mit einer Dampfmaschine angetrieben wurde, fuhr 1878 der erste hydraulische Aufzug in einem Gebäude am Broadway. Hier wurde auch erstmals eine modernere Absturzvorrichtung integriert, die eine verzögerte Bremsung auslöst.

1889 folgte der erste elektrische Aufzug mit Schneckengetriebe für mittelhohe Gebäude. Mit der Weiterentwicklung der Getriebe wurden die Fahrstühle immer schneller und so auch attraktiv für mittelhohe Gebäude und Wolkenkratzer und machten so den Bau in die Höhe erst möglich. Statistisch gesehen befördern Aufzüge heute alle 72 Stunden die gesamte Weltbevölkerung.

Die Otis Elevator Company, der weltgrößte Hersteller von Aufzügen und Fahrtreppen, arbeitet heute an einer neuen Generation von Aufzügen. Statt Stahlseilen werden Polyurethangurte eingesetzt, die korrosionsfrei und verschleißarm sind.